Claudia

Essig – Der preiswerte Alleskönner

Essig

Wie ich gerade auf Essig komme? Wo ich doch eigentlich schon den Geruch nicht mag? Ganz einfach: Er ist und bleibt ein Alleskönner. Der grösste Vorteil ist natürlich, dass man ihn günstig in jedem Supermarkt besorgen kann, er frei von chemischen Zusätzen ist und die Umwelt schont, da er leicht abgebaut werden kann. Wenn man ihn mit Wasser verdünnt, kann er als Allesreiniger nahezu überall eingesetzt werden, da er trotz hohem Säuregehalt schonend reinigt.

  • Essig löst Fett, Kalk und Rost von vielen Materialien und wirkt antiseptisch. Oberflächen können damit desinfiziert und Bakterien abgetötet werden.
  • Fenster lassen sich mit verdünntem Essigwasser gut reinigen.
  • Werkzeug kann damit entrostet und Chrom poliert werden

Wie lässt sich das im Wohnmobil umsetzen?

Essig zum Fensterputzen
Ich nehme eine Kappe Essig auf einen Eimer Wasser und mache damit die Glasfenster(!) vom Fahrerhaus sauber. Danach wische ich die Fenster nochmals mit frischem Wasser und einem Ledertuch ab. Klappt super und die Fenster sind streifenfrei sauber.

Entkalken, Desinfizieren
Dies ist wohl die von uns meist verwendete Nutzung des Essigs. Man kann damit die Töpfe bzw. den Wasserkessel ganz einfach entkalken. Ich mische den Essig 1:3 mit Wasser, lass es kurz aufkochen und 1/2 Stunde einwirken. Danach mit klarem Wasser ausspülen – wie Neu!
Zu Steinhaus-Zeiten habe ich damit auch die Kaffeemaschine und den Wasserkocher problemlos entkalkt.
Auch die Perlatoren vom Wasserhahn nehme ich 1-2x im Jahr ab und stecke sie in ein kleines Glas mit Essig. Das Gleiche hatte ich jetzt mit dem Duschkopf vor. Da ich ihn aber nicht abschrauben wollte und kein Glas zur Verfügung hatte, kam ich auf diese Idee:
Duschkopf
Der Vorteil: Es kleckert nicht und riecht nicht so extrem im kleinen Bad 🙂
…und ja, das Waschbecken wurde erst später gereinigt 😉 Allerdings habe ich dies mit einem Gemisch aus Essig und Natron gemacht, heisses Wasser drauf und wieder 1/2 Stunde ziehen lassen. Da ging echt die Post ab! Mit einfachen „Plastikrohren“ würde ich das auf keinen Fall empfehlen!

Gummiringe von Einmachgläsern oder Flaschen, lassen sich ebenfalls mit einer Essiglösung einfach reinigen. Keime, die sich auf der Oberfläche angesammelt haben, werden durch die Säure im Essig abgetötet. Einfach einen Teelöffel Essig mit einem halben Liter Wasser mischen und zum Kochen bringen. Die Gummiringe ca. drei bis fünf Minuten auskochen. Dies könnte man natürlich auch mit Schnullern oder den Saugern von Baby-Fläschchen machen.

Essig als Geruchsblocker
Essig kann auch unangenehme Gerüche binden. Dies gilt sowohl für den Kühlschrank als auch für den Wohnraum. Über Nacht eine Schale mit aufgekochtem Essigwasser hinstellen, damit die miefigen Gerüche gebunden werden.
Was bei uns sehr erfolgreich war: Ich vergesse während der Fahrt immer die Waschbecken zu verschließen. Im Allgemeinen macht das nichts, allerdings ist im Sommer die „Geruchsbelästigung“ durch den Dusch-Abwassertank doch enorm. Einfach ein, zwei Schuss Essig rein und schon hat das ein Ende. (Danke nochmals an den netten Schweizer, der mir das geraten hat!)

Essig gegen Fliegen
Essig vertreibt auch die Fliegen. Muss man gegen Fruchtfliegen vorgehen, hilft ein Gemisch aus Apfelsaft, Essig und einem Tropfen Spüli. Da das Spüli die Oberflächenspannung aufhebt, gehen die Fliegen in dem Gemisch unter wenn sie versuchen, da dran zu kommen.

Eigentlich hilft der Essig auch gegen Vogeldreck. Allerdings haben wir ja alle „Plastikfenster“ und da sollte man lieber bei Versuchen mit Essig aufpassen!

Werkzeugreinigung
Verrostetes Metall bekommt man wieder sauber, wenn man Essig direkt auf einen Lappen gibt und damit die betroffenen Stellen reinigt. Die Teile danach trocknen und mit ein wenig Öl (auf einem trockenen Tuch) einreiben. So kann man verhindern, dass sich gleich wieder Flugrost bildet.
Mit einem Brei aus Kreide und Essig kann man verchromte Teile abreiben und anschließend mit klarem Wasser abspülen. Dadurch wird die Beschichtung gesäubert und poliert. Wer will, poliert danach das Chrom noch mit einem weichen Flanelltuch auf.

Tapetenlöser
Wird uns vielleicht noch bevorstehen. Eine günstige Variante wäre, wenn man einem Eimer heißem Wasser drei Tassen Essig hinzufügt, die Wände mit der Lösung bestreicht und es einwirken lässt. Anschließend die alte Tapete entfernen. (Ich hoffe, ich muss nicht so bald berichten, wie es gelaufen ist).

Noch ein paar Worte zum Schluss:

Bitte verwechselt in diesem Fall nicht Essig mit Essigessenz! Es hat schon seine Gründe, warum es Essig in Plastikflaschen und die Essenz in Glasflaschen gibt. Bitte auch NIE Essigessenz zum kochen bringen. Die chemische Reaktion birgt wirklich Gefahren!
Selbstverständlich kann man so einiges auch mit Zitronensäure erreichen. Hier sollte sich aber alles um Essig drehen.
Ganz wichtig: Essig ist nicht nur ein Reinigungsmittel – natürlich ist er auch lecker und eßbar 🙂

Wer sich mal über die Arten informieren will, schaut im Wiki nach.

Wer alles Rund um Essig und Gesundheit erfahren will, sollte unbedingt hier mal reinschauen.

Wer gerne ein Buch zum Thema Selbermachen hätte, dem empfehle ich „Essig selbst gemacht

 

Viel Spaß!

 

9 Kommentare zu “Essig – Der preiswerte Alleskönner”

  1. Marcus BULLIZEI

    Hallo Claudia!

    Dass Essig auch essbar ist, ist klar! Schließlich heisst der ja Essig: Ess-ich! 🙂 🙂 🙂

    Aber wegen der Essigessenz: was passiert denn da chemisch, wenn man die kocht? Das die schärfer als normaler Essig ist, weiss ich ja, aber ich nehm die meist zum Entkalken der Kaffeemaschine. Pur oder mit Wasser gemischt ein paar Mal durchkochen lassen. Wir haben hier sehr kalkhaltiges Wasser. Sehr, sehr, seeehr kalkhaltig!

    BULLIZEIliche Grüße

    Marcus

    http://www.bullizei.de.tf/

    1. Claudia

      Essigessenz ist 5x so stark wie normaler Essig. Die Dämpfe reizen die Schleimhaut bis hinunter zu den Lungenbläschen. Und die schwellen zu, wenn man sie zu sehr „ärgert“. Könnte also zu massiven Atembeschwerden führen 🙁

  2. henning

    Hallo Claudia,

    die Idee mit dem Verhüterli über dem Brausekopf werde ich gleich mal kopieren, meiner ist nämlich auch wieder dran, spritzt schon wieder überall hin. Muss nur noch Essig kaufen…

    Gruß
    Henning

    1. Claudia

      Du wirst lachen, aber das habe ich irgendwo auch gesehen, da hat einer tatsächlich ein Kondom drüber gestülpt um nicht so viel Essig zu verbrauchen 😀

          1. Mädchenpapa

            Lieben Dank 🙂

            Auf Facebook ist es so, dass man meiner Meinung nach (wie bei Tupperware) in der privaten Umgebung zumindest am Anfang werben muss. Wenn dann die Verwandten und Bekannten ab und zu vorbeikommen und somit etwas für Verbreitung sorgen, dann kann es passieren, dass über diese noch weitere Besucher auf eine Facebook-Seite kommen.

            Diesen Weg sind wir bisher nicht gegangen, denn 1. nutzen wir privat Facebook so gut wie gar nicht. Und 2. weiß unsere Umgebung und Verwandtschaft nicht wirklich von unserem kleinen Familienblog. Die Werbung über den Familienweg ist damit also quasi ausgeschlossen.

            Wir freuen uns natürlich sehr, wenn Dir unsere Artikel gefallen und wenn evtl. der Eine oder Andere mal bei uns vorbeischauen möchte. 🙂

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