Mobiles Internet im Wohnmobil, Wohnwagen oder Boot (Teil 1)

Andreas
mobiles Internet

Mobiles Internet, dies ist der Start einer dreiteiligen Beitragsreihe. Im ersten Teil geht es um Datenvolumen, Senkung des Datenverbrauchs und Provider.

Wie bekomme ich mobiles Internet?

Es gibt drei Möglichkeiten, die hier in Reihenfolge der Einfachheit gelistet sind.

  • Mobilfunk
  • Wlan
  • Satellit

Wieviel Datenvolumen brauche ich?

Das ist eine der am schwierigsten zu beantwortenden Fragen, denn ich kenne dein Surfverhalten nicht. Seit ihr zu zweit, hast du einen Blog oder eine Seite bei Facebook? Skypst du viel?
Ich kann dir hier aber eine grobe Übersicht geben, welche Anwendungen wieviel Datenvolumen verbraucht.

Zum Datenvolumen zählen auch die Uploads! Bilder oder Filmchen für Blogs, Facebook, Twitter, etc.!

  • Website: bis zu 1 MB
  • Youtube 480p: 8 – 10 MB pro Minute
  • Radio bei 128 kbit: 1 MB pro Minute
  • Skype Video: 2 MB pro Minute, nur Sprache etwa ein Drittel
  • Netflix mit Standardauflösung: 1 Gb pro Film / in HD: 3 GB pro Film
  • Spiele: 50 MB pro Stunde (Dota 2)

Vorsicht bei Facebook, die Autoplay-Funktion der Videos verschlingt eine Menge Datenvolumen. Dies kannst du in den Einstellungen unter Video deaktivieren.
Vorsicht auch bei Mail-Anhängen, wenn dir ein Bekannter mal wieder ein Filmchen oder unkomprimierte Bilder schickt.
.

Wie kannst du den Datenverbrauch optimieren?

Mit ein paar wenigen Handgriffen lässt sich der Datenverbrauch senken. Ich mache Updates zum Beispiel bei meiner Familie oder benutze freies WLAN, zum Beispiel bei McDonalds.

  • Automatische Updates am Smartphone deaktivieren
    Je nach Anzahl der Apps können hier schnell einige hundert MB zusammenkommen. Ein Test von heute morgen, sechs Apps wollten ein Update und es wurden 97 MB Datenvolumen benötigt. Updates kommen bei Android sehr häufig, in der Regel habe ich in der Woche gut 14 bis 18 Updates. Über die Updates beim iPhone kann ich nicht viel sagen, scheint aber ähnlich zu sein.
  • Automatische Updates in Windows deaktivieren
    Auch bei den Windows Updates kommen schnell 100 MB und mehr zusammen.
  • GOOGLE Chrome benutzen
    Dazu gibt es von GOOGLE selber die Erweiterung „Datenkomprimierung„. Die Erweiterung komprimiert die eingehenden Daten und spart mir im Monat ca. 800 MB.
  • Webseiten als pdf speichern
    Interessante Artikel, oft aufgerufene Artikel oder Artikel, die du später lesen möchtest mit CLEARLY oder printfriendly als pdf auf dem Rechner speichern. Dies erspart dir das erneute Aufrufen der Website.
  • Videoqualiät bei Youtube vermindern
    Für viele Videos, vor allem wenn der Text wichtig ist, reichen auch 240p.
  • Back to the roots – alles wieder online
    Möglichst viel wieder am eigenen Rechner machen, statt Apps im Internet zu nutzen (GOOGLE Docs, EVERNOTE, etc.). EVERNOTE ist klasse, ich benutze es aber nur noch für Dinge, die ich auch mal unterwegs brauche.

  • Im Mailprogramm nur die Kopfzeilen laden

Internet per Mobilfunk

Die einfachste und verbreitetste Möglichkeit. Bevor wir aber zu den Geräten kommen, beschäftigen wir uns erst mit den Providern, den Anbietern des mobilen Internets.

Welche Strategie ist die Beste?

Darauf gibt es keine pauschale Antwort.
Wichtig ist erst einmal die Frage, ob du täglich auf mobiles Internet angewiesen bist. Die Netzabdeckung der verschiedenen Provider ist nicht überall gleich, vor allem nicht in ländlichen Gebieten.

Wenn du auf mobiles Internet angewiesen bist, dann besorge dir mindestens zwei Sim-Karten von unterschiedlichen Providern. Vergleiche die Netzabdeckungen in den Karten miteinander

Hier findest du die Netzabdeckungskarten der verschieden Provider und kannst dir vorab schon einmal einen Überblick verschaffen.

Laut Test der Zeitschrift CONNECT für 2014/2015 hatte die Telekom das beste Netz, dicht gefolgt von Vodafone. Platz 3 ging an Eplus.

Bei Eplus und O2 gibt es eine Besonderheit. Die Unternehmen haben fusioniert und die Netze werden zusammen gelegt. In meinem Smartphone erscheint nun des öfteren O2 statt Eplus. Du loggst dich automatisch immer im besseren Netz ein. Funktioniert auch bei den Prepaid-Karten von Aldi talk. Dies ist im Test noch nicht berücksichtigt worden.

Wie schnell dein Internet ist, kannst du bei SPEEDTEST messen.

Vertrag oder Prepaid?

  • Fester Vertrag
    Hast du einen festen Tarif, dann schau nach einem Tarif der mehr Datenvolumen beinhaltet. Verhandle mit deinem Provider, manchmal bieten sie dir Möglichkeiten, die in keiner Tarifübersicht stehen.
  • Prepaidkarten
    Wir haben zusätzlich drei Prepaid-Karten bei unterschiedlichen Anbietern, so das wir auch unterschiedliche Netze haben. So ist schon einmal die Netzabdeckung gewährleistet. Ich bin allerdings auch ein etwas extremer Fall, da ich wegen möglicher Fernwartungen Netz haben möchte.

    Bisher hatten wir bei allen Karten immer die Option mit einer 5 GB Flat für mobiles Internet gebucht. Dies werden wir nun ändern, denn es gibt einen (für uns) besseren Weg. Die Tagesflat für 1,99 €! Je nach Anbieter stehen dir 500 bis 1000 MB für den Tag zur Verfügung. Die buchen wir dann, wenn wir sie brauchen.
    Wir werden nun zwei Karten auf die Tagesflat umstellen, eine Karte belassen wir im Tarif 5 GB Flat.

    • Wenn kein WLAN zur Verfügung steht.
    • Mit meinem Smartphone kein oder nur schlechtes Internet vorhanden ist. Checke ich vorher über die Netzabdeckungskarten.
    • Das Datenvolumen des Vertrages verbraucht ist.
      Eine Reserve lasse ich allerdings immer stehen, damit ich das Smartphone unterwegs vernünftig nutzen kann.
    • Wenn es mal etwas mehr sein muss.

    Prepaid-Karten gibt es unter anderem ganz unkompliziert bei jedem Discounter. Die Einrichtung ist schnell erledigt, am besten online und nach etwa vier Stunden kannst du damit ins Internet gehen. Die Verwendung mehrerer Karten eines Anbieters ist kein Problem. Dies ist nur eine grobe, unvollständige Übersicht über die Netze der Discounter.

    • Telekom – Penny, Rewe, Lidl
    • Eplus – Aldi, Norma, ADAC
    • Vodafone – Rossmann, Edeka
    • O2 – Kaufland

    Viele Informationen findest du in der Prepaid-Wiki. Dort stehen auch viele interessante Vertragsdetails zum jeweiligen Anbieter. So ist bei manchen Anbietern und bei einigen Tarifen nur der Betrieb in einem internetfähigen Handy erlaubt. Der Betrieb in einem Surf-Stick am Computer oder das Smartphone als WLAN-Router zu nutzen dagegen nicht.
    Dort findest auch eine Übersicht aller Internet-Pakete.

    Vorteil der Prepaid-Karten für mobiles Internet ist die flexible Handhabung und das Fehlen laufender Kosten. Du bezahlt, wenn du es brauchst.

Fazit

Die Möglichkeiten sind unendlich, die Tarife ein Dschungel und die Preisunterschiede groß. Ein Beispiel: Die 5 GB bei Aldi Talk (Eplus) kosten dich 14,99 € und du hast LTE, wenn es verfügbar ist. Bei Vodafone kosten die 5 GB mit einer Prepaid-Karte 34,99 € und bieten kein LTE, dafür hast du ein besseres Netz.

Drei Entscheidungen musst du treffen: Wie wichtig ist dir mobiles Internet, wie viel Datenvolumen brauchst du und wie viel bist du bereit zu bezahlen. Dann kannst du deine Strategie finden. Finde deine Kombination von Vertrag, Prepaid mit Tagesflat oder 5 Gb Flat. Mit zwei Netzen solltest du eigentlich gut gerüstet sein, das ist zu mindest unsere Erfahrung.

Wir arbeiten seit über eineinhalb Jahren mit einem Festvertrag bei Eplus und benutzen überwiegend nur die Aldi talk Karten. Hin und wieder hatten wir kein mobiles Internet, aber das war meistens irgendwo in der tiefsten Pampa. Oft gab es dann aber auch bei der Telekom keinen Empfang. Manchmal half es einfach einen Ort weiter zu fahren oder, wenn Wochenende war, haben wir auf das Internet verzichtet oder langsames Internet akzeptiert. Wir können auch mal mit Downloadraten von nur einem MBit leben. Wir brauchen etwa 20 – 25 GB im Monat.

Im Ausland

Im Ausland holst du dir am besten eine Prepaid-Karte vor Ort. Die meisten Websites zur Aktivierung der Karte sind auch in Englisch verfügbar. Möchtest du die Karte trotzdem vorher besorgen, scheint PREPAID GLOBAL wohl eine recht gute Adresse zu sein, dass ist aber teurer.

Meinung

Leider bieten viele Provider Daten-Flats an, die den Namen nicht verdient haben. Was sind 500 MB in der heutigen Zeit?
Klar, nach 500 MB kannst du immer noch surfen, aber während des Ladevorganges einer Website kannst du schon mal locker eine Mahlzeit zubereiten, weil teilweise auf Analogmodem-Niveau gedrosselt wird.

Ich hoffe sehr, dass bei den deutschen Providern und auch der Politik endlich möglichst schnell ein Umdenken stattfindet. Im europäischen Vergleich hinken wir doch massiv hinterher. So ist 1 GB in Deutschland 50 Mal teurer wie in Finnland und auch bei Übertragungsraten reicht es nicht, um unter die ersten zehn Plätze zu kommen. Mit der digitalen Agenda der Bundesregierung von 2014, einer Sammlung von Floskeln und Worthülsen, kann das schlechte Abschneiden im europäischen Vergleich jedenfalls nicht verbessert werden. Für einen Wirtschaftsstandort ein Armutszeugnis.

Im nächsten Teil der Reihe „Mobiles Internet“ geht es um das Smartphone, Surf-Sticks, Router, Tethering, Empfangsverbesserung und einiges mehr.

Noch ein Tipp für die Navigation im Ausland
Statt GOOGLE Maps die App OsmAnd+ als Smartphone-Navi verwenden. Fantastisch auch in Städten oder bei Radtouren. Die Karten bei OsmAnd+ lassen sich herunterladen und somit ist die Navigation offline möglich. Wir haben sie unter anderem in den Niederlanden und Belgien benutzt. Die Navigation ist zu dem wesentlich besser und warnt auch bei Geschwindigkeitsüberschreitungen und Hindernissen, wie diese Erhebungen zur Geschwindigkeitsreduzierung. Die App gibt es in einer kostenfreien (OsmAnd) und kostenpflichtigen Version (OsmAnd+).

Mobiles Internet Teil 2
Mobiles Internet Teil 3

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18 Kommentare zu “Mobiles Internet im Wohnmobil, Wohnwagen oder Boot (Teil 1)”

  1. tengelma

    Hi, Ihr Zwei,

    na, (wieder) gesund und munter?

    „Die Tagesflat für 1,99 €! Je nach Anbieter stehen dir 500 bis 1000 MB für den Tag zur Verfügung. “

    Im Ernst? Auf die Schnelle und über die Suche im Wiki hab ich nichts derartiges gefunden – wir zahlen 1,99 (oder ist es sogar mehr? Habs seit Monaten nicht benutzt) für 150 MB (Fonic).

    Sag mal bitte an, wo es diese Preise gibt.

    Vielen Dank und liebe Grüße

    der Tom

  2. Klaus

    Von Aldi Talk habe ich zwei Karten, eine für den 5 GB Volumentarif und eine für die Tagesflat bei Bedarf. Wenn ich damit einmal kein Netz haben sollte, muss ich auch nicht ins Netz 😉

    Trotz allem sind die Datentarife bei allen Anbietern unverschämt teuer 🙁

    Gruß, Klaus

  3. Mathias

    hi!

    Also von Prepaid Global kann man nur abraten, weil die Tarife dort einfach viel zu teuer sind. Wenn Du in einem Land zu den dortigen Providern gehst und dort eine Prepaid Sim kaufst liegst Du bei weiten günstiger. Beispiel Dänemark: Prepaid Global will für ein GB 35€. Ich nutze eine SIM von TDC, hab 10 GB für 15€ für 30 Tage. Ist das Volumen weg, einfach nachbuchen. Ein wenig im Netz im jeweiligen Land vorab schauen hilft.

    1. Andreas

      Das ist schon klar, das die Tarife teuerer sind, aber es gibt auch Menschen, die Probleme mit der Landessprache haben und sich nicht trauen dort etwas zu kaufen und zu aktivieren.

      Gruß
      Andreas

      1. Mathias

        Naja, mit einer Prepaid SIM im fremden Land ist das Risiko ja nun echt begrenzt. zudem sollte man ja auch zumindest die Angaben verstehen können. Die sind über all gleich. X GB, Preis für Minuten und Co.

        Und wer englisch kann kommt bei den meisten Telcos eh gut durch, da fast alle auch eine englische Sprachversion der Webseite haben.

        Einfach trauen 😉

        1. Andreas

          Warum fahren viele Wohnmobile einen halben deutschen Supermarkt durch die Gegend? 😉

          Ich habe den Absatz noch etwas deutlicher formuliert.

          1. Mathias

            Ist doch klar, dass die meisten WoMos mit nem Supermarkt zu verwechseln sind. Weils geht!

            Wir haben, wenn wir zum WoWa fahren auch immer das Auto voll. Warum auch nicht, wer will seine Zeit schon am Wochenende oder im Urlaub mit einkaufen vertüddeln 😉

            Passt!

          2. Andreas

            Weil wir zum Beispiel das Entdecken und Probieren neuer Lebensmittel in Ausland lieben:-) Das ist für uns ein Teil des Unterwegsseins.

            Gruß
            Andreas

  4. Garreld

    Sehr informativ, sehr hilfreich – auch die Stellplatztestreihe – bitte unbedingt fortsetzen, ich freue mich und bin dankbar für jeden Tipp!

    Alles Gute wünscht euch beiden

    Garreld,
    der noch vom Leben im Wohnmobil träumt.

    1. Andreas

      Danke und es geht demnächst weiter, aber bis Sonntag bis erst einmal chillen beim 41. Globetrotter-Treffen angesagt.

      Gruß
      Andreas

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