Remoulins und die Pont du Gard

Remoulins

Nach zwei Tagen mit den Hermans in Saintes-Marie-da-la-mer (Und diesmal außerhalb am Plage Quest, viel besser!) sind wir weiter gezogen und in Remoulins gelandet. Unser Ziel war eigentlich Le-Grau-du-Roi. Allerdings war unser Aufenthalt dort nur von sehr kurzer Dauer. Den dortigen Stellplatz kann man gelinde gesagt nur als Frechheit bezeichnen. 26 € für 24 Stunden ist Wucher und wer meint, das damit alles inklusive sei, sollte mal nach einem Pflaster suchen. Der hat sich nämlich ganz gewaltig in den Finger geschnitten. Wer hier eine Kassette entleert, das Grauwasser entsorgt und die Frischwassertanks füllt, wird noch einmal um 6 € erleichtert. Dafür bekommt man einen Stellplatz, der so eng ist, dass man befürchten muss, dass Wohnmobil über das Heckfenster verlassen zu müssen und das alles auch noch an einem großen Kreisverkehr.

Le-Grau-du-Roi

Überhaupt bekommt man den Eindruck, dass Wohnmobile in diesem Städtchen nicht erwünscht sind. Nicht einmal beim Super U war es möglich zu tanken oder einzukaufen, überall wird einem der Zugang mit den 1,90 Barrieren verwehrt. Nach 20 Minuten hieß es: Volle Kraft auf die Maschine und wir verließen den Platz, die Stadt und das Departement Richtung Nimes.

Remoulins

Remoulins

Der dortige Stellplatz ist kostenlos, liegt zwar auch an einer Straße, aber auch am Ufer des Gardon und nur wenige Fußminuten vom Zentrum entfernt. Entlang des Ufers des Gardon kann man im übrigen sehr schön laufen oder sich ein Kanu leihen und zum Pont du Gard paddeln.

Unsere erste Erkundungstour führte uns direkt zu einer kleinen Arena in der gerade ein Course camarguaise stattfand. Das muss man mal gesehen haben.

Remoulins

Bei dieser unblutigen Stierkampfart, versuchen die Sportler ein Band von den Hörnern des Stiers zu ziehen, eine äußerst kraftraubende Angelegenheit.

Course camarguaise

Einem der Stiere war die Absperrung völlig schnuppe, er sprang drüber und machte dem Stierkämpfer auch hinter der Absperrung nach.

Course camarguaise

Während die Stiere etwa alle 20 Minuten ausgetauscht wurden, sahen die Stierkämpfer nach 90 Minuten doch ziemlich fertig aus.

Pont du Gard

Pont du Gard

Von Remoulins sind es etwas über 2 km zur linken Seite des Pont du Gard. Mein erster und letzter Besuch ist über 30 Jahre her, seitdem hat sich viel verändert. Links und rechts der Brücke sind Parkplätze entstanden, mit Museum, Ausstellungen, Kino, Restaurants und Boutiquen. Während wir damals noch oben auf der Brücke herum liefen, ist dies heute nur noch nach vorheriger Anmeldung möglich. Der Parkplatz, bis zu fünf Personen und alle Angebote kosten zusammen 18 €.

Pont du Gard

Vor 30 Jahren hatte das einfach mehr von Abenteuer. Kein Geländer, keine Sicherheitsvorkehrungen, jeder war für sich selber verantwortlich. Jetzt ist es ein voll durchorganisiertes Weltkulturerbe mit Elektroautos und Security.

Geburt einer Libelle

Libelle

Während ich Bilder von der Brücke machte, sah Claudia zwei Krabbelviecher aus dem Wasser kommen. Es waren Libellenlarven, die wir beim schlüpfen gestalkt haben.

Libelle

Libelle

Libelle

Libelle

Ach ja, und da war dann noch dieser Frosch

Frosch

Die Temperaturen hier im Landesinneren haben die 30 °C erreicht und wir sind nun im Besitz eines neuen Kühlschranks, gekauft beim Darty in Avignon, dazu aber später mehr.

Aber dann war da noch die Sensation des Tages, ein freundlicher und lachender Gendarm.

Gendamerie

Auf der Suche nach unserem nächsten Ziel hielten wir kurz auf einem Parkplatz, als hinter uns drei Motorradstreifen der Gendarmerie hielten und einen LKW im Schlepptau hatten. Als einer der Polizisten an unserem Womo (Man kann ja mal gucken) vorbei lief, fragten wir ihn, ob wir noch etwas nach vorne fahren sollten. Wir bekamen eine freundliche Antwort mit einem breiten Lachen. Wow, wir hatten das die Tage gerade wieder anders erlebt.

14 Kommentare zu “Remoulins und die Pont du Gard”

    1. Andreas

      Ja, ist erlaubt, es gibt sogar einen Badestrand mit Liegen. Es gibt allerdings eine Einschränkung, man muss 30 m Abstand zur Brücke halten.

      Gruß
      Andreas

    1. Andreas

      Verrückt trifft es, das haben die Anderen bestimmt auch gedacht. Warum liegt der Typ da auf dem Felsen und fotografiert Stein 😀

      Liebe Grüße, ihr Irren 😉

  1. Astrid

    Wieder ein super Bericht, herzlichen Dank dafür.
    Vor allen Dingen, dass überteuerte Plätze so an das „schwarze Brett“ gehören,
    dass keiner mehr dort hält! Preis und Leistung sollten irgendwie noch zusammen passen.

    Spitze, bleibt gesund und habt
    viele gute Begegnungen
    wünscht Euch Astrid

  2. Jasmina

    Danke für den tollen Beitrag!
    Besonders wichtig und richtig toll finde ich die unblutigen Stierkämpfe.
    Hab ich nicht gewusst, dass es sowas auch gibt. Wieder was gelernt 😉

    1. Andreas

      Hallo Jasmina,

      es gibt sogar noch eine unblutige Variante, den Course Landaise, die ist mehr artistisch. Dort versuchen die Stierkämpfer zum einen so spät und so elegant wie möglich dem Stier auszuweichen oder ihn mit einem Salto zu überspringen.

      Gruß
      Andreas

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