Claudia

Sonntagsgedanken

Sonntagsgedanken

Heute schossen mir mal wieder jede Menge Gedanken durch den Kopf und da Sonntag ist, nenne ich sie jetzt einfach mal Sonntagsgedanken

Wir stehen mal wieder an unserem Plätzchen bei Iffezheim und kaum kommt die Sonne ein bisschen zum Vorschein, erscheint ein Spaziergänger nach dem Anderen. Ist die Sonne weg oder es fängt wieder an zu schneien oder ggfs. zu hageln kommt alles wieder zum Auto zurück und weg sind sie. Viele Autofahrer brausen direkt an uns vorbei und wir grübeln dann – wo fahren die eigentlich hin? Eigentlich ist dies eine Sackgasse, es geht da hinten für Autos nicht weiter. Aber was machen die da? Jeder von uns kennt den „einen Nachbar/in“, der/die immer am Fenster steht und alles beobachtet. Den/Die gibt es immer! Überall! Ich denke noch an unsere letzte Mietwohnung. Da war es der freundliche, alte Herr aus der Parterre-Wohnung, der Alles und Jeden gesehen hat….

  • Guten Tag – Na, wie gehts?
  • Wohin?
  • Heute sind sie aber viel unterwegs?
  • Neee die Kinder waren nicht soooo laut
  • Gehen Sie jetzt meine Rente verdienen?

Und sag jetzt nicht, du hättest noch keinen von den Sprüchen je zu hören bekommen!

So, lange Rede, kurzer Sinn, ich wollte das auch mal ausprobieren. Ich habe mich mit Zettel und Stift bewaffnet, am Fenster sitze ich ja eh schon. Ich habe mir die Uhrzeit und Farbe des Fahrzeuges aufgeschrieben, das mal wieder auf dem Weg „nach hinten“ war. Nach 5 Minuten war das aber so langweilig, daß ich beschlossen habe, eine Strichliste müsste doch auch reichen. Nach weiteren 5 Minuten musste ich aufs Klo. Nach 30 Minuten schaue ich auf meinen Zettel – häh? 3 Autos hin und 4 zurück? Wie geht das?
Fazit: Ich bin für so einen Blödsinn nicht geeignet. Ist mir doch wurscht was die da treiben!

ABER, während ich so auf den großen Platz vor mir starre, kommt der nächste „Sonntagsgedanke“ und ich frage mich mal wieder:

  • Wer hat den ganzen Müll hier hinterlassen?
  • Warum kann man verbrauchte Taschentücher nicht wieder einstecken?

und vor allem:

  • Wer macht das alles wieder weg?
  • Wer bezahlt die Müllgebühren?

Überhaupt, dass ist im Moment meine Lieblingsfrage: Wer bezahlt eigentlich den Müll?
Da hat doch so ein armer Wurm mal in einer Facebook-Gruppe gefragt, was er mit seinem Müll im Wohnmobil machen soll. Ich sage deshalb armer Wurm, weil diese „Freizeit-Camper“ dermaßen ausgetickt sind, dass kann und darf man sich eigentlich nicht vorstellen. Ich finde dieses Thema sehr wohl absolut interessant. Natürlich wäre Verpackungsfreier-Einkauf die beste Lösung, ist aber im Moment nicht ganz realisierbar. Ich kann im Wohnmobil natürlich den Müll nach Glas, Plastik, Pappe und Hausmüll sortieren – die Lagerung sieht aber schon wieder ganz anders aus. Viele schreiben, dass der Bio-Müll (z.B. Kaffeefilter incl. Kaffeesatz) in die Natur gegeben werden kann. Ehm, wir stehen jetzt 2 Tage hier, wir trinken ca. 8-10 Tassen Kaffee am Tag. Das wären also 4-5 Kaffeefilter, wir haben Kartoffel.- Zwiebel.- und Eierschalen. Wie hoch soll der Berg neben unserem Womo werden? OK, ich kann in den Wald gehen und es verbuddeln. Was sagt der Förster dazu? Ich kann auch jeden Tag kleine Tütchen machen und es irgendwo entsorgen. Und genau das ist eben der „Sonntagsgedanke“:

Ich gehe jetzt da raus und sammle eine riesen Tüte voll Müll – Wo lasse ich die dann? Wer bezahlt die Müllkosten auf/für Rastätten? Das die Supermärkte den Müll auf ihren Parkplätzen bzw. in deren Tonnen selbst bezahlen, weiß ich aus Erfahrung. Für den Rest sind dann immer die Gemeinden zuständig? Wenn ich mal wieder im Wald war:
Müll

und sowas finden „muss“ – Wem übergebe ich den Müll? Ich will weder jedes mal zum Bauhof/Werkstoffhof fahren, noch einen Hype drüber machen. Da wir, wenn wir mal ehrlich sind, offiziell auch keine Müllgebühren zahlen (da ohne festen Wohnsitz), wem soll ich das zumuten?

Irgendjemand Tipps oder Anregungen für mich? Vielleicht findet sich auch ein „Beamter aus Leidenschaft“ irgendwo. Mit „aus Leidenschaft“ meine ich jemanden, der mir das gerne in seiner Freizeit erklärt oder eben seine Freizeit opfert um das zu klären 🙂

So, ich geh jetzt Kaffee kochen


8 Kommentare zu “Sonntagsgedanken”

  1. Sigi

    ich hab mir da auch schon gedanken drüber gemacht, da ich seit mehr als 30 jahren recycle und es absolut doof finde, dass das nicht überall so wie in heidelberg gemacht wird ( wobei ich inzwischen schon gehört habe, dass vom heidelberger recycling nur die kommune profitiert, die getrennten mülll billiger an die müllverbrennungsanlage in mannheim verkauft).
    aber im womo werden wir keine 5-6 verschiedenen eimer haben, da kommt alles in einen sack, und dann? öffentliche abfallbehälter auf dem wanderparkplatz? wöchentliche anfahrt aufm recyclinghof?
    nachts in die städtischen abfallbehälter verteilen?
    campingplatz ist ja einfach, aber sonst?
    gute nacht und liebe grüße von sigi

  2. Klaus Böcker

    ein heißes Thema.
    Daß Mülltrennen von Hand wenig effektiv ist ist schon lange eine Tatsache und, daß es schon lange möglich ist dies wesentlich effektiver automatisiert durch zu führen, ebenso.
    http://www.swr.de/odysso/-/id=1046894/vv=teaser-12/nid=1046894/did=10767272/12uz575/index.html
    http://www.goethe.de/ins/gb/lp/prj/mtg/typ/mul/de4852792.htm

    Ok, daheim trennen wir auch, halbherzig zwar aber wir machen mit. Ansonsten, alles in einen Sack und fort damit in den nächsten Sammelcontainer. Zumal im Ausland, wo es solche Auswüchse der “ Müllkultur“ erst gar nicht oder nur rudimentär gibt.
    Gruß Klaus

    1. Sigi

      hoi klaus,
      sinn und unsinn des recyclings mal beiseite gelassen: WO kann ich (legal) den müll aus dem womo hinbringen, wenn ich darin lebe und keinen festen wohnsitz mehr habe???

  3. Joker

    Wie wäre es mit den Mülltonnen an Raststätten/Rastplätzen?
    Die sind ja für die Straßenbenutzer da, und um da hin zu kommen, hat man ja ne Straße benutzt…
    Schwieriges Thema, jau…
    Gruß,
    Frank

  4. Klaus Böcker

    Sigi, ist schon schwierig das Zeug los zu werden. Zumal es kaum noch Muelleimer auf Parkplätzen gibt. Den gelben Sack einfach an die Kreuzung stellen geht auch nicht.

  5. Olli

    In Spanien ist es recht einfach. Da stehen Überall grosse Mülleimer rum die Täglich geleert werden und wenn man fragt ob man sein Müll da entsorgen darf lachen die und fragen wo ich den denn sonst entsorgen möchte.

    In Deutschland habe ich den Müll entweder in die Tonnen auf Stellplätzen ( ja, die Öffnungen sind teilweise recht klein aber man hat ja aus dem Campingbedarf dafür nen Schlüssel ) entsorgt.

    Wenn wir keine Möglichkeit hatten hab ich den Müll in ner Ikea-Tüte auf dem Heckträger gesammelt und auf Märkten oder bei Freunden entsorgt.
    Olli

  6. henning

    Hallo,

    wenn ich mal keinen öffentlichen Mülleimer finde, kommt das Zeug in einen Malereimer mit Deckel und steht in der Garage rum. Ansonsten gerne beim Supermarkt (da kommen die ganzen Verpackungen schließlich auch her), auf Stellplätzen, Campingplätzen oder Rastplätzen an der Straße.
    Recyclinghof geht doch nur, wenn man in dem Ort auch wohnt,oder? So war es zumindest an meinem letzten Wohnort Unterschleißheim. Die haben Kennzeichen und Ausweis kontrolliert. Und über 3,5t durfte das Auto auch nicht wiegen.
    Diese Facebook-Gruppen sind schon ganz speziell, dort würde ich nicht mal nach der Uhrzeit fragen…

    Gruß
    Henning

  7. Marcus BULLIZEI

    Hallo!

    Mal ne ganz bekloppte Idee: da „wir“ ja mittlerweile Müll aus halb Europa dazu kaufen, um unsere Müllverbrennungsanlagen auslasten zu können, vielleicht einfach sammeln und die Säcke an die nächste Müllverbrennung verkaufen? Oder zumindest dort kostenlos abgeben? 🙂

    BULLIZEIliche Grüße

    Marcus

    http://bullizei.de.tf

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