Andreas

Wohnmobilstellplatz Marburg – Ich habe gar kein Pferd

Wohnmobilstellplatz Marburg

Nach dem Burg Herzberg Festival hat es uns auf den Wohnmobilstellplatz Marburg verschlagen. Nach fünf Tagen Essen, Party und Konzerten stand ein Kundentermin an. Natürlich hatten wir auf der Fahrt nach Marburg wieder das große Los gezogen und sind prompt in die nächste allgemeine Verkehrskontrolle geraten. Diesmal leuchtete man mir in die Augen und diagnostizierte Drogenkonsum, weil meine Augen glasig und gerötet waren.

„Ihre Augen gefallen mir nicht“!

Welch Wunder bei 39 °C Fieber. Das ich fast keine Stimme hatte und mir die Seele aus dem Leib hustete, änderte nichts an der Diagnose des Beamten. Ich wurde vor die Wahl gestellt, entweder in einen Becher pinkeln oder mit auf die Wache kommen. Aufgrund des Termins entschied ich mich für den Becher. Zumindest konnte ich durchsetzen, dass ich den Becher im Wohnmobil füllen durfte, dass die Polizistin dabei aber ebenfalls zuschaute, empfand ich schon irgendwie sehr befremdlich.

Der Test ist negativ. Hiermit ist die allgemeine Verkehrskontrolle beendet. Eine gute Fahrt.Der Polizeibeamte
Nachdem wir die Kontrolle erfolgreich hinter uns gebracht hatten und hoch offiziell entlassen wurden, ging es weiter nach Marburg.

Schon bei der Ankunft die erste Überraschung, Boxen mit verengter Einfahrt. Erinnerte mich spontan an Bonanza und ich verspürte das dringende Bedürfnis unser Wohnmobil mit einem Seil ans Gatter zu binden und ihm Heu zu bringen.

Wohnmobilstellplatz Marburg

Wohnmobilstellplatz Marburg

Erster Aufgabenpunkt war die Entsorgung der Kassetten. Eine Aufgabe mit Hindernissen, denn an der ersten Säule stand, dass die zweite Säule 25 m weiter zu benutzen sei, aber die war mit einer blauen Plastiktüte überzogen und defekt. Wenigstens konnte die Klappe zur Entsorgung geöffnet werden, aber Spülwasser gab es keines. Mittlerweile ist die Säule repariert, aber es gibt trotzdem kein Spülwasser.
Der zweite Aufgabenpunkt, die Entsorgung des Grauwassers, dies ist eigentlich schier unmöglich, außer man verfügt über eine etwa 6 m lange Schlauchverlängerung. Bei dieser Länge mussten wir passen.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Architekt dieses Stellplatzes mit Wohnmobilen vorher nicht soviel zu tun hatte.

Wohnmobilstellplatz Marburg

Da das Wetter uns passend zur laufenden Nase mit Regen erfreute, wollten wir unseren Batterien etwas Landstrom gönnen und uns erwartete die nächste Überraschung. Es gibt dort keinen Strom, sondern nur pures Gold. 1 € für 4 Stunden Strom, das sind sind 6 € am Tag. Dies ist für uns gelinde gesagt Abzocke und unser Stromkabel blieb in der Heckgarage.

Wohnmobilstellplatz Marburg

Wenigstens können sechs Wohnmobile gleichzeitig Wasser holen.

Die Gebühr für den Wohnmobilstellplatz Marburg beträgt 10 €, auch ein etwas zu hoch angesetzter Preis für die Lage. Es ist sehr laut durch die angrenzende Bundestrasse und Bahnlinie. Einziger Vorteil ist der kurze Weg in die Altstadt. 24 Stunden mit Strom und Wasser machen dann 17 €, herzlich willkommen in Marburg.

Und irgendwie passend zu der ganzen Geschichte war dann auch der Rest. Internet ohne LTE, DAB-Radio gibt es nicht und DVB-T mit extrem beschränkter Auswahl und Klötzchen. Da waren wir selbst auf dem Festival mehr verwöhnt worden. Letztes Jahr brach das Netz ja irgendwann zusammen, aber dieses Jahr hatten wir ohne Probleme die ganze Zeit LTE.

Eine Empfehlung gibt es für diesen Stellplatz von uns nicht, auch bei Promobil erreicht dieser Platz gerade mal 1.7 Sterne.

Marburg

Aber wie ist eigentlich Marburg? Ich glaube recht schön, aber wegen Dauerregens und grippalem Infekt war außer einem kurzen Rundgang durch die Altstadt nicht mehr möglich.

8 Kommentare zu “Wohnmobilstellplatz Marburg – Ich habe gar kein Pferd”

  1. Uwe

    Solche ehrliche Berichte über Stellplätze sollte es mehr geben. Denn wie wir alle schon mitbekommen haben ist die Realität oft wie ein Hammerschlag.
    Vielen Dank dafür und logisch Gute Besserung

  2. Buspenner Petsi

    „Boxen mit verengter Einfahrt. Erinnerte mich spontan an Bonanza und ich verspürte das dringende Bedürfnis unser Wohnmobil mit einem Seil ans Gatter zu binden und ihm Heu zu bringen.“

    Hättest Du es doch nur gemacht, das wäre der Oberbrüller gewesen. Gut, das hätte zum nächsten Drogentest geführt,… 😉

    Gute Besserung!

  3. Kleck

    Ich sage es ja: Diese Kontrollen sind entwürdigend. Ich hätte die Wache (unter Protest) vorgezogen.
    Du musst dir auch nicht in die Augen leuchten lassen.
    Und ich lasse mir doch nicht von einer (fremden) Frau beim Wasserlassen zusehen….ja, wo sammer denn?
    Hattest du deine Erkältung und das Fieber dem Beamten ggü. erwähnt?
    Der Mensch, so er denn einer war, hätte sich geschämt mit dir auf der Wache aufzutauchen.
    Ich bin weder gegen die Polizei noch gegen Kontrollen. Aber die Leute sollen sich gefälligst benehmen.
    Das wird von mir auch verlangt. Manche Massnahmen sind einfach nicht gerechtfertigt und überzogen.

    Wehret den Anfängen….

    1. Andreas

      Du hast so recht, aber ich hatte die Wahl zwischen schnell über die Bühne bringen oder einen neuen Kunden sitzen lassen.
      Dazu kam noch, dass ich einfach nur meine Ruhe haben wollte, weil es mir an dem Morgen überhaupt nicht gut ging.
      Dem Polizisten hatte ich gesagt, dass ich krank sei, was auch nicht zu überhören war.

      Aber sie sind ja auch am Freitag auch gut zwanzig Minuten über der Campingarea des Festivals gekreist und haben Aufnahmen gemacht.

      Gruß
      Andreas

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