Alles wird gut
14qm Lifestyle

Alles wird gut?

von Andreas

Alles wird gut, haben sie uns alle immer wieder gesagt. Wird es das wirklich und wann ist eigentlich alles wieder gut?

Nach den momentanen Prognosen wird eben nicht alles wieder gut, zumindest nie wieder so gut wie früher.
Claudia wird ihre Schulter nie wieder so bewegen können wie vor dem Unfall und die Genesung umfasst drei schlichte Ziele: Essen, Kämmen und Arsch abwischen. Das ist die klare Ansage unseres Orthopäden und Chirurgen.

Von einer Genesung sind wir zwei Monate nach dem Unfall Lichtjahre entfernt und laut Arzt liegt die Genesung auch irgendwo im fernen Jahr 2020. Aufgrund eines weiteren kaputten Muskels im hinteren Bereich der Schulter kann Claudia den Arm im Moment auch nicht heben. Faktisch liegt die Beweglichkeit des Armes im Moment irgendwo bei 10%.

Beim letzten Besprechungstermin mit Röntgenkontrolle vor wenigen Tagen hat der Arzt uns die Wahrheit recht schonungslos um die Ohren gehauen. Das hat Claudia erst einmal den Tag richtig versaut, aber dann ihren Kampfgeist wieder geweckt, der im Moment all zu oft zwischen den Schmerzen und der Verzweiflung über nicht mögliche Bewegungen zerrieben wird.

Seine klaren Worte zur Schwere der Verletzung lassen keinen Zweifel daran, dass wir über jeden weiteren Fortschritt jenseits der drei goldenen Tätigkeiten glücklich sein müssen und wir diese Fortschritte einfach feiern sollten.

Es wird also noch lange dauern, bis wir endgültig wissen wie viel Einschränkungen im Endeffekt bleiben werden.

Claudia darf weiterhin die Schulter nicht nach außen rotieren und auch nicht mit mehr als 2 Kilo belasten. Noch immer besteht die Gefahr, dass die ganze Konstruktion mit der Platte und den zwölf Schrauben in der Schulter auseinander fällt wie ein Kartenhaus. Fahrrad fahren fällt somit auch noch flach.

Den Kletterpark im September können wir aus dem Kalender streichen und vielleicht wird es auch nie wieder einen Kletterpark geben. Und wenn dem so ist, können wir es nicht ändern, aber vielleicht wird Claudia auch der einarmige Held des Kletterparks.

Alles wird gut sein, wenn wir wieder zusammen auf unseren Rädern sitzen können.
Alles wird gut sein, wenn wir irgendwann wieder zusammen durch einen französischen Supermarkt schlendern können, denn es wird im Moment keine größere Fahrt geben. Wir müssen mehrmals in der Woche zur Physiotherapie und auf die kann im Moment nicht verzichtet werden.

Alles ist gut, denn Claudia ist zurück im Alkoven, das geht auch mit nur einem Arm.

Aber manchmal ist dann doch alles Scheiße, aber Claudia darf das sagen und dann bin ich da, mit dem Malkasten und den bunten Farben, aber manchmal auch mit einem Arschtritt.

Alles wird gut … Vielleicht

24 Kommentare zu “Alles wird gut?”

  1. Norbert

    Hallo Andreas und Claudia,

    ich kann Euch sehr gut verstehen, da ich seit 2 Jahren die gleiche Problematik habe. Alle ärztlichen Maßnahmen (es gab kaum welche) brachten nichts. Der Körper muss sich da leider selbst wieder in Ordnung bringen, was lange dauern kann aber möglich ist.

    Konnte meinen Arm lange Zeit auch nicht mehr als 10 Grad heben, nicht nach hinten greifen, etc. pp, da bei der OP eine wichtige Sehne durchtrennt wurde.

    Diese können aber mit der Zeit wieder zusammenwachsen und finden ihren Weg. Ich habe die ständigen Entzündungen als auch das Stop des Wachstums der zusammengeschraubten Knochen erst wieder in den Griff bekommen, als ich meine Ernährung radikal geändert habe.

    Ich will jetzt nicht esoterisch klingen, aber Ernährung ist die beste Medizin, die es gibt. Vergiss die Kortison-Spritzen oder irgendwelche Tabletten. Das schädigt nur noch mehr.

    Seit ca. 1 Jahr verzichte ich komplett auf Kohlenhydrate und Zucker (ketogene Ernährung) und das Knochenwachstum hat dann erst wieder eingesetzt (als auch das Wachstum der zerstörten Sehnen).

    Bei Rückfragen kannst Du mich gerne jederzeit anmailen.

    Diese infos kann ich dir nach einer super langen und zermürbenden Ärzte-Odyssee an die Hand geben.

    Beste Grüße und viel Erfolg

    Norbert

    1. Andreas

      Hallo Nobert,

      vielen Dank.

      Ähnliche Worte benutze der Arzt auch. Wir heilen nicht, das macht der Körper und die OP hat nur die Voraussetzung geliefert.

      Gruß
      Andreas

  2. Günter Friedrich Büsing

    Gute Besserung und vollständige Genesung wünschen Roswitha & Günter
    PS. Da bin ich mit meiner Magenschleimhautentzündung und 6,5 kg Gewichtsverlust ja noch gut dran!

  3. Ulrich Faust

    Plötzlich ist das Leben nicht mehr so leicht wie es bislang war. Dinge die gestern überhaupt nicht thematisiert wurden, wer spricht schon darüber ob er sich den A…. abwischen kann oder nicht, werden zum Thema. Da verrücken Koordinaten ganz heftig. Wünsche Claudia von Herzen Durchhaltevermögen und die Motivation dran zu bleiben. Never give up, lass dich nicht unterkriegen von den äußeren unangenehmen Umständen. Wenn ihr mal ein paar Tage Usedom machen wollt unter „fachlicher Aufsicht“, wir sind gerne für euch da. Ärztliche Versorgung, physiotherapeutische Versorgung, kann man alles einstielen. Gerne können wir euch auch mit eurem Womo unterbringen. Sagt nur an, wenn sowas euer Plan und Wunsch ist. Oder wenn ihr über Pfingsten in unserem Haus wohnen wollt während wir weg sind, gerne.

    1. Andreas

      Hallo Ulrich,

      vielen Dank für das tolle Angebot, wir behalten es im Hinterkopf, wenn wir mal Veränderung brauchen, weil uns die Decke auf den Kopf fällt.

      Gruß
      Andreas

  4. Christian Magnus

    Hey du arme, natürlich wird alles gut! Sei mal nicht so ungeduldig 😉
    Bei mir waren es insgesamt knapp 2 Jahre Reha und nach 4-5 Jahren war dann alles auch im Alltag wieder gut, beim Unfall war ich aber gerade bissl über 20 Jahre alt… Bis das jetzt, wenn man so wie Du, so eben knapp das 25. Lebensjahr überschritten hat, wieder gut ist, dauert es halt ein, zwei Tage länger. 😉
    Wird schon. Locker bleiben, Arsch weiterhin mit der anderen Hand abwischen und statt Kletterpark bringen wir im September an die Mosel dann ein lecker Rotweinchen aus good old france mit. Spätestens dann ist alles wieder gut 😉

    Liebe Grüße
    Theresa und Christian

    1. Andreas

      Hallo ihr Zwei,

      knapp 25, das geht ihr runter wie Öl. Ich glaub jetzt gibt es bei ihr eine Spontanheilung.

      Wir freuen uns auf den Wein.

      Gruß
      Andreas

  5. Gesa

    Hallo ihr Zwei,

    wir sind ja nun nicht befreundet – ich verfolge nur euren Blog. Trotzdem konnte ich, nachdem ich den Text mehrfach gelesen habe, nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen und nehme mir die Freiheit zu einem Kommentar heraus.
    Danke für den angedeuteten Seelenstriptease. Ich lese aus dieser Statusmeldung schon eine gute Menge an Frust, etwas Hilflosigkeit, etwas Verzweiflung, Trauer um die Situation vor diesem kleinen Moment des Unfalls, der aktuell so viel verändert hat und deutlich den leicht wütenden Wunsch, dass es doch bitte wieder ‚gut werden‘ soll.

    Respekt für den Arzt, der Klartext mit euch geredet hat. Auch, wenn man ordentlich schlucken muss – Klarheit ist einfach besser.

    Es tut mir leid, dass es euch grad so beutelt und wünsche euch von Herzen ganz viel Kraft und Energie um voranzugehen – auch wenn es kleine Schritte sind. Was auch immer ‚Alles wird gut‘ oder ‚Alles ist gut‘ heute, morgen oder in einem Jahr bedeuten wird – ich drücke euch die Daumen, dass es immer wieder mindestens ein ‚besser als gestern‘ geben wird.
    Wenn ich noch einen ‚blöden‘ Spruch mitgeben darf…:
    „Am Ende wird alles gut – und wenn noch nicht alles gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!“
    Also… ganz viele gute Wünsche für euch!

    1. Andreas

      Hallo Gesa,

      vielen Dank und ja, du hast den Text schon richtig interpretiert. Aber neben dem Frust gibt es dann auch die Erfolgsmomente oder der Zuspruch hier und auf Facebook.

      Wir sind auch für die klaren Worte des Arztes dankbar. Falsche Hoffnungen sind Mist und wenn doch alles viel besser wird, dann freuen wir uns.

      Gruß
      Andreas

  6. Womoholzwurm

    Hey, wie ihr den Unfall angeht finde ich sehr Positiv bitte weiter so,denn daß ist mindestens 80% der Medizin. Gute Besserung und viel Glück, kann man immer Gebrauchen.
    LG Conny&Klaus mit FFB 660 Classic

    Wir lesen alles von Euch, sehr interessant, also es muß weiter gehen wir drücken Euch
    die Daumen

  7. Alex und Ariane

    Hallo Ihr Beiden,

    Dran bleiben ist die Devise die kommenden Monate. Aufgeben gibt‘s net und verloren ist erstmal gar nix. #thinkpositive

    Mich hat am 3. Januar ein Vollidiot im Skiurlaub umgefahren. Neben etlicher Blessuren ist mein körperliches Upgrade eine Titanplatte im Handgelenk, denn dieses ist (Elle und Speiche) zertrümmert. Nun gut, die Krankengymnastik läuft, aber auch ich bin meilenweit von Vollbeweglichkeit entfernt. Liegestütze? Kann die Hand nicht abknicken. Fahrradfahrern? Kann den Arm und das Gelenk nicht drehen am Rennradlenker. Nach nun neun Wochen probiere ich langsam, mal eine Milchflasche zu tragen, oder etwas anzuheben, denn auch die Unterarm- und Handmuskulatur ist nahezu komplett verschwunden.

    Mir sagten meine Ärzte direkt schonungslos, dass jede Woche Ruhigstellung eines Gelenkes am Körper ca. ein bis zwei Monate Arbeit an der Wiederherstellung bedeutet. Auch verspricht mir niemand, dass ich jemals wieder ein Tablett tragen können werde – ich kann die Linke Hand nicht mehr nach oben drehen…. Klettern? Radeln? Wir werden sehen.

    Meine Krankengymnastin gibt nicht auf, und feuert mich an. So eine Person ist Gold wert. Wenn Ihr da einen Tip wollt, meldet Euch gerne – auch wenn die in Hessen sitzt. Sie hat aber fast jeden Morgen Zeit für mich. Von einem Freund bekam ich den Tip, die Macht der Ergotherapie nicht zu Unterschätzen. Das half ihm bei etwas ähnlichem.

    Claudia, Deine Wochen werden mit Arbeit verbunden sein. Sie werden Dir Biss und Willen abverlangen, aber aussichtslos ist nichts. Glaube an Dich und Deinen Körper. Benutze Ihn so gut und so weit es geht – das hilft. Andreas, Du bist der Motivator und auch ein kleiner Antreiber mit Liebe und Rücksicht im Hinterkopf.

    Sind bei Euch in Gedanken und drücken ganz fest die Daumen – auch meinen links…..

    Ganz liebe Grüße aus dem Hochtaunus.

    Alex und Ariane

    1. Andreas

      Hallo ihr Zwei,

      das hört sich ja genauso beschissen an.

      Gott sei Dank haben wir eine gute KG gefunden und Claudia gibt auch keine Ruhe.

      Von uns ebenfalls gute Besserung. Und du du weißt ja: Wir sind die Harten 🙂

      Gruß
      Andreas

  8. Ina

    Hallo ihr zwei
    diese Geschichte verfolge ich auch. Habe ja dasselbe an der linken Schulter. Aber die scheint sich zu erinnern wie sie zu tun hat und ich kann auch schon einiges. Mit Globuli wurde ich parallel behandelt. Wenn ihr Bilder oder Infos wollte, bitte mailen

    Lg Ina

  9. Jörg

    Hallo ihr zwei, ich verfolge euren Blog schon seit langem.
    Bei mir ist der rechte Arm seit einem Unfall komplett gelähmt und ich würde sagen ich bekomme
    so gut wie alles gebacken, also Kopf hoch.
    Wünsche weiterhin gute Besserung!
    „Es gibt viele Wege zum Glück. Einer davon ist aufhören zu jammern.“

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