Bessere Lebensmittel
Food

Bessere Lebensmittel – Lasst uns die Welt besser machen

von Andreas

Wir brauchen bessere Lebensmittel. Wir brauchen Menschen, die ihre ganze Leidenschaft in bessere Produkte stecken und dabei die Natur schonen. Lasst uns diese Menschen unterstützen. Was wir nicht brauchen, sind Konzerne, deren Streben nach Gewinn über dem Wohl der Menschen liegt, die sie ernähren wollen.

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner (CDU) steht ihren Vorgängern in nichts nach. Sie ist in Sachen Verbraucher- und Landschaftsschutz ein Totalausfall. Ihre Politik entbehrt nicht einer gewissen Comic. Sie kuschelt mit den viel zu mächtigen Lebensmittelkonzernen, verweigert sich Fragen kritischer Journalist*innen und zieht lieber entschlossen in den Kampf gegen den Kinderteller. Ich glaube die Chefetagen der vier größten Konzerne, die 70% des Marktes beherrschen dürften mehr als zufrieden sein.

Es bleibt nur eines, wir müssen für bessere Lebensmittel selber tätig werden, weil wir Verbraucher die Macht haben und der Politik schlicht der Wille und die Visionen fehlen. Wir dürfen eine Gefahr nie vergessen, diese Großkonzerne, und zwar die Agrar-, Lebensmittel- und Handelskonzerne, haben nicht einfach nur Einfluss auf unsere Lebensmittel. Ihr Einfluss auf den Zustand unseres Wassers, unserer Natur, unserer Umwelt und Arbeitswelt ist zu groß, gefährlich groß.

Der Wahnsinn der Handelsketten
In Deutschland müssen Bauern Tausende von Tonnen Bio-Kartoffeln vernichten, weil die Handelsketten die Ware nicht abnehmen. Zu kaufen gibt es Bio-Kartoffeln aus der Wüste in Ägypten, für die 30 mal soviel Wasser verbraucht wird. Diese Ware ist halt billiger im Einkauf. Ist das noch Bio? Laut EU-Richtlinie ja, weil der Ressourcenverbrauch keine Rolle spielt.

Ich sage es bewusst überspitzt und drastisch. Wir haben keinen Bock mehr von den Konzernen verarscht und mit Dreck abgespeist zu werden, damit deren Gewinne sprudeln und die Aktionäre zufrieden sind. Wer sich mit diesem Thema beschäftigt, findet im Netz unzählige Beispiele (hier mal ein Beitrag) zu „verbesserten Rezepturen“. Diese angeblichen Verbesserungen dienen aber fast nie dem Geschmack oder der Qualität, sondern dienen nur der Gewinnmarge. Die Gewinne werden mit schlechteren und billigeren Zutaten und Füllstoffen maximiert. Es geht weiter mit zusammengeklebten oder mit Wasser aufgespritzten Fleisch und das ist nur ein Teil der Dinge, die möglich sind. So viel zur Politik Klöckners der freiwilligen Selbstverpflichtung der Konzerne zu gesünderen Produkten.

Wir haben auch keinen Bock darauf, dass viele Millionen Tonnen an Lebensmittel vernichtet werden, weil sie den absurden Vorgaben der Handelsketten in Bezug auf Form oder Aussehen nicht entsprechen. Die Unmengen von Ressourcen, die dieser Irrsinn verschwendet, dürfen wir nicht mehr tolerieren.

Lesetipp
Wer mehr über die Machtstrukturen der Konzerne und die Folgen für uns alle wissen möchte, kann bei der Heinrich Böll Stiftung den Konzernatlas herunterladen und lesen.

Wir müssen uns über eines immer klar sein, all die Botschaften der Werbung und Bilder auf den Verpackungen sind einfach nur Schmarrn aus der Marketing-Hölle der Handelsketten und Lebensmittelkonzerne.

Kauf weniger, aber besser

Wir brauchen noch nicht einmal viel mehr Geld ausgeben. Im Schnitt wirft jeder Bundesbürger Lebensmittel für etwa 20 € weg, im Monat! Wenn wir alle weniger, aber dafür etwas besser einkaufen, ist ein Engagement ohne großen finanziellen Mehraufwand möglich.

Das Internet kann so viel mehr wie Hassposts bei Facebook oder Katzenvideos. Nutzen wir das Internet doch sinnvoll und unterstützen Visionäre und Menschen, die die Welt einfach besser behandeln. Wir haben ein wenig gewühlt und interessante Dinge gefunden.

Bessere Lebensmittel findest du hier

Jeder Einkauf von Lebensmittel, der nicht in einem Supermarkt stattfindet ist wichtig. Jede selbst gekochte Mahlzeit ist wichtig. Und leider ist dies nicht immer bequem.

Fleisch

Wir machen es schon lange, wir essen viel weniger Fleisch. Und wer eine Kühltruhe sein eigen nennt, der kann Gutes tun, indem er sein Fleisch nicht beim Discounter kauft.
Kauf ne Kuh.de, Kauf ein Schwein.de und Kauf ein Huhn.de sind gute Möglichkeiten gutes Fleisch zu kaufen, wahlweise auch in Bioqualität. Nur Bio gibt es bei Mein Biorind.de.

Gemüse

Gemüse aus biologischem Anbau, das normalerweise auf dem Müll landen würde, weil es krumm ist bekommst du deutschlandweit bei etepete.

Bei Ökokiste.de kannst du dir eine Gemüsekiste von einem regionalen Erzeuger schicken lassen.

Die grüne Kiste liefert in Teilen Hamburgs und Umgebung und rund um Lübeck.

Hofläden finden

Bei heimische Hofläden findest du Läden in deiner Region.

Solidarische Landwirtsschaft

Das geht in etwa so. Du bist Teil einer Gemeinschaft, zahlst einen monatlichen Beitrag und der oder die Bauern arbeiten für deine Gemeinschaft. Auf der Seite Solidarische Landwirtschaft – Sich die Ernte teilen kannst du die Gemeinschaft in deiner Nähe finden. Hier sind einige Bauspiele.

Imker

Wir brauchen die Imker mehr denn je, deshalb versucht euren Honig regional zu kaufen. Die passenden Adressen findest du bei nearBees oder bei Heimathonig.de

Lebenmittel retten

In der Venloer Straße 414 in Köln-Ehrenfeld findest du THE GOOD FOOD. Hier findest du Lebensmittel, die es nicht mehr in den Handel geschafft hätten. Gibt es einen solchen Laden auch in deiner Nähe?

Ganz besonderes

Orangen und Mandarinen direkt vom Baum und Produzenten zu schicken lassen. Das gibt es auch, die Familie Palomero aus Spanien mit ihrem Projekt Orangen frisch nach Hause geht diesen Weg und verkauft ihre Ernte im Internet. Auf deren Website findest du unter anderem all die Menschen, die mit diesen Früchten ihr Geld verdienen.

CrowdFarming ist eine dieser bemerkenswerten Seiten, die einen daran erinnern, dass das Internet gute Dinge ans Licht bringt. Dort findet du Reis aus Portugal, Oliven aus Spanien, Schokolade von den Philippinen und vieles mehr.

Bessere Lebensmittel rund um Solingen, Langenfeld und Leichlingen

Und was gibt es an unserem momentanen Standort?

Finde die Läden in deiner Umgebung

Hast du jetzt Lust ein wenig mitzumachen und möchtest bessere Lebensmittel kaufen? Es ist ganz einfach. Geh auf Google Maps und gib in die Suche die Begriffe Hofladen, Bauernladen und ähnlich passende Suchbegriffe ein. Mit Sicherheit gibt es auch in deiner Umgebung einige Läden, die du noch nicht kanntest.

Wir brauchen deine Hilfe

Und du ein interessantes Projekt oder ein tolle Adressen kennst, dann würden wir uns sehr über eine E-Mail freuen. Wir werden diese Karte ständig mit neuen Pinnadel füllen und auch auf die Startseite von 14qm pinnen.

Bessere Lebensmittel in Deutschland – Die Karte

Film- und Buchtipp

Dieser Beitrag kann nur eine erste Anregung sein, aber wir haben einige Tipps für alle, die sich ausführlicher mit dem Thema beschäftigen möchten.

Noch bis zum 20. Juni 2019 ist der sehr interessante Film „Wie schaffen wir die Agrarwende?“ in der Mediathek von arte verfügbar. Der Film ist im Moment auch bei Youtube zu finden, wie auch unsere Playlist zum Thema Food.

Kennst du schon unseren Beitrag zum Thema Lebensmittel selber machen?

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10 Kommentare zu “Bessere Lebensmittel – Lasst uns die Welt besser machen”

  1. Hans-B. Peters

    Hallo Andreas,
    ein beeindruckender Beitrag. Spricht mir voll aus der Seele. Habe ihn auf Facebook geteilt.
    Liebe Grüße,
    Hans.B.

  2. Tobias

    Super Beitrag, danke dafür! Viele von den Links waren mir noch nicht bekannt, werde auf jeden Fall dort was bestellen.

  3. Detlef

    Sehr guter Artikel, der beschreibt, dass es nicht an unserer Regierung in erster Linie liegt, sondern an uns selbst. Wir müssen diese Handelsketten „aushungern“.
    Wir persönlich haben jeden Dienstag einen Bauernmarkt mit Biogemüse im Ort.
    https://www.biohof-bursch.de/
    Das nehmen wir auch wahr. Aber Deine Ausführungen verleiten dazu ergänzende Lieferanten zu finden. Sehr, sehr gut!!

    1. Andreas

      Hallo Detlef,

      vielen Dank. Deinen Link habe ich notiert. Ich überlege gerade, wie wir mit diesen regionalen Links umgehen können.
      Vielleicht gibt es Karten je nach Bundesland, wie wissen es noch nicht.

      Gruß
      Andreas

  4. Kurt Z.

    „Regional ist das neue Bio“ kann man oft hören. Das sehe ich auch so. Ehe ich mit Bio-Soja aus Übersee gefütterte Tiere esse, habe ich lieber mit heimischem Futter aus konventionellem Anbau gefütterte Tiere aus fairen Haltungsbedingungen.
    Was mich allerdings an vielen Angeboten (auch hier) stört: Um die Auflagen für offenes Frischfleisch nicht einhalten zu müssen, ist das Zeug dann in Folie vakuumverpackt und teilweise -wie bei den hier verlinkten „Ganztiermetzgern“- mit dem schlecht bezahlten Paketdienstfahrer nicht gerade umweltfreundlich doch einige Strecke unterwegs. Weil auch immer weniger Metzger selber schlachten (dürfen/können), muss man die Tiere immer weiter fahren. Egal wie nett der Transporteur ist und wie gut der Anhänger klimatisiert, ist das Stress für ein Stalltier.
    Weil wir es geschafft haben, den lokalen Betrieb mit unserem Einkaufsverhalten in der Vergangenheit so weit auszuhungern bis er aufgegeben hat (und Politik unterstützen/wählen, die Regelungen für Großbetriebe fördert statt für Kleinbetriebe umsetzbare Vorschriften), kann man kaum noch regionale Produkte ohne viel Verpackungsaufwand beim regionalen Betrieb einkaufen. So muss ich mich täglich zwischen Supermarkt oder mehreren regionalen Metzgern entscheiden. Manche von denen haben aber zugekaufte Ware, die nicht offen gekennzeichnet ist. Der einzige, der nur eigene Sachen verkauft, die vor dem Schlachten kaum fahren musste, macht dies in einem Hofladen, wo es das Fleisch dann nur vakumiert gibt. Irgendwas ist also immer.

    1. Andreas

      Hallo Kurt,

      ja, da hast du recht, es klemmt an vielen Ecken, aber wir können ja einfach irgendwo anfangen und wählen das kleinere Übel.

      Also nehmen wir das Fleisch: In Plastik vom Discounter oder in Plastik aus der Region, ich denke wir sollten die Region wählen.
      Beim Metzger hilft nur fragen.

      Es ist ein Weg der kleinen Schritte.

      Gruß
      Andreas

  5. Jürgen & Ellen

    Hallo Andreas,
    Lebensmittel vernichten, wenn soviele Menschen hungern ist schlichtweg pervers !
    Deine Ausführung gefällt uns im Ansatz sehr , wenngleich wir alles nicht so extrem sehen.

    Seit Jahrzehnten ernähren wir uns vegetarisch. Früher noch sehr ungewöhnlich und mit Unverständnis bedacht, ist es erfreulicherweise heute sehr verbreitet. Sogar Vegan scheint ja heute zu einer Art Lifestyle geworden zu sein.
    Dass wir möglichst Bio und mindestens vegetarisch kaufen ist für uns selbstverständlich. Sofern man sich ein paar Gedanken macht…und auch das Tierwohl und die Folgen der Tierhaltung (auch Bio) bedenkt…für die Meisten ist jedoch der Fleischhunger recht tief veranlagt.

    Wir persönlich machen keinen grossen Hype darum, kaufen sowohl auf dem Wochenmarkt, Biosupermarkt, wie auch gerne bei Lidl und Co, die inzwischen erfreulicherweise Bio und Vegan Produkte günstig anbieten, weil offensichtlich die Nachfrage da ist, was uns erstmal grundsätzlich positiv erscheint !

    1. Andreas

      Hallo Ihr Zwei,

      leider sind die Bio-Lebensmittel in den Discounter ein Teil des Problems. Die Handelsketten haben das Bio-Segment gekapert und das lasche EU-Siegel lässt zu viel Spielraum. Die Bio-Eier zum Beispiel sind kaum einen Deut besser als ihre konventionellen Kollegen.

      Gruß
      Andreas

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