Corona-Days I

14qm Lifestyle   Food

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Corona Days I – Ein Foodblogger auf der Suche nach Mehl

In diesen Zeiten von Corona frage ich mich schon, wie die Menschen sich verhalten werden, wenn die richtige, die ultimative Apokalypse kommt. Und das ist, das weiß ja jedes Kind, bekanntlich die Zombieapokalypse. Es ist noch viel Luft nach oben.

Wir waren vorgestern 20 Kilometer mit dem Rad unterwegs und haben in dreizehn, in Zahlen, 13 Supermärkten versucht zwei Packungen Mehl zu kaufen. Eine für uns und eine für unseren Freund Marco. Marco war in der gleichen Zeit im hier ansässigen Großmarkt und versuchte seinerseits Mehl zu besorgen. Nichts, nicht eine beschissene Packung Mehl konnten wir kaufen und wir reden hier nicht nur vom preiswerten Weizenmehl Typ 405. Nein, es gibt gar kein Mehl mehr. Kein Roggenmehl, kein Vollkornmehl, nicht einmal Maismehl ist noch da. Selbst im Reformhaus sind die Regale mit den teuersten Mehlen leer. Das gilt auch für die Regale mit den Brotbackmischungen.

Was macht ihr mit dem ganzen Mehl? Und wie viele der unnötig gehamsterten Lebensmittel wandern letztendlich in die Tonne?

Das Verhalten vieler Menschen ist schlicht irritierend und das ist milde ausgedrückt. Es wird gehamstert was die Kreditkarte oder das Portemonnaie hergibt, hält aber nicht die einfachsten Hygieneregeln ein. Abstand halten ist ein Fremdwort.

Leute, hamstern ist unsolidarisch.

Und die, die vor allem bedroht sind, die eigentlich zuhause bleiben sollten, sind weiterhin unterwegs und halten auch keinen Abstand ein.

Corona im Frühling

Andere wiederum hocken in Gruppen in Fußgängerzonen und Parks, feiern dicht gedrängt irgendwelche Abschiedspartys oder gar Corona-Partys. Ja, das Wetter ist schön und es ist Frühling, aber die Ärzte und Pfleger rotieren schon genug, die brauchen euch Klappspaten nicht auch noch. Ich befürchte aber, dass viele da draußen nicht mehr heim können, weil in ihrer Bude jetzt das Mehl wohnt.

Corona Hinweis

Für alle die in der Schule nur singen und tanzen hatten: Zuhause bleiben, Couch warm halten und atmen. Die Party ist vorbei.

Was wir auch nicht brauchen sind Rassisten, die Menschen mit asiatischem Aussehen beschimpfen oder gar mit Desinfektionsmittel überschütten und dabei Corona schreien. Vielleicht sollte sich der ein oder andere doch mehr Mühe geben, seine steinzeitlichen Verhaltensweisen im Zaum zu halten. Zuhause bleiben wäre eine Lösung.

In der Stadt hören wir Gesprächsfetzen wie „Alles übertrieben“ oder „Hier ist ja alles zu!“. Unsere Aufforderungen zu mehr Abstand werden mit verständnislosen Blicken quittiert. Der Drang den freien Zentimeter des Bandes an der Kasse zu füllen ist gerade zu unmenschlich. Zu lange war man gewohnt den Mitmenschen die eigene Eiligkeit und Ungeduld zu demonstrieren, indem man ihm den Einkaufswagen in die Hacken fuhr.

Aber was ist denn nun, wenn die richtige Apokalypse kommt? Ich denke, wir sollten uns mit Level 1, den Hamsterkäufen, erst gar nicht lange aufhalten und direkt mit Level 2 anfangen. Beginnen wir also mit den Plünderungen, danach geht es in die Fußgängerzone zum „Zombie gucken“.

Und werden wir jetzt zu Hamsterkäufern, wenn wir irgendwo Mehl finden sollten? Eigentlich wäre dies die logische Konsequenz und das ist das Problem, es entsteht ein Teufelskreis.

Ich werde trotzdem nur vier Packungen kaufen, zwei für uns, zwei für Marco und darauf vertrauen, dass die Lagerkapazitäten und finanziellen Ressourcen der Bürger begrenzt sind oder die Vernunft wiederkehrt. Fehler? Hoffentlich nicht.

Wenigsten haben wir im letzten Laden eine Packung Klopapier bekommen. Zufälligerweise waren wir gerade zugegen als der Rolli in den Gang geschoben wurde. Sekunden später war alles weg und wieder schleppten Menschen soviel Packungen weg wie ihre Grapscher greifen konnten, während andere in die Röhre schauten. Teilen ist ein Fremdwort.

Und das Mehl?

Die Suche nach Mehl wurde abgebrochen, das Risiko wird zu hoch. Die Zahl der Neuinfektionen ist zu hoch, viel zu hoch. 30% mehr seit gestern. Wir haben in unserer Kommune nun eine Einkaufsgemeinschaft eingerichtet. Wir haben eine gemeinsame Einkaufsliste und einer kauft für alle ein. Hier gibt es alle Informationen und Maßnahmen auf einen Blick und aus erster Hand.

Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst!

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal die Bundeskanzlerin zitiere. Und die Botschaft sollte klar sein, aber ich kann sie gerne noch einmal übersetzen. Wenn ihr nicht freiwillig Distanz schafft und Verzicht übt, dann kommt wie in Frankreich und anderen Ländern die Ausgangssperre. Angekommen?

Ach ja, Mehl habe ich auch gefunden, bei eBay Kleinanzeigen und die Packung kostet nur 1,50 €. Dem Bild nach könnte er ein oder zwei Supermärkte beliefern. Arschloch!

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13 Kommentare zu “Corona Days I – Ein Foodblogger auf der Suche nach Mehl”

  1. Hallo,
    ich würde bei Facebook gerne auf euren Blog hinweisen. Super geschrieben und sooo wahr. Es ist erschreckend, wie viele Vollpfosten es immer noch nicht kapiert haben, dass wir einer verheerenden Katastrophe entgegen laufen, wenn nicht ALLE endlich aufwachen und sich an die einfachsten Regeln halten. Also, darf ich ?

  2. Hallo Andreas,
    du sprichst mir aus der Seele! Noch bekommen wir nach etwas suchen Mehl und Klopapier aber viel besser sieht es bei uns auch nicht aus. Du hast das sehr gut geschrieben und wirklich auf den Punkt gebracht. Wir haben trotzdem nur ein Pfund Mehl Zuhause. Liebe Grüße aus (der Quarantäne) dem schönen Hessen.

  3. ja, die leute sind unsolidarisch, stimmt. aber du bist auch einfach nur gelinde gesagt unflexibel. wenns kein mehl gibt, dann kauf dir doch was anderes. 95% aller anderen lebensmittel sind in hülle und fülle vorhganden….

    1. Hallo Ronny,

      Es geht doch gar nicht um das Mehl. Das Mehl dient in dem Beitrag als Synonym und hält zusätzlich den Artikel zusammen. Es gibt auch keine Zombieapokalypse.

      Gruß
      Andreas

    2. Wir sind gerade in Spanien – und kommen vorerst auch nicht weg – wie es ausschaut – Ausgangssperre! Und hier schaut alles anders aus! Das müsste in DE auch her! Auf was wartet Angela Merkel noch??????????

      Wir halten uns an die Ausgangssperre – waren allerdings neulich einkaufen (für 14 Tage, statt für 7!) – um das Risiko zu senken!

      Mehr darüber unter: https://www.camper-news.com/2020/03/19/tag-4-in-quarantaene-noch-nie-war-ein-versorgungstag-so-anstrengend/

      1. Jap. Und diverse Allgergien, was die Auswahl bei frischen Waren sowieso einschränkt. Ansonsten lasse ich grundsätzlich die Finger von processed Food der Stufen III und IV.

  4. Das mit den Lebensmitteln hat sich bei mir Normalisiert. Interessant ist nur
    das bestimmte Produkte in einem Geschäft aus sind, wogegen es in einem
    anderen dies wieder gibt. Mit den langen Wegen kann ich nachvollziehen, jetzt
    muß ich mehrere Geschäfte abklappern. Um einzukaufen anstatt, nur bei einem
    einzukaufen. Was in meiner Region wenig vorhanden ist, neben Hygieneartikeln
    ist so etwas simples wie Hefe. Habe dafür aber auch eine Alternative gefunden.

    Mit den Abstandregeln verstehe ich nicht, daran hält sich auch fast jeder. Viel-
    leicht hat man hier auch mehr Respekt vor der Polizei, die verstärkt Streife fährt.

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