E-Bike
14qm Lifestyle DIY

Wir fahren elektrisch – Wir bauen uns ein E-Bike

von Andreas

Auf unserer letzten Tour haben wir schon mehr Kilometer mit dem Rad zurückgelegt als mit unserem Wohnmobil. Das wollen wir noch weiter ausbauen. Das E-Bike kommt.

E-Bike? Niemals

Ich wollte nie ein E-Bike, dass war ein absolutes No-Go. Das Fahrrad war für mich lange Zeit ein Trainings- und Freizeitgerät. Darauf habe ich mich früher gequält. Mit einem nackten Rad, ohne Schutzbleche, Licht und anderen Gewichten habe ich Kilometer gefressen und E-Bikes auf der Strecke zersägt. Für mich war ein E-Bike ein Rentner-Bike.

Aber hin und wieder hilft einfach das Wechseln der Perspektive um seinen Standpunkt zu ändern. Das Fahrrad ist für mich schon lange kein reines Sportgerät mehr, sondern es ist unser primäres Verkehrsmittel geworden. Mein Rad ist keine nackte Fahrmaschine mehr. Gerade erst habe ich die Schutzbleche aus Kunststoff zum Stecken (haben nie richtig gut gehalten) gegen größere und verchromte Bleche von einem Schrottfahrrad getauscht. Man will ja nicht rumlaufen, als hätte man gerade in die Hose gekackt. Auch ein Gepäckträger und Licht ziert mittlerweile mein Fahrrad.

E-Bike? Ja bitte

Ein E-Bike ist für uns genau das Richtige. Wir können unsere Reichweite erhöhen und wir können auch in bergigen Regionen ganz normal mit dem Rad unterwegs sein. Im Moment sehen wir die elektrische Unterstützung als Ergänzung für steile oder zu viele Berge, für das Loch am Ende einer langen Tour, wenn die letzten Kilometer sich wie Kaugummi ziehen oder dich der Gegenwind demoralisiert.
Stell dir mal vor, dass du mit deinem Wohnmobil in Saintes-Maries-de-la-mer stehst und einfach so mal 53 km nach Nîmes radelst. Das geht auch ohne elektrische Unterstützung, aber mit einem E-Bike bekommt diese Tour die Leichtigkeit von Eischnee.

Das E-Bike erweitert unseren Aktionsradius enorm und unser Wohnmobil wird noch mehr zu dem, was es jetzt eigentlich schon ist, nämlich ein mobiles Heim, dass mehr oder weniger lang an einem Ort verweilt. Wir wollen auch weiterhin nicht Orte konsumieren, wie andere eine Tüte Chips beim Fernsehen futtern.

Nur mit dem Fahrrad können wir spontan in jedes Gässchen abbiegen, in jeder Sekunde anhalten. Mit einem Wohnmobil wie unserem hält man nicht einfach mal so an, schon weil meist der passende Parkplatz fehlt. Mit unseren Rädern können wir uns zudem abseits befestigter Wege bewegen. Nichts ist so intensiv als sich den Fahrtwind um den Kopf wehen zu lassen und die Landschaft direkt zu erleben. Und ganz nebenbei tun wir etwas für uns und unsere Kondition, denn wenn wir die Reichweite erweitern möchten, müssen wir uns je nach Topographie die elektrische Unterstützung mehr oder weniger einteilen.

Die Reisekasse bricht bei den steigenden Preisen für Diesel so wie so in Freudentränen aus.

Denken wir doch einfach noch einen Schritt weiter und kombinieren den ÖPNV und die Räder. Das erweitert nicht nur unsere Reichweite noch einmal enorm, wir können auch größere Distanzen in kürzerer Zeit überbrücken.

Wir bauen uns ein E-Bike

Genauer gesagt werden wir uns ein Pedelec bauen, also ein Fahrrad bei dem die elektrische Unterstützung bei 25 km/h endet. Und wie soll es anders sein, wir bauen die Teile selber. In Frühjahr werden wir zusammen mit Marco drei Fahrräder umbauen und dabei werden wir sogar die Akkus selber bauen. Im Moment sammeln wir Informationen, suchen gute Bezugsquellen und sparen. Eines können wir aber schon verraten, alleine beim Akku lässt sich durch den Selbstbau eine Menge Geld sparen.

Die geplante Aufrüstung unserer Solaranlage um 200 Wp wird dann zur Pflicht und ein zweiter, kleinerer Wechselrichter im Stauraum für die Akkus der E-Bikes wäre eine Überlegung wert. Eine weitere Überlegung ist die Anschaffung zweier zusätzlicher Akkus.

E-Bike, Pedelec, S-Pedelec
Der Begriff E-Bike hat sich in der Umgangssprache durchgesetzt. Es gibt allerdings zwei Arten elektrisch unterstützter Fahrräder. Pedelec: Die Unterstützung endet bei 25 km/h. Das Rad braucht keine Versicherung und keine Kennzeichen. Rechtlich sind es Fahrräder und dürfen somit auch Radwege benutzen. S-Pedelec: Die Motorunterstützung geht über die 25 km/h hinaus und die Fahrräder werden dem Kleinkraftrad gleichgestellt. Du brauchst Betriebserlaubnis, einen entsprechenden Führerschein, eine Versicherung und ein Kennzeichen. Der Radweg darf nicht mehr benutzt werden. Es gibt noch eine Reihe weiter Vorschriften. Die Aussage, ein Pedelec darf nicht schneller als 25 Km/h fahren, ist absoluter Unsinn. Selbst der SWR (bei 0:07) ist sich nicht zu blöd diese Aussage in diesem unsagbar schlechten Beitrag so zu senden. Ich kann mit einem Pedelec oder Fahrrad so schnell fahren wie ich möchte, beziehungsweise so schnell wie die Verkehrsregeln es erlauben. Als ich noch fast täglich trainierte, war ich regelmäßig mit einem Schnitt von 30 bis 35 km/h unterwegs und bergab war ich oft jenseits der 70 km/h, andere sind da noch schneller.

Wir werden den Umbau und die Kosten natürlich dokumentieren und dir auch unsere Bezugsquellen nennen.

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12 Kommentare zu “Wir fahren elektrisch – Wir bauen uns ein E-Bike”

  1. Matthias

    Wir haben auch e-bikes bis 25 km. Leider haben wir durch den Motor einen erhöhten Verschleiß an Ketten und kettenblättern weil die Teile immer noch aus dem Fahrradladen kommen, aber nicht für die Kraft des Motors ausgelegt sind. Also beim Bau auf robuste Ketten und kettenblätter achten sonst tauscht ihr die alle 2000 km aus. Wir haben uns für Räder mit Riemenantrieb interessiert, aber nur welche von Riese & Müller für 4,000.- pro Stück gefunden, die führen sich toll, sind aber nicht bezahlbar. Viel Erfolg beim selbstbau und freue mich darauf, die Dokumentation zu lesen. Viele Grüße Matthias

    1. Andreas

      Hallo Matthias,

      ich habe die Teile für E-Bikes von Shimano im Auge. Meine Kette müsste eh erneuert werden.

      Noch besser finde ich die Räder mit dem Pinion Getriebe. Anbieter gibt es einige, aber der Preis ist ebenso heftig.

      Gruß
      Andreas

  2. markus

    Ich möchte euch wirklich vom Eigenbau abraten! Es gibt es wirklich gute faltbare Pedelecs bzw. Kompakträder mittlerweile im Fachhandel (z.B. TERN oder i:sy und noch viele mehr) . Ein Pedelec ist ein Fahrrad, bei dem ganz andere Kräfte auf das Rad und vor allem auf die Bremsen wirken. Das ist bei Umbauten etc. nicht berücksichtigt und hat bereits zu mehreren schweren Unfällen geführt. Mein Sohn (Schlosser) hat bereits mehrere Räder gebaut. Doch sind die alle für ein Womo viel zu schwer. Auch das sollte dabei beachtet werden.
    Ich kann nur empfehlen, dass ihr euch ein gutes Rad bei einem guten Fahrradhändler ausleiht und nicht nur eine Probefahrt um den Häuserblock macht, sondern eine längere Tour. Ebenso solltet ihr das Rad eine Treppe hochtragen und schauen, wie ihr es in euer Womo bekommt. Danach könnt ihr weitaus besser beurteilen, was ihr wollt und so wie ihr es beschreibt, wollt ihr ein richtig gutes Rad. Das kostet halt ein bisschen.

    1. Andreas

      Hallo Markus,

      klar das man ein 199 € Baumarkt besser nicht umbaut, aber unsere Räder kosten 4-stellig und der Rahmen ist für ganz andere Belastung und Geschwindigkeiten gebaut.
      Ich sehe da keinen großen Probleme.

      Wir haben schon verschiedene Räder getestet, Fertigprodukte und Selbstbauten.

      Unser Womo kann 6.8 t, wir haben keine Gewichtsprobleme und in das Womo muss das Rad nicht.

      Und es gibt ein großes Problem, ich finde kaufen so langweilig. Etwas zu tüfteln, selbst zu bauen, selbst zu optimieren, das ist mein Ding.

      Gruß
      Andreas

  3. Tom

    Tolle Idee, – wir führen einen E-Roller von Xiaomi mit.
    Selbstbau finden wir super.
    Kann nur besser als jede „kommerzielle“ Lösung werden.

    Frohes Neues!

  4. Thomas

    Hallo ihr Lieben,

    was ist denn aus dem Selbstbau geworden? Oder hab´ich einen Beitrag übersehen?

    Alles Gute und Dank für die vielen wertvollen Tipps, ein toller Blog den ich gerne mitlese

    Thomas

    1. Andreas

      Hallo Thomas,

      Claudia hat jetzt ein neues, also ein gebrauchtes neues Rad bekommen. Ebenfalls 28er und stabil genug für den Umbau. Die Akkus sind fertig, fehlen noch die Motoren. Aber erst einmal brauche wir neue Batterien für unser Wohnmobil, die AGMS sind am Ende.

      Gruß
      Andreas

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