Die Hecksitzgruppe

Kommen wir nun zum Herzstück in unserem Wohnmobil, unsere Terrasse in die Welt und neben dem Bad, der zweite ausschlaggebende Punkt für die Kaufentscheidung.

Die Hecksitzgruppe, auch Wohnzimmer genannt, thront auf den beiden Wassertanks, die mittig über der Hinterachse unter dem Tisch sitzen. Unter den hochklappbaren Sitzbänken befindet sich zum einen von innen zugänglicher Stauraum und die Heckstaufächer, zum anderen der Warmwasserboiler und die Pumpe auf der Fahrerseite. Durch die Stufe zur Sitzgruppe laufen die Frisch- und Abwasserrohre für die Küche, sowie 12 V, Masse und die Kabel für die Wasserstandsanzeige in getrennten Kanälen.
Beide Sitzbänke, sowie die Tanks sind beheizbar. Zusätzlich befindet sich ein Warmluftausströmer am Boden in der Mitte der Sitzgruppe.

Diese Konstruktion der Hecksitzgruppe hat den Vorteil, dass es sehr hell ist, wir sehr hoch sitzen und damit immer einen guten Überblick haben. Von außen kann niemand auf unseren Tisch schauen, wir schauen auf die Köpfe der Menschen. Auf die Rundumsicht aus drei großen Fenstern wollen wir nicht mehr verzichten. Eine Hecksitzgruppe ist für uns "alternativlos" und "systemrelevant". 😉

Selbst mehrere Regentage am Stück können wir hier ohne Koller überstehen.

Oberflächen

Hecksitzgruppe UrzustandFichte brutal und dieser Touch von Rosa, so konnten wir das nicht lassen. Leider war das Holz mit Klarlack lackiert worden und hatte dadurch diesen furchtbaren rötlichen Farbstich bekommen.
Es blieben vier Alternativen

  • Abschleifen, in die Ecken kommt man aber kaum, da die Möbel auch sehr aufwendig gebaut wurden.
  • Abbeizen, war uns zu eklig.
  • Lackieren
  • Neubau, kam nicht in Frage.

Einen Neubau haben wir von vorherein ausgeschlossen. Die vorhandenen Möbel waren so aufwendig und gut gebaut worden, es wäre zu schade gewesen diese Schreinerarbeiten zu vernichten. Auch der Wunsch nach Türen ohne Kassetten hätte diese Ressourcenverschwendung nicht gerechtfertigt.
Wir haben uns also für die Lackierung entschieden. Die Wahl fiel auf einen wasserlöslichen Acryllack in der Farbe cremeweiß. Die große Wand zum Bad haben wir mit einer Glasfasertapete beklebt und gestrichen.

Wir mussten recht schnell feststellen, dass der Lack nicht hart genug war und die Lackoberfläche selbst auf Wasser und Spülmittel mit Zerfall reagierte. In der ersten Zeit haben wir die Schäden immer wieder ausgebessert, mittlerweile haben wir alle Außenprofile der Türen abgeschliffen und mit Wachs behandelt.

Auch die große Wand ist mittlerweile komplett von Lack, auch dem alten Klarlack, befreit worden und mit Osmo Wachs behandelt worden.

Polster und Vorhänge

Der Erbauer hatte auf Qualität geachtet und wohl keine Kosten gescheut. Die Schaumstoffe waren und sind noch immer im hervorragenden Zustand. So haben wir die Polster nur neu beziehen lassen. Wir haben uns für einen Outdoor-Stoff entschieden, da uns dieser in der Beratung als besonders strapazierfähig gepriesen wurde. Trotz Fachbetrieb und eines recht hohen Preises können wir das nicht bestätigen. Der Stoff wies auf den Sitzflächen schon nach einem Jahr deutliche Abnutzungsspuren auf. Da wir uns mohnrote Schafsfelle aufgelegt haben, ist es nicht weiter dramatisch.

Die ersten Vorhänge waren Fadengardinen, ergänzt durch chromfarbige Teile eines anderen Vorhangs im Stil der 70er Jahre. Die Fadenvorhänge wurden mittlerweile durch Bambusrollos ersetzt. Die Rollos haben den großen Vorteil, dass sie als Sonnenschutz dienen, jedoch das Wohnmobil nicht komplett verdunkeln. Damit die Rollos während der Fahrt gut befestigt sind, werden sie mit einem Lederband aus einem alten Gürtel fixiert.

Bodenbelag

Der alte Teppich wurde ersetzt. Wir haben für die Sitzgruppe einen anthrazitfarbenen Velours gewählt. Der Teppich wurde mit Teppichkleber komplett verklebt. Im Flur haben wir PVC verklebt.

Tisch

Der Originaltisch wurde geschliffen, lackiert und mit zusätzlichen Schubfächern versehen. Da der Lack sich später als nicht hart genug erwies, haben wir den Tisch ersetzt.
Der neue Tisch entstand aus einer OSB-Platte, kratzfestem Plexiglas und 1,5 mm Alu-Profil.

Das Plexiglas war wirklich kratzfest, auch nach Monaten war es noch ohne Kratzer.
Die Schraubenlöcher des 1,5 mm dicken und 20 mm breiten Alu-Profils wurden vorgebohrt. Im Bereich des Radius haben wir den Abstand der Schrauben enger gesetzt. Wir haben die erste Schraube gesetzt, das Profil gebogen, am Tisch anlegt und die nächsten Schrauben gesetzt.

Diese Platte wurde mittlerweile auch ersetzt und zwar durch eine einfache 20 mm dicke Platte aus Fichtenholz, die ebenfalls mit Osmo Wachs behandelt wurde. Der Grund war schlicht und einfach, dass wir den Tisch mittlerweile als zu ungemütlich empfanden.

Unter der Tischplatte befinden sich Schubladen aus alten Diakästen und Schienen aus L- und U-Profilen (Alu). Zwischen den Sitzflächen haben wir ein zusätzliches Polster mit darunterliegenden Kisten eingebaut.

Das absenkbare Tischgestell haben wir an Freunde verschenkt und unsere eigene, luftigere Konstruktion mit zusätzlichen Stauraum im Tischbein gebaut. Die Sitzgruppe kann in eine 140 x 200 cm große Liegefläche umgebaut werden.

Technik

Jede Sitzbank hat eine 230 V und eine USB-Steckdose eingebaut bekommen. Die Netzteile von Hama für die Notebooks liegen in der Sitzbank. Das Kabel wird durch ein Loch zu den Geräten geführt. Eine 230 V Steckdose im Hängeschrank über dem Tisch haben wir entfernt.

Jede Seite hat zwei LED-Leseleuchten (mittlerweile mit Holz gepimpt), ein dimmbares LED-Band hinter der Vorhangschiene läuft komplett über drei Seiten der Sitzbank. Eine Leuchte über dem Tisch im Hängeschrank habe ich auf LED-Beleuchtung umgebaut. Eine KOZIOL Pendelleuchte komplettiert die Beleuchtung. Die Leuchte musste auf 12 V umgebaut werden. Jede Seite hat ein eigenes Schaltpanel, dort können auch die Netzteile für die Notebooks geschaltet werden.

Im übrigen, diese sehr teuren 4-fach Schaltpanele (51 € pro Stück) würden wir nicht mehr verbauen, sondern auf einfache und stylische Kippschalter zurückgreifen. Mit diesen Schaltern und USB-Steckdosen für Wohnmobile haben wir völlig umsonst richtig Geld versenkt.

Musik

Verbaut ist ein Autoradio mit DAB+, ein KENWOOD KDC-DAB43U. Die Lautsprecher sind die Omniton 202 von TEUFEL (leider nicht mehr im Sortiment).

Fazit

HecksitzgruppeEin kleiner Nachteil der Hecksitzgruppe, zu mindestens für mich, ist die Breite von 140 cm. Es könnten gerne 20 bis 30 cm mehr sein. Abhilfe schafft die gepolsterte Fußablage quer zur Heckwand.
Ansonsten sind wir zufrieden. Diverse kleinere Änderungen und Ergänzungen kommen mit Sicherheit.

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