Die Restauration begann im April 2013 und dauerte über ein Jahr und so richtig fertig wird man eigentlich nie.

Das Fahrerhaus befand sich sowohl außen, wie auch innen in einem schlechten Zustand. Das Innenleben des Fahrerhauses sah aus wie nach einem Angriff, voller Löcher im Armaturenbrett und Dreck. Der Lack machte eher den Eindruck, als wäre hier eine normale Wandfarbe benutzt worden, rau und matt. An den typischen Stellen zeigte sich der Rost, nämlich an den unteren Kanten der Frontscheibe und unten an den Türen. Dazu kam, dass einige Reparaturen schlecht durchgeführt worden waren, so wurden zum Beispiel die Reparaturbleche in den Türen einfach auf den Rost gebraten.

Da half nur eines, nämlich alles musste raus. Das komplette Fahrerhaus wurde gestrippt. Erschwerend kam hinzu, dass wir einen Brandschaden fanden. Der Heizungskasten hatte wohl mal Feuer gefangen und wurde großzügig mit einem Pulverlöscher gelöscht. Die restlose Beseitigung des Pulvers nahm Tage in Anspruch und es musste komplett entfernt werden. Feuerlöschpulver ist hygroskopisch, es zieht also Wasser an wie ein Schwamm und verursacht damit Rost.

Noch sind die Fenster drin, aber nach und nach flog alles raus. Die Arbeiten waren zum Teil sehr langwierig, alleine die Entfernung des alten Stoffes mit der Schaumstoffunterlage und des Klebers kostete Tage.

Fahrerhaus

Demontage

  • Fahrerhaus komplett auseinandergenommen, innen wie außen.
  • Demontage des verbrannten Heizungskasten
  • Teile der Elektrik entfernt
  • Alten Stoff und Dachfach entfernt
  • Alle Fenster raus
  • Spachtelmasse und Morsches raus geflext

Alles wieder rein

  • Geschweißt, eine Superarbeit von Petsi
  • Lackiert
    • Bodenbereich innen mit Brantho Korux 3in1
    • Außen und Innen mit Hammerit Hammerschlag blau
  • Neue Fenstergummis
  • Neue Frontscheibe
  • Neuer Bock für den Beifahrersitz um die größeren Batterien zu verstauen
  • Gedämmte Trennwand mit Tür zum Wohnraum, inklusive Fach zur Aufnahme der Wohnmobilelektrik
  • Armaturenbrett mit gebrauchten Teilen wieder in Ordnung gebracht und lackiert
  • Diverse Teile mit Stoff in Felloptik beklebt
  • Neue Türtaschen gebaut
  • Ein neues gebrauchtes Türschloss
  • Neuer gebrauchter Heizungskasten
  • Mittelteil des Armaturenbretts durch ein gutes Gebrauchtteil ersetzt
  • Innere Motorabdeckung neu gedämmt

Fahrzeugstechnik

Auch an der Fahrzeugtechnik wurde einiges restauriert und repariert. Eigentlich muss man sagen, dass das Fahrwerk mittlerweile komplett erneuert wurde.

  • Fahrwerk komplett überholt
    • Schubstange neu
    • Blattfedern, die Aufhängungen und Stoßdämpfer vorne neu
    • Blattfedern, die Aufhängungen und Stoßdämpfer hinten neu
    • Komplette Vorderachse ersetzt
      Ging schneller, als die Achsschenkelbolzen neu pressen zu lassen
    • Gelenkköpfe neu
    • Bremsbeläge vorne neu
    • November 2015: Neue Reifen hinten
  • Endtopf und Endrohr neu
  • Montage eines Entkopplungsstückes vor den Auspufftopf
  • Kupplungsgeber und -nehmerzylinder neu
  • Fahrzeugbatterien neu
  • Alle Keilriemen neu
  • Die Bilux-Scheinwerfer durch H4-Scheinwerfer ersetzt
  • Neue Gläser für die Blinker
  • Leerlaufsteller neu
  • Hydraulikschläuche der Servolenkung erneuert
  • Startknopf und Schlüsselschalter neu
  • Neue Kugelstücke für Handbremse
  • Entlüftungspumpe für die Dieselleitung erneuert
  • Neuer Behälter mit elektrischer Pumpe für Scheibenwaschanlage
  • Neuer Kühler (falscher, zu kleiner Kühler ersetzt)
  • Motorlager hinten und vorne ersetzt
  • Erneuerung der Elektrik für die hintere Beleuchtung
  • Inspektion Februar 2016: Ventile eingestellt
  • Reparatur März 2016: Aufhängung der Handbremsumlegung repariert

Was bleibt noch zu tun?

  • Neue Reifen vorne
  • Austausch des Getriebedeckels
  • Austausch des Simmerringes an der Kupplung
  • Die Dieseldüsen überprüfen lassen

Fazit

Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen. Im Nachhinein zeigte sich, das wir viel mehr machen mussten, als wir nach der Besichtigung eingeplant hatten. Nach über zwei Jahren Arbeiten an einem LKW würde uns das heute nicht mehr passieren, wir wüssten, wo hier schauen müssten, auf welche Teile wir achten müssten. Einen Vorteil hat die ganze Restauration allerdings, wir haben derart viel gelernt, das wir im Notfall nicht hilflos in der Pampa stehen werden und wir uns mit unserem LKW und dessen Technik ziemlich gut auskennen.
Vieles würden wir mit dem heutigen Wissenstand sicherlich anders machen, zum Beispiel die Lackierung des Fahrerhaus und einen Teil unserer Fehler haben wir auch schon längst beseitigt. So hat der komplette Unterbodenschutz auf Bitumenbasis das Fahrzeug schon wieder verlassen.

Wir hoffen, dass unser Mercedes uns nun problemlos die nächsten 300.000 Kilometer durch die Welt fährt.

Wir danken

Wir bedanken uns bei den vielen Helfern und Ratgebern. Bei Lieferanten, die sich für die Ersatzteilbeschaffung teilweise richtig ins Zeug legen mussten.
Bernd (Unser Stellplatzvermieter und Quelle unermesslichen Wissens), Petsi, Marco (aka Schraubergott, kann alles, findet alles und weiß immer eine Lösung), Jörg, Oldtimerteile-Köpenick (Christine und Alexis, wir machen was kaputt, damit wir wieder zu euch kommen können), Mercedes Rhein-Ruhr, Mercedes Mainz, Basis Camp Berlin und den Bustechnik Maniacs (Eure Videos sind klasse).

Weiterführende Informationen

Unsere Top-Werkzeuge

Das richtige Werkzeug ist das A und O einer gelungenen Reparatur. Alle benutzten Werkzeuge sind noch heute im Einsatz und mit uns unterwegs. Selbst die schweren Reparaturen an den Blattfedern mit Rohrverlängerungen von bis zu 2 m konnte den Steckschlüsseln von Proxxon nichts anhaben.
Erspare dir doppelte Ausgaben, Augen zu und zur Qualität gegriffen, auch aus Gründen der Sicherheit. Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, das ein abbrechender Schraubenschlüssel nicht nur sehr schmerzhaft und blutig sein kann, sondern auch teuer werden kann, wenn du dir mit mangelhaften Werkzeug Muttern oder Schrauben ruinierst.

Begeistert waren wir auch vom Reparaturservice von Bosch, Das Multitool war nach nur vier Tagen und kostenloser Reparatur wieder am Start. Der Reparaturauftrag und die nötigen Papiere waren ganz schnell über die Website von Bosch besorgt.

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