11.09.2016 - Juwel im Gewerbegebiet

14qm Lifestyle

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Der 52. Geburtstag und die Erkenntnisse über die Komfortzone

Was haben das Wetter, ein Geburtstag und ein Stellplatz mit der Komfortzone zutun. Eine ganze Menge , zu mindestens bei mir.

Samstag, 10. September 2016, das Wetter lässt sich nicht lumpen und präsentiert einen wolkenlosen Himmel. Die Sonne brennt erbarmungslos und lässt die Temperaturen auf über 30 °C steigen, um genau zu sein, es sind sogar 33 °C. Heute ist mein Geburtstag und dieses Wetter ist für Anfang September in unseren Breitengraden schwer zu toppen. Und doch ist es alles andere als gut, denn wir stehen in einem Gewerbegebiet in Mainz. Der Beton glüht noch lange nach, die Nächte sind laut und schwül. Im gegenüberliegenden DHL-Lager werden die Transporter und Lkws nachts beladen.
Aber warum stehen wir ausgerechnet an einem solchen Wochenende in einem Gewerbegebiet? Ich musste dort Freitags bei einem Kunden arbeiten und Montag und Dienstag folgten dort weitere Termine. Warum also Diesel verschwenden? Bleiben wir doch einfach stehen, so unser Gedanke.

Geburtstag

Es ist mein 52. Geburtstag und wir stehen wirklich auf dem Parkplatz eines Kunden. Wir nutzen zwar den Tag und auch den Sonntag um Arbeiten an unserem Wohnmobil zu erledigen, was soll man auch sonst in einem Gewerbegebiet machen.
Am Abend dann das Highlight des Tages, wir gehen in eine nahe gelegene Pizzeria. Wenigstens kenne ich das Lokal und weiß, dass man dort sehr gut essen kann.
Das hatte alles so gar nichts von „Lass es krachen“, im Gegenteil, ich war an einem Ort, der mit Sicherheit der Letzte war, an dem ich hätte sein wollen.

Nie wieder

Schon gegen Mittag war mir der Tag zuwider und ich schwörte mir eine Sache.

Wir werden nie wieder einen Geburtstag auf einem Kundenparkplatz in einem Gewerbegebiet verbringen.
Nein, wir werden noch nicht einmal in Deutschland sein.
Eigentlich ist es ja nur ein Tag wie jeder andere, dass sagte ich mir zu mindestens immer, aber diesmal zog der Gedanke nicht.

Raus aus der Komfortzone

Was ist eigentlich die Komfortzone
Die Komfortzone der Bereich in dem sich Menschen sicher und wohl fühlen. Sie endet dort, wo es unbequem wird und Überwindung und Anstrengung gefordert sind.
Es war nicht der Tag mit seinem besonderen Datum. Dieser Tag war nur die Luft, die den Schwelbrand endlich durchzündete. Dieser Tag machte mir nur klar, dass ich jetzt etwas ändern muss. Im Unterbewusstsein war uns beiden dies schon lange klar.
Denn wo ist eigentlich unsere Freiheit? Sie existiert nicht. Selbst wenn wir unterwegs sind, bin ich nicht frei, mein Smartphone bestimmt über die nächsten Stunden, immer, sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Sollte mich nachts eine SMS von der Software, die die Server überwacht erreichen, müssten wir sofort los. Wenn es hart kommt, dann auch mal 1000 km in einem Rutsch. Diese Situation blockiert meine Kreativität und meine Energie schon seit geraumer Zeit immer mehr, sie macht mich lustlos.

Irgendwo in Südfrankreich und halbstündlich kontrolliere ich mein Handy, schaue nach, ob eine SMS oder ein Anruf mir die Apokalypse bei einem Kunden vermeldet

Es ist Zeit den nächsten großen Schritt zu gehen. Wir werden die Komfortzone verlassen, wir müssen die Komfortzone verlassen. Ich bin jetzt 52, wenn nicht jetzt, wann dann?
Wir werden es bewusst in Kauf nehmen mit weniger Geld auskommen zu müssen, als weiter unsere Runden im Hamsterrad zu drehen. Dann habe ich auch endlich den Kopf frei um meine Ideen umsetzen zu können oder noch mehr Ideen zu entwickeln.
Mich verwundert es ein wenig, dass ich so gut wie keine Angst davor verspüre die Komfortzone zu verlassen. Ich habe mehr so eine Art Aufbruchstimmung, zeitweise sogar ein richtiges heftiges Glücksgefühl.
Ja, wir könnten scheitern, aber haben es dann wenigsten gewagt, stehen wieder auf, schütteln den Staub ab und versuchen es erneut.

Heute ist der 14. September, die Sonne brennt noch immer.