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Diät im April – Wieviel Geld brauchen wir eigentlich?

von Andreas

Wir machen eine Diät im April, aber dies hat recht wenig mit Essensaufnahme zu tun, obwohl zum Teil irgendwie schon. Wir machen eine Ausgaben-Diät, denn wir wollen einmal feststellen, mit wie wenig Geld wir leben können. Wie genügsam können wir sein.

Reisen

Wir reisen im April nicht, wir stehen überwiegend. Das ist hart für uns, aber wir werden es durchziehen. Wir reduzieren unsere gefahrenen Kilometer auf das Notwendigste. Dies beschränkt sich überwiegend auf Fahrten zu Kunden. Die Entsorgung planen wir dann immer strategisch günstig ein.

Stellplätze

Wir werden keine Stellplätze benutzen, die uns Kosten verursachen. Wir stehen entweder frei oder auf kostenlosen Stellplätzen. Einmal werden wir allerdings Stellplatzkosten nicht vermeiden können, nämlich dann, wenn die Wäsche fällig ist.

Essen

Hier werden wir ein wenig tricksen müssen. Ein Beispiel. Wir könnten beim Kaffee sparen und beim Discounter das preiswerteste Angebot nehmen, aber wir werden weiterhin Fairtrade Kaffee für etwa 3 € mehr kaufen und die Differenz berechnen. Klar könnten sich hier einige Euro einsparen lassen, aber auf Kosten Anderer.
Natürlich wird es im April auch keinerlei Besuche von Restaurants oder Imbissen geben. Alles wird selbst gekocht.
Zwei Erkenntnisse haben wir gestern schon gewonnen, wir konnten rote Paprika vom Discounter (0,60 €) mit einem Bio-Produkt (1,33 €) direkt vergleichen. Der geschmackliche Unterschied war zu mindestens in diesem Fall erschreckend. Wie erwartet gewann das Bio-Produkt um Längen. Und ein Gouda war eher ein Offenbarungseid als eine Offenbarung und führte zur Überlegung gleich etwas Karton auf den Toast zu legen.

Einkaufen

Beim Einkaufen halten wir uns strikt an unseren Einkaufszettel und damit an unsere Planung, nichts wandert zusätzlich in den Einkaufswagen. Das bedeutet zwar den Verzicht auf die ein oder andere Leckerei aber damit auch eine Reduzierung unserer Kalorienzufuhr. Und so wird die Ausgaben-Diät dann doch ein wenig eine normale Diät.

Sonstiges

Auf Kino, Museen und Konzerte verzichten wir im April ebenfalls, obwohl einmal können wir ins Kino gehen. Wir haben noch zwei Freikarten, die wir von einem Kunden geschenkt bekommen haben. Ansonsten vergnügen wir uns anderweitig, das macht auch Spaß.

Diät im April

Und hier stellt sich nun die Frage. Wie preiswert kann man leben und gleichzeitig die Ausbeutung anderer Menschen so gut es geht vermeiden? Und ändern wir damit wirklich etwas, dieser Artikel in der Zeit lässt uns ratlos zurück.

Für uns ist der Selbstversuch ein spannender Contest und wir sind sehr auf das Ergebnis gespannt. Über unsere Erkenntnisse werden wir in einem späteren Artikel berichten.

20 Kommentare zu “Diät im April – Wieviel Geld brauchen wir eigentlich?”

  1. Ani

    „Dies beschränkt sich überwiegend auf Fahrten zu Kunden. Die Entsorgung planen wir dann immer strategisch günstig ein.“

    Klingt, als wärt ihr Mafia-Mitglieder 😀

    Sehr guter Artikel und wieder mal ein klasse Denkanstoss. Man glaubt gar nicht, mit wie wenig man auskommen kann und wie viel man sich (leider) manchmal so gönnt. Vielleicht sollte man „sich etwas gönnen“ mal wieder mehr mit dem Belohnungssystem verknüpfen, damit das Besondere nicht zum Gewöhnlichen verkommt.

    Ich muss auch Diät machen. Aber mehr so beim Essen. Da habt ihr es leichter, fürchte ich 😀
    Trotz Stehen wünsche ich euch trotzdem weiterhin gute Fahrt!
    Ani

    1. Andreas

      Du hast Recht, man könnte das glatt so verstehen. 🙂

      So ein paar Kilo weniger würden mir auch nicht schaden, mal sehen was der Monat bringt.

      Gruß
      Andreas

  2. Det70

    Na da bin ich ja mal gespannt auf das Resümee nach Monatsende. Weniger auf die Zahlen in Heller und Pfennig, mehr auf Eure gewonnenen Erkenntnisse.

    Beste Grüße
    Det

  3. Helmut W

    na da bich ich ja mal gespannt was das MINNIMALE kostet.

    Und nach Abschluss des Fasten-Monats hätte ich gerne gewust wie hoch das Zufriedenheits Barometer noch steht.

    Gutes Gelingen und Durchhalten

    Helmut W
    der nimmts wie es kommt.

  4. runterwegs

    Hallo Ihr beiden!

    Wir sind gespannt auf das Ergebnis. Am günstigsten haben wir bisher in Cape Maclear, Malawi gelebt: 500 Euro/pro Monat haben wir dort im Durchschnitt zu Zweit gebraucht: http://www.runterwegs.de/digitale-nomaden-lebenshaltungskosten/ In dieser Zeit sind wir mit unserem Hanomag A-L 28 auch nicht gefahren und konnten einen sehr günstigen Langzeitpreis für den Stellplatz aushandeln. Allerdings sind in dem kleinen Dorf, wo wir standen, die „Versuchungen“ auch nicht so groß. Wir haben uns trotzdem ab und an etwas gegönnt wie z.B. Essen gehen.

    Viele Grüße und viel Erfolg bei Eurer Ausgaben-Diät,
    Verena & Patrick

  5. Astrid

    Zum ersten Mal macht mich Euer Beitrag nicht nur nachdenklich, sondern auch traurig. Es gibt im „reichen D“ zu viele Menschen, die so leben müssen und nicht nur für einen Monat. Ich bin 62J. und kann die wachsende Ungerechtigkeit immer schlechter ertragen. Ich genieße ähnlich wie Ihr die mobile Freiheit im Rahmen meiner aktuellen Möglichkeiten – kann nicht mehr ausgeben, als ich bekommen habe (verdient habe ich natürlich viel mehr ;-)) Und kaum hört man die Nachrichten ist dieses Gefühl von eigentlich bin ich doch gesund und glücklich wieder weg. Da gibt es immer Idioten, die den Hals nicht voll bekommen und möglichst nur in die eigene Tasche wirtschaften ………..
    Dabei ist der Ausdruck „Idioten“ an dieser Stelle leider falsch.
    Nun mache ich mir Sorgen ein altes vergnatztes Weib zu werden, denn mein letzter Aufreger hier war ja das von Euch angesprochene Meldegesetz – wenn die Überwachung mal funktionieren würde wo es um Milliarden geht und nicht nur darum, wenn jemand seine „Bürgerpflicht“ mal etwas freier leben möchte.
    Klaus Wowereit meinte ja Berlin ist arm aber sexy – ich finde arm sein ist Scheiße – wieso auch, es ist doch genug Geld da.!?

  6. Ilse

    Im Durchschnitt habe ich in den letzten 12 Monaten (inklusive 11,40 € Gas, 8 € Wäsche pro Monat) und selbstkochend keine
    – 200 € –
    pro Monat gebraucht (ohne Alkohol). Darin sind Papiertücher, Waschmittel, Pflegeartikel, Kleidung (als Womoreisende brauche ich kaum noch was Neues) und auch mal ein neuer Topfdeckel.
    Ich stehe fast nur frei und V/E ist kann auf der Fahrtstrecke eingebaut werden.
    Diesel, Maut, Internet und Reparaturkosten sind hierbei nicht enthalten.
    Das habt Ihr ja auch nicht vor zu berechnen, wenn Ihr fest steht. Ein Monat lang zu verzichten ist leicht möglich. Interessant wird’s erst, wenn Ihr nach 12 Monaten die Billanz zieht.
    Inzwischen betreibe ich es fast als Sport sparsam zu kochen und gehe vielleicht 6-10mal im Jahr auswärts zum Essen.
    Viel Spaß beim Sparen mit Vergnügen! Geht wirklich
    Grüße, Ilse

    1. Claudia

      Hallo Ilse,
      Deine Zahlen sind schon der Wahnsinn! Ich bin echt gespannt auf unser Ergebnis. Allerdings werden wir auch die anteiligen Kosten für das Auto (Versicherung und Steuer) und unsere KV-Versicherungen mit einbeziehen. Reparaturkosten werden diesen Monat „ausgesetzt“. Dies käme dann eher in die Jahresbilanz im Dezember. Der erste Teil ist problemlos bewältigt 🙂
      Lass es Dir gut gehen!

  7. Ilse

    Nachtrag:
    Wenn die jährlichen Kosten dazu kommen (Kfz-Vers./Steuer, Unfallvers. Rechtschutz, Haftpflicht, ADAC, GEZ, Müll, Dichtheitsprüfung, Gasprüfung etc) schlägt das mit 185 € monatlich zu Buche.
    Bleiben noch Internet, Maut, Diesel, Reparaturen.
    Summe monatlich 385 €.
    Ich führe ohne Stress () genauestens Buch, da gibt’s tolle APPs dafür!
    Und Ihr müsst nicht glauben, dass dabei Schmalhans die Küche leitet, aber nein. Ich koche sehr gerne, oft auch aufwändig, abwechslungsreich und meistens auch gesund.
    Und oft genug kriegen auch noch Nachbarn was ab.
    Sobald Ihr das Sparen als Sport und nicht als Knauserigkeit einordnet machts einfach Spaß.
    Wenn ich auf den Cent gucken würde, könnten locker noch 70 € eingespart werden. Aber wir Wollens ja nicht übertreiben…da hätten dann nur die Erben was davon.
    In diesem Sinne viele Grüße,
    Ilse

  8. Sera

    … Eure Diät klingt wie mein normales Leben mit 40 Stunden Woche. Nur eben ohne mobiles Zuhause. Ich habe es vor einiger Zeit durchgerechnet: 850,- braucht ein Singlehaushalt zum „Diätüberleben“. Wenn kein Auto vorhanden ist. Also: Für einen Mindestlohnverdiener ist das Urteil über den „Pappgouda“ irgendwie witzig. Und es macht mich auch ein bisschen wütend.

    1. Andreas

      Hi Sera,
      warum macht dich das wütend?
      Es ist nun mal mein Eindruck, zu mindestens bei diesem Gouda. Die neue Versuch vom Lidl heute war erheblich besser.

      Gruß
      Andreas

      1. Sera

        Hallo Andreas,
        klar ist das Dein Eindruck – und es ist ja auch vollkommen legitim, ihn zu schildern. Der Scheibenkäse schmeckt oft nicht nach mehr als nach gepresstem Fett. Das ist Tatsache.
        Was mich eigentlich wütend gemacht hat, ist, dass jemand, der die Wahl hat, sich einzuschränken, und nicht dazu gezwungen ist, negativ über die Produkte urteilt, die jemand, der sich einschränken muss, kaufen muss (und sich immer noch über den Preis… nicht ärgert, aber für den 2,- für Käse tatsächlich viel Geld sind). Das hängt wohl weniger mit euch, als mit meinem Lebensstil zusammen.

        Beste Grüße
        Sera

        1. Andreas

          Hallo Sera,

          mich macht es wütend, dass viele Menschen heute nicht mehr von ihrem Vollzeitjob vernünftig leben können und nicht, dass ein Besitzer eines Mercedes sich über die Qualität eines Dacias äußert. Nein, das kann es nicht sein, dass man sich nur über die Qualität von Produkten äußern darf, wenn man sich anderes nicht leisten kann.
          Im übrigen hatten wir auch schon ganz andere Zeiten, vor allen Dingen zu Beginn der Selbstständigkeit (mit zwei zusätzlichen Nebenjobs und 80 Std.-Woche).

          Gruß
          Andreas

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