Die erste Radreise – Die Wirklichkeit nach 200 Kilometern

Im Beitrag werden mehrfach Produkte von Decathlon erwähnt. Wir haben die Artikel selber bezahlt und bekommen von Decathlon auch keine Vergütung. Nur der Ordnung halber.

Wir haben unsere erste Radreise über 200 km hinter uns. Mit allem, was dazu gehört, Bahn, Zelten und einem langen Anstieg mit schweren Rädern. Entsprach die Wirklichkeit unseren Vorstellungen oder schmeißen wir die Räder jetzt in die Ecke?

Oft ist die romantische Vorstellung meilenweit von der harten Realität entfernt. Und jetzt können wir nach drei Tagen und zweihundert Kilometer auch nicht wirklich sagen, dass wir alles erlebt haben.

Bei dem Unwetter am ersten Tag haben wir auf die Minute genau ein Hotelzimmer betreten und so können wir höchsten von einer Schönwetterfahrt sprechen. Ein paar Tropfen Regen am Morgen und Hitze am Nachmittag sind jetzt nicht der Rede wert.

Die Strecke war keine große Herausforderung, auch die 81 Kilometer am zweiten Tag sind eher so passiert. Trotz der schweren Räder war diese Entfernung kein großes Problem und wir sind am nächsten Tag ohne Pfleger wieder auf unsere Räder.

Bahn

Die Bahnfahrt bis Dortmund flutschte einfach. Beide Züge waren pünktlich und die Bahnsteige gut zu erreichen. Bei kürzeren Umsteigezeiten könnte es knapp werden, weil immer nur ein Rad in den Aufzug passt. Von Dortmund ging es mit den Rädern weiter über Duisburg nach Solingen.

Die Rückfahrt war das komplette Gegenteil. Nun hatten wir Bahnfahren Level 3 gewählt. Viermaliger Zugwechsel mit dreimaligem Bahnsteigwechsel im 9 Euro Style in Regionalbahnen auf Nebenstrecken. Nur blöd, wenn schon morgens die Bahn App sagt, dass du dein Leben chillen kannst, weil dein erster Zug 20 Minuten Verspätung hat. Ok, es regnet eh noch, fahren wir später los. Dann Panik, der Bahn Navigator meldet, dass der Zug pünktlich ist, fuck. Keine 2 Minuten danach meldet die App 30 Minuten Verspätung und damit waren alle Anschlüsse zerbröselt. Aber es regnete nicht mehr.

Radreise mit Bahn

Das war ein wenig ärgerlich, aber kein wirkliches Problem. Wir hatten keine Termine, kamen halt nur etwas später nach Hause. Gelassenheit bringt einen da entscheidend weiter. So sind wir einfach eine Runde durch Paderborn geradelt und haben so 50 Minuten überbrückt. Die Fahrt würden wir jederzeit wieder so machen, auf schönen Nebenstrecken entspannt durch viel Natur cruisen.

Was gar nicht geht, ist die Tatsache, dass die Bahn in Paderborn für den Bahnsteig zu Gleis 4 einen neuen Aufzug baut, aber für die Zwischenzeit keine Alternative bietet. Eine einfache Schiene auf der Treppe wäre eine große Hilfe. Zum Glück waren sofort andere Reisende zur Stelle und halfen uns, die Räder hochzutragen. Und wir waren nicht einmal die einzigen Radreisenden in dem Zug.

Tipp
Wenn du im Zug eine deiner Bremsen ziehst und mit einem Klettband fixiert, steht dein Rad bombenfest.

Camping

Zelten

Wir sind auf dem Campingplatz Meerbusch bei Düsseldorf gelandet. Ein schöner Platz, wir konnten vom Zelt auf den Rhein blicken.

Das Zelt von Decathlon, das Forclaz MT500, haben wir tatsächlich in kürzester Zeit auf- und abgebaut. Die Luftmatratzen und Kopfkissen, ebenfalls von Decathlon, haben uns sehr bequem schlafen lassen. Nur mit den Schlafsäcken waren wir nicht ganz zufrieden, die waren einfach zu warm.

Auch sehr wichtig, wir haben am nächsten Morgen auch alles wieder einfach packen können. Zelt, Luftmatratze und Schlafsack waren schnell wieder in ihren Hüllen und am Fahrrad verstaut.

Sehr stylisch waren im Übrigen unsere dänischen Nachbarn unterwegs, ich schätze mal beide auf weit über 70. Der Citroën Méhari war im hinteren Bereich komplett mit Holzkisten bestückt, in denen das ganze Equipment lag. Absolut genial.

Radreise und Zelten

Kochen

Das Kochset, ebenfalls von Decathlon, für zwei Personen, bestehend aus Topf, Pfanne, zwei Teller, zwei Becher, Besteck, Deckel mit Löchern zum Abschütten des Kochwassers und Untersetzer. Top, hat alles gut funktioniert und das Essen war lecker.

Die Räder

Gewicht

Auf meinem Rad hatte ich 26 kg Gepäck in vier Taschen von Ortlieb. Das Kameraequipment findet in Taschen am Lenker seinen Platz. Somit wog das Fahrrad komplett etwa 45 kg.

Claudias Gepäck wog 15,6 Kilo. Rechnen wir den E-Antrieb dazu, kommen wir auch auf 24 Kilo, Gesamtgewicht etwa 42 kg. Dazu aber später mehr.

Härtetest

Die letzten Kilometer der Radreise waren noch einmal ein kleiner Härtetest. Fast 10 Kilometer ging es bei 30° C mit bis zu 10 % Steigung immer wieder bergauf, nur um dann wieder an Höhe zu verlieren und den ganzen Anstieg noch einmal zu beginnen. Am Ziel in Solingen Wald hat Claudia ein neues Hinterrad ohne Motor bestellt. Sie ist die komplette Tour ohne elektrische Unterstützung gefahren.

Die künftigen Touren möchte sie ohne elektrische Unterstützung fahren und so etwa 8 Kilo (Motor, Akku und Ladegerät) einsparen. Nun ist ein Laufrad (für 150 kg Systemgewicht) ohne Motor zum Wechseln vorhanden. Das größte Ritzel auf der Kassette hat 36 Zähne. Die Kabel, das Bedienteil und der Controller verbleiben am Rad. Die Umrüstung dauert so keine fünf Minuten.

Ich habe mir, so zu sagen fast aus Versehen, ein richtig stabiles Rad gebaut. Ich habe zwar extra die stabilen Ryde Andra 30 Felgen verbaut, aber das Rad verhält sich auch bei voller Beladung sehr stabil und gerät auch bei hohen Geschwindigkeiten bergab nicht ins Schlingern. Leider passen mit Schutzblech nur 42 mm breite Reifen, lieber wären mir 47er oder 50er. Die bieten einfach mehr Komfort und bügeln zum Beispiel Waldwege einfach glatter.

E-Bike und Radreise

Keine Frage, E-Bikes sind genial. Ich bin zwar vor einem Jahr auch wieder auf ein normales Rad umgestiegen, das war aber kein Kontra gegen das E-Bike, sondern einfach eine Entscheidung für ein leichtes Bike und Einfachheit, da ich mich für ein Bike entscheiden muss.

Zwei Punkte sehe ich als problematisch an. Das ist zum einen der Antrieb als mögliche Fehlerquelle und die daraus resultierenden Probleme bei der Reparatur. Ersatzteile für mein Rad finde ich überall, auf der ganzen Welt. Wenn aber beispielsweise der Motor defekt ist, ist eine einfache und schnelle Reparatur ausgeschlossen. Das nimmt einer Radreise die Leichtigkeit.

Der zweite Punkt ist das Gewicht. Motor, Akku und das Reisegepäck können mal schnell das Systemgewicht des Rades sprengen. Das Systemgewicht wird aus deinem Gewicht plus dem Gewicht des Rades errechnet. Viele Bikes haben ein Systemgewicht von 130 Kilo. Rechnen wir mal: 25 kg das E-Bike, ich wiege 93 kg, das macht 118 kg. Bleiben 12 Kilo für Gepäck übrig. Ich hatte aber 25 kg an Gepäck auf meinem Rad und damit sind Speichenbrüche vorprogrammiert. Mein Rad hat deshalb auch ein Systemgewicht von 150 kg.

Auf einer Radreise haben wir lieber leichte und leicht zu reparierende Fahrräder dabei. Wir fahren lieber weniger Kilometer und machen mehr Pausen, wenn mal die Steigungen zu lang oder zu steil werden. Es ist eine Radreise, kein Rennen.

Fazit unserer ersten Radreise

Diese Tour war kein einmaliger Ausrutscher, die Romantik ist geblieben. Die Tour hat eine Menge Spaß gemacht und am liebsten hätten wir den Rückweg auch mit den Rädern gemacht. Die Strecke durch das Ruhrgebiet war überraschend autofrei. Wir sind viele Kilometer über gut ausgebaute Trassen geradelt, unter anderem auf dem RS1, dem Zollvereinweg, der Erzbahntrasse und auf der Kray-Wanner-Bahn. Das Ruhrgebiet bietet viel Grün und Überraschendes. So haben wir noch nie so viele Fahrradstraßen gesehen wie in Essen.

Unser nächster Trip geht auf den Brocken, los gehen soll es direkt bei Sonnenaufgang gegen 05:00. Dann liegen 114 km und 1830 Höhenmeter vor uns. Und die folgende Radreise steht auch schon so gut wie fest, aber das verraten wir zu gegebener Zeit.

Unser Tipp, es muss nicht gleich das teure Equipment für die erste Radreise sein, wichtig ist, dass du anfängst.

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