Herbst
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Ein Frühling und Sommer im Herbst

von Andreas

Was war das für ein irrer Oktober! Unterwegs im T-Shirt und kurzen Hosen. Ein Sommer namens Herbst.

Wir haben irgendwie immer den richtigen Riecher. Unwetter in Portugal, in Südfrankreich, Österreich, Norditalien und auf Mallorca. Und hier? Hier schien fast den ganzen Oktober nur die Sonne, die Temperaturen waren für einen Oktober mit 24 °C und zeitweise gar 27 °C total bekloppt. Einfach nur schön.

Aber ist das wirklich so schön? Nein, denn mittlerweile sitze ich schon im Wohnmobil und wünsche mir Regen. Es fehlt so viel Wasser, seit Monaten hat es hier nicht mehr richtig geregnet. Wir waren unten am Rhein und haben nur gestaunt. Da, wo uns normalerweise das Wasser bis zum Hals stehen würde, wachsen hunderte von Tomatenpflanzen im ehemaligen Flussbett! Im Oktober! Irgendwann bekommt die Fassade des schönen Wetters die ersten hässlichen Risse.

Stoppt Kohle

Demo Hambacher Forst

Und deshalb waren wir auch demonstrieren, sind mit Freunden 15 km für den Hambacher Forst und für den Stop des Braunkohleabbaus gelaufen.

Und das Schönste war, dass viel mehr Menschen kamen als die Veranstalter erwartet hatten. Das war eindrucksvoll, all diese Menschen quer durch alle Altersgruppen zu sehen.

Das ist der Frühling in diesem Herbst. Endlich scheinen wieder mehr Menschen ihre Meinung kundgeben zu wollen, denn auch die Demo in Berlin war beeindruckend. So viele Menschen, eine Viertelmillionen, die ein Zeichen gegen Rassismus und Hass setzen wollten. Auch das war beeindruckend. #wirsindmehr

Herbstimpressionen

Entlang der Wupper

Das Wetter gab uns die Möglichkeit fast täglich mit dem Rad unterwegs zu sein, mit Touren flussaufwärts und flussabwärts der Wupper, zur Mündung der Wupper und zum Rhein.

Aber nun ist es passiert, der Wetterumschwung kam zum Wochenbeginn. Jetzt ist es wirklich Herbst geworden. Draußen ist es kühl und feucht auch wenn die Sonne scheint. Jetzt beginnt wieder die Zeit, in der der Wille zur Bewegung der Außentemperatur entspricht. In der dich eine Stimme in deinem Kopf beschimpft, weil die Vernunft dich auf deinem Rad sehen möchte. Es ist die gleiche Stimme, die dir einreden will, dass eine Tüte Erdnuss-Flips jetzt eher das Überleben im kommenden Winter garantiert als schnöde Bewegung bei 8 °C.
Dabei ist alles ganz einfach. Wir fahren jetzt nicht mehr zum nächsten Supermarkt, sondern zum übernächsten, dass sind sechs Kilometer mehr oder wir fahren die große Strecke zu unserem nächsten Markt, dass sind dann fünf Kilometer mehr. Außerdem kaufen wir fast jeden Tag ein, immer nur die Dinge, die wir für den Tag brauchen. Auch das zwingt uns vor die Tür.

Noch mal schnell auf dicke Hose gemacht

Am vorletzten Tag des Monats erlebten wir dann doch noch so etwas wie einen stürmischen Herbst. Ein Sturm zog über uns hinweg, rüttelte etwas unmotiviert am Wohnmobil rum und machte sich wieder schnell vom Acker.  Wenigstens regnete es endlich mal fast den ganzen Tag, denn am nächsten Tag schien schon wieder die Sonne. Mal sehen was uns der November so bietet.

Herbst

Schlechtes Wetter hat einfach seine Vorteile. Wenn die Sonne scheint, wollen wir immer was unternehmen. Aber so kann ich den ganzen Tag vor dem Rechner sitzen und verspüre dabei nicht einen Funken schlechten Gewissens. Ich schaue aus meinem Fenster und  seufze traurig:  „Och schade, es regnet“ .
Also so zumindest die Theorie, die Realität ist eine Andere. Ich habe wieder Stimmen gehört. Wir sind für drei Stangen Lauch mit Umweg durch den Regen zum Supermarkt gelaufen und haben es so immerhin auf vier Kilometer gebracht. Wir hätten auch einfach die Tageskarte ändern können.

Warum tun wir uns das an?

Ab einem bestimmten Alter ist das Leben halt ein ewiger Kampf gegen die eigene Verfettung und den drohenden Verfall. Und ein Leben im Wohnmobil ist nicht gerade ein Leben der langen Wege, wo sonst kannst du dir von der Sitzecke fast bewegungslos die Mayonnaise für deine fettigen leckeren Pommes aus dem Kühlschrank angeln? Um so wichtiger ist es seinen Arsch aus der Kiste zu bekommen, gerade wenn dazu noch ein Hang zu gutem Essen kommt, wie bei uns. Eine Verunreinigung des Kühlschranks mit Lightprodukten und kalorienreduziertem Käse kommt aber auch nicht in Frage. Es ist ein Dilemma.

Dazu kommt noch eine richtig nervige Sache: Jeden Winter verliert sich die Spur zu unserer Kondition irgendwo zwischen Dominosteinen und Christstollen und muss im Frühling erst wieder aufgebaut werden. Das soll sich diesen Winter ändern. #nurdiehartenkommenindengarten

Und was war sonst noch?

Ein bisschen Baustelle, viele Flohmärkte, ein Fotoshooting für „Die BaumHirten“ und, auch unterwegs sind wir nicht sicher, Widerstand gegen Versuchungen. Es wird Winter, meine noch vorhandenen Gene aus der Steinzeit würden gerne Schweine am Stück essen und glauben nicht an die tägliche Verfügbarkeit von Lebensmitteln.

In eigener Sache

Noch eine Bitte, ich habe in den letzten Tagen viel an unserer Seite gearbeitet, vor allem gibt es jetzt teilweise unterschiedliche Ausgaben für Desktoprechner und mobile Geräte. Das ein oder andere ist mir sicher durch die Lappen gegangen, wenn du einen Fehler findest, sende bitte eine Mail an mich. Danke.

Übrigens, hast du schon unsere neue Seite mit über 60 Wohnmobilstellplätzen in Frankreich gesehen? Mit vielen Informationen zu Supermärkten, LTE und mehr.

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4 Kommentare zu “Ein Frühling und Sommer im Herbst”

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