réfrigérateur
14qm Lifestyle

La mort du réfrigérateur

von Andreas

Die Geschichte eines wahnsinnigen Tages, aber auch davon, was man in anderen Ländern mit ein wenig Fremdsprache erreichen kann. Auf der Jagd nach einem neuen Réfrigérateur.

Am Montag Abend wunderten wir uns schon über die Temperatur des Kühlschrank, gaben aber den südfranzösischen Temperaturen und der Sonneneinstrahlung die Schuld und drehten ihn ein wenig höher.
Am Dienstag Morgen keine Besserung, die Temperatur blieb bei 10 °C, aber im Schrank stand ein widerlicher Abgasgeruch. Da wir die Nacht frei vor Sausset-les-pins standen, beschlossen wir auf den Stellplatz des selbigen Ortes zu fahren um dort den Kühlschrank auszubauen.

Kühlschrank 01

Der Kühlschrank war schnell ausgebaut und wir schleppten das Teil vor unser Womo. Ich habe den Brenner ausgebaut und gereinigt, ebenso den Kamin.

Kühlschrank 02

Der Kühlschrank wurde ins Womo bugsiert und angeschlossen. Das Ergebnis war ernüchternd, keine Besserung. Wir beschlossen einen Notplan und wollten eine Mobicool B40 kaufen, aber wo? Natürlich hätten wir gerne gleich den richtigen Ersatz gekauft, aber keiner, der uns bekannten Läden (But, Darty, Auchan oder Carrefour) in Frankreich bot uns einen Kühlschrank in der passenden Breite an.
Im Internet wurden wir endlich fündig. Der Ort hätte mir gleich spanisch vorkommen sollen, aber das Internet weiß ja alles. Laut der Website von FNAC, so eine Art Media Markt, sollte die Mobibox am Flughafen von Marseille verfügbar sein. Na klar doch, die verkaufen eine 40 l Kühlbox am Flughafen als Handgepäck, in der Abflughalle 4.

Marseille 01

Das Navi wurde instruiert, 18 km und gefühlte 999 Kreisverkehre später waren wir am Flughafen. Die sind ja dort auf alles vorbereitet, aber nicht auf ein 3,40 m hohes Wohnmobil. Was nun? Bei Sixt gab es keine Höhenbeschränkungen und nach einem kurzen Plausch durften wir das Auto dort parken. In die Halle 4 gehetzt und schon beim Anblick der FNAC Filiale war mir klar, das meine stillen Gedanken wahr werden würden. Dieser kleine Laden hat mit Sicherheit keine Kühlbox für den geneigten Fluggast. Der verwirrte Ausdruck des Verkäufers, als ich ihm erklärte, das sein Laden laut der Website seines Unternehmens die Box vorrätig haben müsste, sagte alles.

Nur mal so nebenbei. Eine Anfrage bei Dometic, ob sie mir einen Händler im Umkreis von Marseille nennen könnten, wurde bis jetzt noch nicht beantwortet.

Also wieder raus aus dem Flughafen und zum nächsten Einkaufszentrum, wir sind bei Kreisverkehr 9999. Wir fanden einen Carrefour, einen netten Verkäufer und eine Notlösung, eine Kühlbox mit 40l Volumen und Betrieb auf 230 V und 12 V.

Jetzt wollten wir noch den alten Kühlschrank loswerden und auf dem Weg zurück Richtung Carro sahen wir das Schild Déchèterie. Wir müssen aber wieder draußen bleiben, eine der beliebten Höhenbeschränkung verwehrt uns die Einfahrt. 1,90 m! 4 cm weniger und ich würde mir die Murmel angeschlagen.

Marseille 02

Also habe ich die Hütte davor abgestellt und bin erst einmal rein, um zu fragen, ob sie uns den Kühlschrank abnehmen würden. Pas de problem, ob wir ihn denn alleine bringen könnten. Und wie wir das können, den Kühlschrank hatten wir sogar schon für die Verschrottung vorbereitet und mussten nur drei Schrauben lösen. Nachdem wir das Gerät in die Tiefe des Containers geworfen hatten, hörten wir es hinter uns leise zischen. Aber alles kein Problem, ein Rettungswagen der Feuerwehr stand schon mit Blaulicht vor der Einfahrt der Déchèterie. Der Angestellte schaute uns verdutzt an, schaute dann auf seinen gerade mit einem Pflaster verarzteten, etwas blutenden Finger und sagte trocken: Also ich habe den nicht bestellt.
Im übrigen wollten die nicht einen Cent für die Abnahme des Kühlschranks, aber wir haben trotzdem etwas für die Kaffeekasse gespendet.

Ach ja, hatte ich schon erwähnt, das wir beim Carrefour auch einen Castorama, einen Baumarkt, fanden und gleich ein 5mm dickes Sperrholzbrett gekauft haben um die Lüftungsschlitze des Kühlschranks zu schließen?

Bin schon mal auf die Stimmung auf dem Stellplatz hier gespannt, wenn ich die Stichsäge auspacke.

Noch eine Anmerkung zum Wort Réfrigérateur, ein absoluter Zungenbrecher und flüssig kann man das erst ab 2 Promille auszusprechen. Den Franzosen ist das Wort selbst unheimlich, deshalb sagt man auch einfach nur Frigo.

Fortsetzung
Die Geschichte hat eine Fortsetzung, denn die Kühlbox war nicht die richtige Lösung:
30 °C, WIR HABEN EINEN NEUEN KÜHLSCHRANK

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12 Kommentare zu “La mort du réfrigérateur”

  1. Brenzel

    Hallo Ihr Zwei,
    das Wort „Réfrigérateur“ konnte mir der Übersetzer von Google sofort erklären.
    ABER das Wort „Déchèterie“ kennt das Übersetzungprogramm nicht.
    War auch nicht wirklich nötig die Googlemaschine anzuwerfen.
    War ja gut im Beitrag erklärt. (Daume hoch und grins).
    Weiter gute Fahrt und immer genug Diesel im Tank.
    Gruß
    Die Brenzel’s

  2. Dirk

    Hallo ihr Zwei,
    als „stiller“ und begeisterter Leser musste ich schon sehr oft über Eure Berichte schmunzeln und möchte an dieser Stelle das „Schweigen“ brechen und Euch ein großes Kompliment für Eure Art der Berichterstattung danken.
    Dieser Bericht ist auch wieder extrem gut geschrieben, aber bei der Stichsäge konnte ich das Kopfkino nicht mehr ausschalten und musste nur noch laut lachen – Danke dafür :-).
    Weiterhin eine gute Fahrt, eine tolle Zeit und für uns Leser bitte weiterhin so tolle Erfahrungsberichte.
    Viele Grüße,
    Dirk

  3. Roland

    Hi ihr zwei,
    die Schreibweise „déchetterie“ ist häufiger, die andere ist daher schwieriger im Wörterbuch zu finden.
    Noch viel Spaß in Frankreich!
    Roland

    1. Andreas

      Stimmt, in unserem Wörterbuch steht auch déchetterie. Auf dem Schild im Titelfoto und zum Beispiel bei im französischen Wikipedia Artikel steht die Schreibweise mit einem t.
      Ich habe mich mal schlau gemacht. Beide Schreibweisen sind erlaubt und laut der Académie française ist nach der Rechtschreibreform von 1990 die Schreibweise mit einem t die modernere.

      Gruß
      Andreas

  4. Det70

    Frigo… so kürzen ihn die Spanier auch ab. Seltsamer Weise habe ich das Stammwort „Frigorifico“ trotzdem in meinem Hirn abspeichern können.

    Wieder mal ein schöner Bericht. Falls mir übermorgen, auf dem Weg nach Spanien, der Kühlschrank kaputt geht, weiß ich ja wo die Stichsäge zu finden ist.

    Habt eine schöne Zeit.

    Gruß Detlef

    1. Andreas

      Hi Det,

      wir haben fast alles dabei 😀
      Es ist auch noch Holz vorrätig um die Lüftungsschlitze zu verschließen.

      Schönen Urlaub

      Gruß
      Andreas

  5. Dieter

    Hallo,hast Du wenigstens den Grund des Sterbens vom Kühlschrank heraus gefunden. Eigentlich kann es ja nur der Verlust von Kühlmittel gewesen sein durch ein Leck.
    Normal ist der Absorber ja unsterblich und man kann ihn überall reparieren.
    Beim nächstes Fall von sowas rate ich zum Kopfstellen damit sich evtl.Luftblasen auflösen.
    Hilft in 99% wenn kein Loch im System,bei Loch im System hilft ein ähnliges vorgehen wie Fahrrad Schlach Reparatur. Mit Luft abdrücken das Loch verlöten oder schweißen und wieder Kühlmittel auffüllen, macht fast jeder Klempner.
    Gruß und überschwemmungsfreie fährt….

    1. Andreas

      Hallo Dieter

      Nicht wirklich, was wir gefunden haben waren schwarze Rußspuren außen am Wohnmobil und innen an der Holzwand beim Kamin. Die waren definitiv neu.

      Gruß
      Andreas

  6. Ilse

    Hallo Ihr Zwei,
    das ist wieder mal ein köstlicher Bericht. Ich kam aus dem Schmunzeln kaum raus!
    Wenn denn der neue Frigo drin ist wird sich sicherlich auch den Gasverbrauch reduzieren.
    Und, ganz nebenbei…schon was von Dometic gehört?
    Weiter viel Spaß,
    Ilse
    (derzeit Spanien, Mittelmeer, sechste oder siebte Womo von rechts)

    1. Andreas

      Hallo Ilse,

      Dometic hat sich gestern Abend gemeldet und mich auf eine Suchseite der Servicepartner geschickt. Zwei im Umkreis von Marseille habe ich mal angeklickt und die waren wenig hilfreich.

      Gruß
      Andeas

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