Saintes-Maries-de-la-Mer

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Slow Travel in Frankreich oder doch Griechenland

Schöner kannst du an einem Abend im Dezember in der Camague nicht angekommen. Sollen wir in Frankreich bleiben?

Nach drei Tagen und 1200 km sind wir in Frankreich, in Saintes-Maries-de-la-Mer angekommen. Schneller war es mautfrei nicht zu schaffen und vorher noch in den Niederlande einkaufen war. Wobei das Wort „schneller“ bei der Zeit, die uns zur Verfügung steht, schon ein wenig fehl am Platz ist.

Anreise

Am ersten Tag waren wir in fünf Ländern, ein persönlicher Rekord. Los ging es in der Eifel, über die Niederlande, Belgien und Luxemburg nach Frankreich. Die erste Nacht verbrachten wir auf dem Stellplatz Bruley bei Nancy.

Wohnmobilstellplatz Ville-sous-AnjouDer zweite Reisetag brachte uns bis 50 km vor Valence, dem Tor zum Süden, dann waren meine Akkus leer. Die schnelle mautfreie Umgehung Lyons auf der Autobahn entpuppte sich als lahme Stehparty. Unser Stellplatz für die zweite Nacht lag 7 km abseits der N7, in Ville-sous-Anjou.

Am dritten Reisetag durften wir eine südfranzösische Besonderheit erleben, den Mistral. Dieser eisige Wind, von dem man erzählt, das er Menschen und Tiere verrückt macht. So verrückt, wie den Fahrer des Abschleppwagens, der uns überholte und dann bemerkte, das die Reste der vorhandenen Überholspur in keinem guten Verhältnis zur Länge seines nicht enden wollenden Überholvorgangs stand. Sein panisches Einscheren konnte ich nur mit einem beherzten Schlenker zur Leitplanke und einer Vollbremsung parieren. Dem Fahrer war es sichtlich peinlich, die Entschuldigung kam prompt und überschwänglich.

Geisterstadt

Aber nun sind wir endlich im Süden und das auch noch bei Sonnenschein und etwas über 15 °C. Unser erstes Ziel Saintes-Maries-de-la-Mer zeigt sich im Gegensatz zum Juni von einer ganz anderen Seite. Es ist eine Geisterstadt mit Weihnachtsbeleuchtung. Die meisten Restaurants und Geschäfte sind geschlossen und die Schaufenster ausgeräumt. Wir waren bei unserem abendlichen Spaziergang durch den Ort fast alleine. Jeden Moment, erwarteten wir, dass einer jener Tumbleweeds aus den Westernfilmen über den Asphalt rollt.

Wir erholen uns nun von der langen Fahrt in der Camargue. Der Winter ist hier grüner und das Licht schöner. Gestern fuhren wir viele Kilometer ohne auch nur einem Auto zu begegnen. Wie Saintes-Maries-de-la-Mer ist auch die Camargue im Winterschlaf. Rauch zieht über die brennenden, abgeernteten Reisfelder. Zwar sind auch hier Wohnmobile unterwegs, aber es sind nicht die Massen, die uns davon abhalten nach Portugal zu fahren.
Reisfelder in der CamargueWann es weitergeht und vor allem wie, wissen wir noch nicht.
Ich habe noch nicht den Schalter gefunden, der mich entschleunigt. Im Moment bin ich mit der zur Verfügung stehenden Zeit etwas überfordert und ich habe noch nicht meinen Reise-Modus gefunden.
Wir fahren an soviel sehenswerten Orten und Landschaften vorbei, wir könnten ständig anhalten. Allein nur die Schrottplätze entlang der N7 sind eine Augenweide, hier steht die automobile Geschichte Frankreichs.

Weiter oder Roadtrip durch Frankreich?

FrankreichUnser Plan, unser Ziel ist Griechenland, aber ich ertappe mich im Moment bei dem Gedanken einfach Frankreich richtig kennen lernen zu wollen. Nach Griechenland sind es noch einmal gut 2400 km, also mit Rückweg gut 5000 km. 5000 km in Frankreich, ein Traum, eine verlockende Alternative, es gibt noch so viel in diesem Land, dass wir noch nicht kennen.

Auf der anderen Seite lockt Griechenland, aber dazwischen liegt Italien, sollen wir dieses wunderschöne Land einfach nur durchqueren?
Deshalb halten wir einen Moment inne, sortieren unsere Gedanken, kommen zur Ruhe und werden dann das tun, das uns gut tut.

Dazu kommt noch, das ich nicht nur über Etappen, Stellplätze und Sehenswürdigkeiten schreiben möchte. Wir wollen nicht eine Sehenswürdigkeit nach der anderen abhaken. Wir wollen Menschen treffen, über Erlebnisse berichten und Geschichten schreiben.

Dies ist erst der Anfang unserer Reise, wir werden unseren Weg finden.

Alle Stellplätze findest du auf unserer Karte mit über 60 Wohnmobilstellplätzen in Frankreich.

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