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14qm Lifestyle

Warum es auf 14qm keine „Sponsored Posts“ gibt

von Andreas

Wir möchten mit unserem Blog Geld verdienen, dass steht außer Frage, aber nicht um jeden Preis. Eine Grenze sind Sponsored Posts, die wird es bei uns nicht geben. Warum wir keine bezahlten Beiträge schreiben, erfährst du in diesem Artikel.


Wir werden auch weiterhin die nicht wenigen Angebote bezahlter Beiträge, sei es in Form von Geld oder Ware, ablehnen und bewusst auf diese Einnahmen verzichten. Die Versuchung ist schon groß, denn diese Form der Posts bedeuten ja auch Geld für die Haushaltskasse, aber ist es uns das wirklich wert? Nein, wir sind nicht unseren Weg gegangen, um uns für Geld verbiegen zu müssen.

Mir wurde das Produkt XY zur Verfügung gestellt, dies hat aber keinerlei Einfluss auf meinen Text„.

So oder ähnlich steht es unter den meisten Sponsored Post, garniert mit dem Hinweis „Werbung“ am Anfang des Artikels. Ja sicher doch, der Kunde drückt dem Blogger Kohle in die Hand und schreit „Schlag mich“. Ich will damit ausdrücken, dass das Ergebnis dieses „Testberichtes“ von Anfang an feststeht, denn der Kunde erwartet Werbung und zwar positive Werbung.

Der Autor erweckt beim Leser zudem den Eindruck, dass er die Möglichkeit gehabt hätte, einen Text mit einer negativen Bewerbung zu schreiben. Das sehe ich aber anders, denn kein Kunde zahlt doch für einen negativen Bericht.

Die Texte und Inhalte dieser Beiträge dazu sind oft derart absurd, dass schrammt manchmal schon hart an der Satire vorbei.

Die nächste Frage die sich uns stellt, ist die Frage nach der Objektivität. Wie viel Augen bin ich bereit zu zudrücken, um zu einem für den Hersteller positiven Ergebnis zu kommen. Grenzen verschieben sich, wenn das Loch im Portemonnaie größer wird.

Es geht aber noch schlimmer, nämlich wenn ich einen kompletten Text lese und am Ende einen Disclaimer präsentiert bekomme, in dem steht, dass man das Produkt für einen Langzeittest zur Verfügung gestellt bekommen hat. Leute, das ist Verarschung, hätte vorher Werbung da gestanden, hätte ich mir die Zeit sparen können.

Keine Sponsored Posts – unsere Freiheit

Wir investieren unsere Arbeitszeit lieber in Langfristigkeit, denn Sponsored Posts sind eine einmalige Sache mit viel Aufwand. Um ein dauerhaftes Einkommen generieren zu können, müsste ich immer wieder neue Sponsored Posts schreiben und irgendwann auch meine eigentliche Nische verlassen müssen. Wir würden mit einem Sponsored Post zwar einmalig mehr Geld verdienen, aber über die Zeit gesehen wird das Affilate-Marketing über Jahre regelmäßige Einnahmen generieren. Auf die Dauer werden die Einnahmen dann höher sein.

Unabhängigkeit

Es passt nicht zu uns. Wir haben diese Form des Lebens gewählt, um mehr Freiheit zu genießen, fern von irgendwelchen Zwängen. Diese Freiheit wollen wir auch auf unserem Blog haben. Wir können schreiben, ohne Rücksicht auf vielleicht zukünftige Kunden oder Kooperationspartner nehmen zu müssen. Schon die Idee Sponsored Post schreiben zu wollen, hat meiner Meinung nach Auswirkungen auf den Blog. Die Braut, also der Blog, sollte ja möglichst ohne Ecken und Kanten sein.

Weniger Stress

Ihr habt wirklich den Knall nicht mehr gehört!
Sponsored Posts erfordern viel Arbeit und Kontakt mit dem Kunden. Der Preis muss verhandelt werden, die Rahmenbedingungen abgesteckt werden und unter Umständen muss der Artikel geändert werden, wenn er dem Auftraggeber nicht gefällt. Aber oftmals stellt sich auch einfach die Frage was da verhandelt werden soll, viele Kunden wollen Blogger möglichst preiswert abspeisen.

80% aller Anfragen sind der letzte Müll. Das sind Massenmails, die teilweise selbst von mittelständischen Unternehmen raus gehauen werden. Oft ohne jeglichen thematischen Bezug zu unserem Blog und teilweise sogar mit fehlenden Impressum in der Mail. Ab in den Müll und fertig. Ich habe einfach keine Lust mehr mich auf Diskussionen einzulassen, dass ich doch bitte die Kennzeichnung „Werbung“ (Verstoß gegen den Schleichwerbungsparagraphen“ §58 RStV) weglassen muss und gegen die Google Richtlinien verstoßen soll und den Link nicht auf „nofollow“ stellen darf. Für 100 € soll ich irgendeinem „bekannten“ Kunden meine Zeit und meine Reichweite zur Verfügung stellen und gleichzeitig eine Abmahnung riskieren und mich bei Google unbeliebt machen. Ihr habt wirklich den Knall nicht mehr gehört!

Die komplette Kommunikation ersparen wir uns, nur noch in den seltensten Fällen antworten wir überhaupt noch auf die Anfragen.

Social Media

Wir müssen keinen Likes hinterher rennen oder uns auf Facebook, Twitter oder Instagram verbiegen, weil die Zahl der Likes und Follower oft die Höhe der Bezahlung bestimmt, dies ist beim Affilate Marketing irrelevant. Und eines ist auch ganz klar, für Likes und Follower werden wir nie auch nur einen Cent bezahlen.

Das sind unsere Alternativen

Affilate Marketing

Beim Affilate-Marketing stehen die Provisionen fest und vom Händler wirst du so gut wie nichts hören. Es ist keine Kommunikation nötig und hier muss auch nichts verhandelt werden. Und noch so ganz nebenbei, wir haben auch überhaupt keine Lust bei Herstellern um Produkte zu bitten, dass liegt uns einfach nicht. Bei Amazon wissen wir heute schon, wie viel wir in zwei Monaten überwiesen bekommen.

Affilate bietet uns genau diese Möglichkeiten. Wir wollen uns nicht verbiegen, unsere Unabhängigkeit aufgeben und wir wollen unabhängig von Herstellern sein. Wir können nach Belieben Produkte austauschen, wenn ein besseres Produkt auf den Markt kommt oder uns die Geschäftspolitik eines Unternehmens nicht gefällt. Wir können völlig neutral sein, auch weil die Provisionen nicht Herstellerabhängig, sondern von Produktgruppen abhängig sind. Egal ob wir Hersteller A oder B empfehlen, die Provision bleibt gleich.

Bezahlung auf freiwilliger Basis

PayPal, Dieselkasse oder besser die Bezahlung auf freiwilliger Basis finde ich eine elegante Lösung. Es ist die Möglichkeit für den Leser seine Wertschätzung für unsere Arbeit auszudrücken oder sich für eine Hilfe erkenntlich zu zeigen. Die taz macht es zum Beispiel ebenfalls so und deren Erklärung dazu kann ich voll unterstützen.
Selena und Marc von Whatabus bezeichneten diese Form der Bezahlung in einem Beitrag als Bettelei, als peinlich und total daneben. Auf der einen Seite fand ich die Wortwahl und den folgenden Satz mit den Vanlife-Idolen nicht in Ordnung und zum Anderen finde ich es einfach zu kurz gedacht.
Ich kann eine Paywall aufstellen und x € im Monat verlangen, ich kann ein Plugin installieren und dem Leser solange den Zutritt zur Seite verwehren bis er den Adblocker ausgeschaltet hat, das ist alles ok. Wenn ich aber auf diese Möglichkeiten verzichte und die Möglichkeit der freiwilligen Bezahlung anbiete, dann soll das Bettelei sein? Machen wir es noch konkreter, seit der Veröffentlichung der Seite zu Thetford-Toilette haben wir mit Sicherheit ein gutes Dutzend Toiletten per Mail oder Chat repariert. Uns werden Mails geschrieben, wir werden per Whatsapp oder Facebook kontaktiert und in einem Fall sogar Abends angerufen. Wir haben eine Leistung erbracht, die Toilette funktioniert wieder. Wir haben das Wissen, das jemanden geholfen hat, müssen wir uns dann als Bettler beschimpfen lassen nur weil die Gegenleistung freiwillig erfolgen kann?

In anderen Länder funktioniert das teilweise recht gut, in Deutschland eher schlecht bis mäßig. Hier zu Lande herrscht noch eher die Meinung, dass ein Blogger gute Berichte schreiben darf, schöne Fotos machen soll und all die Fragen beantworten soll. Nur verdienen darf er nichts.

Eigene Produkte

Die werden hoffentlich irgendwann kommen, Ideen habe ich, aber ich komme irgendwie nicht aus dem Quark.

Und was ist mit Werbung?

Im übrigen gilt das Gleiche für Werbung. Wir schalten keine Werbung mittels Google Adsense. In den meisten Browsern mit Adblocker ist diese Form der Werbung eh nicht zu sehen und erscheint nur auf dem Smartphone und dem Tablet, also dort, wo ich es am wenigsten sehen will. Und die Seite zu sperren, bis du den Adblocker ausgeschaltet hast, tun wir dir bestimmt nicht an.

Wir sind bereit, uns für diese Freiheit einzuschränken oder auch mal arbeiten zu gehen. Im Gegenzug können wir Inhalte schreiben, die uns zu 100% interessieren und hinter denen wir stehen können.  Und so soll es bleiben.

Und so gibt es bei uns auch keine Karten mehr für den Caravan Salon zu gewinnen, was ja letztendlich auch eine Form der Werbung ist. Und der Anbieter hält es für selbstverständlich, dass ich seine Ziele kostenlos unterstütze. Nein, die Art und Weise, wie für neue Camper geworben wird, gefällt uns nicht und wir sehen die seit Jahren zweistelligen Zuwachsraten sehr kritisch.

Aber ganz zum Schluss noch ein Satz. Das ist die Erklärung für unsere Entscheidung, für unseren Blog, mehr nicht.

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17 Kommentare zu “Warum es auf 14qm keine „Sponsored Posts“ gibt”

  1. Det

    Diese Sätze hat’s endlich mal gebraucht. Was jetzt alles neu auf den Markt strömt und uns die Welt erklären will…

    Bleibt so authentisch wie bisher.

    Gruß Det

  2. Anna

    Ich bin ein Frischling im Wald des Bloggens und finde eure Einstellung prima! Und eure Seite sehr gut. Weiter so und beste Grüße aus den Tiefen Spaniens

  3. Titus von Unhold

    Man kann nur hoffen dass die Blogs mal wieder von einer ordentlichen Abmahnwelle erfasst werden und der Müll im Netz verschwindet. Dann wird – wie bei Instagram – zwar geheult dass Deutschland den digitalen Anschluss verliert, dabei geht es aber nur darum dass die Dollars nicht mehr so gut fließen. Dass wir die vollkommen asoziale Art des aus den USA importierten Neokapitalismus hier nicht brauchen wird jeder mit etwas Integritat bejahen, nur die Schmarotzer die daran verdienen nicht.

    1. Andreas

      Beim Thema Instagram muss ich widersprechen. denn hier geht es um einen fragwürdigen Gerichtsentscheid.

      Der besagt nämlich, das wenn ich auch nur den Namen einer Firma nenne, dann muss ich diesen Beitrag als Werbung kennzeichnen muss. Das ist natürlich nicht richtig, denn was ist denn Werbung? Richtig, für Werbung muss mich jemand bezahlen und wenn mich jemand bezahlt, dann muss ich das kenntlich machen.

      Es ist keine Werbung, wenn ich zum Beispiel auf meinem Blog schreibe, das meine Bilder mit einer Kamera der Firma XY gemacht werden und dafür kein Geld bekomme und die Kamera mit meinem eigenen Geld bezahlt habe.
      Im Endeffekt verwässert das Urteil die Kennzeichnung Werbung, weil nicht mehr klar ersichtlich ist, wer bezahlt wurde oder seine eigene Meinung schreibt.

      Oder überspitzt geschrieben

      Gruß
      Andreas

      1. Titus von Unhold

        Absolut falsch! Das LG Berlin hat eben nicht entscheiden dass man bei der Nennung eines Firmen- oder Markennamens ein Posting als Werbung kennzeichnen muss, sondern wenn die Markennennung eine werbliche Handlung ist. Leider ist den wenigsten Menschen vergönnt mal eine juristische Fakultät von innen zu sehen und noch weniger schauen einfach mal in die Urteile. Zusammen mit einer Menge Empörung und Schaum vor dem Mund wird dann Halbwissen gestreut.

        Das LG Berlin sagt dass eine Markennennung immer dann werblich ist, wenn sie darauf abzielt dem genannten oder sich selbst einen Vorteil zu verschaffen. Im entschiedenen Fall ging der Kläger davon aus dass die Beklagte hoffe die genannten Unternehmen würden so auf sie aufmerksam und es ergeben sich Kooperationen. Dies ist ein wirtschaftlicher Vorteil und damit eine werbliche Handlung für sich selbst. Desweiteren hat der Kläger angeführt die Beklagte könne davon ausgehen dass ihre Follower durch die Verlinkung auf die Marke aufmerksam werden und dessen Produkte erwerben. Dies ist ein wirtschaftlicher Vorteil und eine werbliche Handlung für einen Dritten. Da die Beklagte dies offensichtlich nicht schlüssig widerlegen konnte, ist die Kammer de jure der Auffassung des Klägers gefolgt.

        Für mich ist das Urteil absolut nachvollziehbar und auch richtig. Dass das für das einfache Fußvolk nicht so ist, ist schlicht ein einfaches Bildungsproblem. Das muss aber in Schulen gelöst werden, nicht an Gerichten.

  4. Ines

    Ich habe euren tollen Blog über Pinterest entdeckt und freue mich jedes Mal aufs Neue darüber. Bitte bleibt wie ihr seid! Herzliche Grüße aus dem Norden! Ines & Heinz

  5. Klaus

    Hallo Andreas,
    ich lese hier nun seit gefühlten Ewigkeiten mit, aber zum Thema gibt dann auch endlich mal einen Kommentar :))

    Grundsätzlich finde ich eure Einstellung gut – selbst wenn eine „sponsored Produkt“ Rezension vertraglich im Ergebnis unabahänging erscheinen darf, ist das halt immer mit einem fadem Beigeschmack verbunden. Und das fast schon „betteln“ nach Produkten zum Test hat nicht zuletzt durch die Instagram Influencer peinliche Ausmaße angenommen…. Das brauch sich keiner mit halb wegs gutem Content geben.

    Deswegen aber nur auf Affiliate LInks zu setzten halte ich aber auch zur kurz gedacht – und so schön das ist mit den erwähnten 2 Monaten, das war früher auch mal anders, hier wird die Auszahlung inwischen ja nur gestreckt.

    Ich hätte als Leser zum Beispiel kein Problem damit, wenn unter den Kochrezepten ein Omnia Sponsor Link wäre, vielleicht weniger nervig als auch das letzte Salzkorn als Affiliate zu verlinken 😉

    Und was die Dieselkasse angeht, ich habe eine Zeitlang den Backpacker Blog (flocutus) gelesen, der hat weltweit Käsekuchen gefuttert. Da gabs früher mal ein Button „Käsenkuchen spenden“ mit ein paar Euro über PayPal – das war witzig und weit ab vom betteln. Man muss dem Kind vielleicht nur einen Namen geben. Hier ne „Tankanzeige“ mit einem passendem Button, ihr hättet wahrscheinlich mehr Sprit als ihr fahren wollt 😉

    Lasst es euch gut gehen,
    grüße von nem IT’ler der nur Teilzeit unterwegs ist und auch kein Reiseblogger ist.

    Klaus

    1. Andreas

      Hallo Klaus,

      danke, dass du uns schon so lange folgst.

      Das mit dem Affilate wäre in der Tat zu kurz gedacht, wenn der Blog die einzige Einnahmequelle darstellen würde.

      Ich finde die ganze Diskussion zu verkrampft (vielleicht auch ein bisschen zu deutsch) und eigentlich ist es egal welchen Namen man dem Kind gibt. Es gibt schon heute Plattformen wie Patroen oder Steady, wo du Blogger, Fotografen, Schriftsteller oder Vlogger unterstützen kannst.

      Und warum soll es nicht möglich sein einen Blogger, Vlogger oder was auch immer nicht genau so zu unterstützen, wie man Geld für die monatliche Auto-, Koch, Wohn- oder was-weiß-ich-Zeitschrift ausgibt.

      Gruß
      Andreas

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