Martigues
Provence-Alpes-Cote-d-Azur Stellplatz Frankreich Traumorte in Frankreich

Traumorte – Martigues und Carro an der Côte Bleue

von Andreas

Die Gegend um Martigues am Étang de Berre und Carro an der Côte Bleue ist für uns ein Traumort im Süden Frankreichs.

Gleich neben dem Industriegebiet Fos-sur-Mer,  an der Mündung des Étang de Berre ins Mittelmeer beginnt die Côte Bleue. Dieser schöne und weniger bekannte Küstenabschnitt des Mittelmeeres zieht sich bis Marseille. In der Saison machen hier überwiegend nur Franzosen Urlaub.

Carro

Wohnmobilstellplatz Carro

Der Mittelpunkt dieses Traumortes ist für uns der Wohnmobilstellplatz in Carro, der direkt am Meer und der Hafeneinfahrt  von Carro liegt. Hier kann der Wind schon einmal heftig am Wohnmobil zerren.

Ausstattung

Preis 6,85 bis 11,05 €, je nach Saison
Max. Aufenthaltsdauer 72 Stunden
Strom Nein
Plätze 80
Wasser Ja
Entsorgung Ja
Mülleimer Ja
Schatten Nein
Ebenheit Ziemlich gerade
WLAN Orange Nein
WLAN Free Ja
LTE Ja
Supermarkt 1 kleiner Supermarkt an der Hauptstraße
Waschsalon Im 2km entfernten La Couronne
Markt Mittwoch und Samstag, fast jeden Tag frischer Fisch am Hafen
Apotheke Im 2km entfernten La Couronne

Hier war ich, auch im Winter, fast täglich schon vor dem Sonnenaufgang unterwegs, saß auf der Mauer der Hafeneinfahrt, wartete auf die Sonne und beobachtete die einlaufenden Fischerboote. Am Hafen von Caro wird fast täglich der frische Fisch an kleinen Ständen direkt an der Hafenmauer verkauft. Carro ist bekannt für den mit Angel gefangenen Thunfisch. Direkt am Hafen befindet sich auch das Petit Musée de Carro, in dem es unter anderem um die Fischerei geht.

Ich liebe diese Stille eines Morgen in Carro, die nur mit dem Geschrei der Möwen und dem leisen Tuckern der Fischerboote angefüllt ist. Im Winter standen auf dem Wohnmobilplatz teilweise nur drei oder vier weitere Wohnmobile. Bei 80 Stellplätzen bedeutet das eine Menge Platz. Im Mai waren etwa 60% der Plätze belegt. Im Juli oder August würden wir den Platz nicht anfahren.

Und nicht erschrecken, manchmal leuchtet es nachts orange über den Hügeln Richtung Fos-sur-mer, das ist kein Waldbrand, sondern dann wird in einer der Raffinieren abgefackelt.

Der kleine Ort ist gut versorgt. Es gibt den Markt, auf dem kleinen Platz gegenüber der Haltestelle, einen kleinen Lebensmittelladen und nicht nur die Baguettes, auch die Croissants der Boulangerie in der Hauptstraße sind klasse. Das Restaurant Côte et Mer unten am Hafen ist sehr empfehlenswert.

Wandern und Biken

Von Carro könntest du auf dem Sentier du Littoral entlang der Côte Bleue bis nach Marseille wandern. Der 14 km lange Abschnitt bis Carry-le-Rouet ist auch eine schöne Radtour. Bei neunzig Höhenmeter hält sich die Kletterei in Grenzen.

Wir hatten auch bei den Wanderungen im Februar bei nicht ganz so schönem Wetter und Sturm viel Spaß. Die Temperatur lag damals bei recht angenehmen 14 °C. Die felsige Küste wird immer wieder durch kleine Buchten mit Sandstränden unterbrochen. Jeder dieser im französischen mit Anse und Calanques bezeichneten Buchten hat ihren eigenen Namen.

Anse und Calanque - Was ist der Unterschied?
Eine Anse ist eine kleine und flache Bucht, während eine Calanque sich weiter in die Küste schneidet, tiefer und steiler ist. Eine Baie ist auch eine Bucht, aber größer. Im Französischen hätten wir dann noch die Rade, diese Bucht ist kleiner wie eine Baie, aber groß genug um eine Flotte zu verankern. Toulon liegt an einer Rade.
In Richtung Westen, also Richtung Port-de-Bouc, findest du einen Naturlehrpfad und einen Waldlehrpfad. Du musst nur dem Weg direkt am Strand folgen.

Martigues

Direkt am Hafen in Carro, keine 300 Meter vom Stellplatz entfernt, liegt die Bushaltestelle. Hier geht es mit der Linie 30 für 1 € nach Martigues. Dort steigst du am Place des Aires aus. Das ist die Haltestelle direkt am Wasser, kurz nach der Brücke.
Wenn du über eine gute Kondition verfügst, dann kannst du die 12 km lange Strecke auch mit dem Rad fahren. Der Weg über die normale Route, über die D49, hat es aber in sich, da müssen 200 Höhenmeter überwunden werden. Es gibt noch die Möglichkeit entlang der Küste über Lavéra zu fahren, dann sind es nur knapp 80 Höhenmeter, die Strecke ist genau so lang. Über die App OSMand+ kannst du die Route berechnen lassen.

Martigues

Die Stadt am Étang de Berre wird wegen ihrer Kanäle auch gerne das kleine Venedig genannt. Das ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber schön ist es dort trotzdem.

Der Étang de Berre ist ein Brackwassersee,  eine Meeresbucht, die über den Canal de Caronte mit dem Mittelmeer verbunden ist. In diesem Kanal liegt auf drei Inseln die Innenstadt von Martiques. Außer den Brücken gibt es einen kostenlosen Linienverkehr mit Wassertaxis zu den einzelnen Inseln. Es empfiehlt sich unbedingt diese Möglichkeit zu nutzen und die Stadt vom Wasser aus zu erleben.

Ein guter Tag für einen Ausflug nach Martigues ist der Donnerstag und der Sonntag. Wenn du nicht spät losfährst kannst du die Wochenmärkte am Vormittag besuchen. Es gibt zwei Märkte, einer ist ganz in der Nähe der Bushaltestelle auf dem Parking du Général Leclerc am Ufer des Étang. Der andere Wochenmarkt ist auf der kleineren Insel am Quai Aristide Briand.

Tipps

Wir waren sowohl im Sommer, als auch im Winter in Martigues und es lohnt sich immer. Zur Weihnachtszeit ist die Innenstadt sehr schön illuminiert und einige der Lichtobjekte liegen auch in den Kanälen.

Im Juli und August gibt es im Rahmen der Sardinardes jeden Abend von 18:00 bis Mitternacht gegrillte Sardinen am Place des Aires. Das ist praktisch, denn der Bus nach Carro fährt ja ebenfalls von diesem Platz am Wasser ab.

Noch weiter – Istres

Am Place des Aire kannst du in die Linie 25 umsteigen und weiter nach Istres und Miramas fahren.
Den kompletten Fahrplan der Gegend um Martigues kannst du dir als PDF hier herunterladen.

Marseille

Stressfrei in das 41 km entfernte Marseille entlang der Küste der Côte Bleue, auf einer Strecke, die du so mit dem Auto nicht fahren kannst? Das geht mit dem Zug.
La VesseMit dem Bus geht es wieder Richtung Martigues, aber gleich in La Couronne, dem nächsten Ort, steigst du schon wieder aus. Vom dortigen Bahnhof bringt dich der Zug über eine wunderschöne Strecke mit vielen Viadukten entlang den Calanques der Côte Bleue direkt in das Zentrum von Marseille. Die Fahrt dauert knapp fünfzig Minuten und kostet 7,80 €. Die Abfahrtszeiten kannst du auf der Seite von TER heraussuchen. Départ ist La Couronne und Arrivée ist Marseille St-Charles. Es gibt kaum einen besseren Weg stressfrei Marseille zu besichtigen.

Links und Tipps

Was ist eigentlich dieses Fos-sur-mer?
Fos-sur-merEigentlich ist es ein Ort mit etwa 15.000 Einwohner, es sollte mal so etwas wie das französische Ruhrgebiet werden. Heute ist dort der Containerhafen von Marseille. Viel wichtiger aber sind die Erdölraffinerien.  Dies ist der Grund, dass du vom Strand Carros so viele große Schiffe siehst. Fos-sur-mer kannst du allerdings nicht sehen. In Fos-sur-mer beginnt auch eine Erdölpipeline, die in Karlsruhe endet.

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6 Kommentare zu “Traumorte – Martigues und Carro an der Côte Bleue”

  1. Norbert Kleiner

    Lieber Andreas,

    vielen Dank für den tollen Beitrag und die grandiosen Bilder von meiner ehemaligen Lieblingsgegend.

    Ich war dort früher öfters beim Starkwindsurfen. Wenn der Mistral zu extrem ablandig an der Küste blies, dann sind wir immer zum Etang de Berre gefahren. Wasserqualität war aber damals (in den 90ern) extrem schlecht. Haben Wasserproben nach Hause genommen und testen lassen. Vielleicht ist mittlerweile alles besser.

    Nur eine kleine Frage: ich erinnere mich noch an die damaligen Zeiten. Sobald wir für einige Stunden auf dem Wasser waren, bemerkten wir öfters nach der Rückkehr an Land, dass bei uns die Womos bzw. Busse aufgebrochen und ausgeraubt wurden.

    Auch in Les Leques und Bandol und La Ciotat passiert. Hatten ausser Surfzeugs und Isomatten eh nichts im Auto. Trotzdem meist ein Einbruch.

    Bin seit diesen Erlebnissen (in den 90ern) privat dann nicht mehr zum Surfen nach Frankreich gefahren. Hatten auch Einbruch in Korsika.

    Wie macht ihr das denn so, wenn das Womo längere Zeit einsam irgend wo herumsteht?

    Wünsche Euch weiterhin ein sicheres und spannendes Umherziehen und werde euren blog super gerne weiter verfolgen

    Viele Grüße aus München

    Norbert

    1. Andreas

      Hallo Nobert,

      vielen Dank 🙂

      Wir sind bis jetzt verschont geblieben, haben aber auch in Carro derartiges bisher auch nicht bei anderen Wohnmobilen erlebt.

      Unser Wohnmobil ist schwer zu knacken. Die Fenster sind in über 2,3 m Höhe, vom Fahrerhaus kommt man auch nicht mal so eben in den Wohnraum. Falls doch, wenn wir länger weg sind, steht unter anderem ein defektes Notebook auf dem Tisch.

      Fos-sur-mer war mal aufgrund der Raffinerien die dreckigste Stadt Frankreichs, war das hat sich alles gebessert.

      Gruß
      Andreas

  2. Michael

    Toller Bericht! Ich habe jetzt richtig Lust, mit dem Zug von La Couronne nach Marseille zu fahren. Ob das auch im November Spaß macht? So oder so – danke für den guten Tipp! Ich freue mich auf euren nächsten Beitrag.

  3. Jürgen & Ellen

    Hallo Andreas !
    Bis auf Fos wirklich schöne, doch vielen unbekannte Gegend. Weil es uns so gefiel, lebten wir dort jahrelang mehrere Monate bei St. Chamas auf einem jetzt leider dauerhaft geschlossenem Camping.
    St. Chamas mit seinen Höhlenwohnungen am Berre Etang hat seit einiger Zeit direkt am See einen (meist kostenlosen) Wohnmobilstellplatz neben dem Yachthafen. Den besuchen wir oft. Schöner Samstagsmarkt unter dem Aquadukt.
    Die gesamte Region ist nicht so touristisch, da oft verkannt…und der Etang war früher verschmutzt. Selbst Berre wurde verschönert und kriegte neuen Uferpromenaden-Park.
    Tolle Radtouren und Wanderungen mit Besuch Antiker Stätten in vielen Orten rund um den Etang!
    Ihr müsst die Gegend unbedingt mal wieder besuchen !

    1. Andreas

      Hallo ihre Zwei,

      In Carro waren wir jetzt schon vier Mal und werden mit Sicherheit auch wiederkommen. Aber unser nächstes Ziel ist erst einmal die Haute-Provence und der Nationalpark Mercantour.

      Gruß
      Andreas

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