Solaranlage Wohnmobil

Grundlagen und Planung

Wer ganz oder teilweise von der Steckdose unabhängig sein möchte, kommt um die Anschaffung einer Solaranlage nicht herum.

Die Solarlage ist die preiswerteste Methode um die Batterien im Wohnmobil zu laden. Das trifft auf die Anschaffungskosten zu, als auch auf die Betriebskosten. Außerdem ist eine solche Anlage fast wartungsarm, hin und wieder sollten die Panels gereinigt werden.

Solaranlage – Die Grundlagen

Ich versuche die Grundlagen so einfach wie möglich zu halten und spare mir komplizierte technische Details.
Eine Solaranlage besteht eigentlich nur aus zwei Teilen, den Solarmodulen und dem Laderegler. Optional, aber sehr empfehlenswert ist die Verwendung eines Batteriemonitors, wie den Victron BMV-700*.

Solarmodule

Es werden zwei Arten von Solarmodulen auf dem Markt angeboten.

  • Monokristallin
  • Polykristallin

Die monokristallinen Module sind teurer, aber auch leistungsfähiger. Sie sind gegenüber Teilabschattungen, zum Beispiel durch einen Ast, nicht so empfindlich.

Die Module gibt es in zwei Bauformen.

  • Flexibel
  • Mit Alurahmen

Die flexiblen Module sind dünner, leichter und passen sich der Dachform an. Es gibt allerdings einen entscheidenden Nachteil. Sie bringen nicht so viel Leistung, weil sie wegen der fehlenden Belüftung von unten sehr heiß werden.
Die Panels mit Alurahmen werden aus diesem Grund auch nicht direkt auf das Dach geklebt.

Laderegler

Der Laderegler hat die Aufgabe den Ladezustand der Batterien zu überwachen, sie mit der richtigen Kennlinie zu laden und bei vollen Batterien die Stromzufuhr zu unterbrechen. Damit AGM und Gelbatterien richtig geladen werden, muss der Laderegler IUoU Ladekennlinie beherrschen.
Auch hier sind zwei verschiedene Modelle im Angebot

  • MPPT-Regler
  • PWM

Die MPPT-Regler sind etwas teurer, bringen aber gut 20% bis 30% mehr Leistung. Beim Einkauf solltest du hier aufpassen und bei extrem preiswerten No-Name MPPT-Reglern misstrauisch werden. Ein Satz neuer Batterie kann die Folge eines solchen billigen Einkaufs sein. Empfehlenswert sind die Markenprodukte von Victron, Votronic* oder Steca.

Wir haben nur Produkte von Victron* im Einsatz. Als Solarregler kommen zwei BlueSolar MPPT 100/30* zum Einsatz. Wir haben drei Panels auf dem Dach, zwei 110er und ein 200er. Die beiden kleinen Panels liegen parallel geschaltet an einem Regler, die große Platte und das mobile Faltpanel* parallel am zweiten Regler. Die Regler habe ich extra überdimensioniert, weil ich die Solaranlage im Bedarfsfall problemlos durch ein weiteres Panel erweitern kann.

Batteriemonitor

Wir schwören auf den Victron BMV*. Dieser Monitor zeigt uns unter anderem den aktuellen Ladezustand, die Voltzahl, den Stromverbrauch und den Ladestrom an. Letzteres ist sehr praktisch für die Ausrichtung des mobilen Faltpanels*

Elektronikwissen

Parallelschaltung und Reihenschaltung

Ein kleiner und schneller Ausflug in die Welt der Elektronik. Was bedeutet Parallel- oder Reihenschaltung?

  • Parallelschaltung
    Von jedem Panel gehen die Plus- und Minusleitung jeweils parallel zur Batterie
  • Reihenschaltung
    Vom Pluspol der Batterie geht es zum Plus des 1. Panels, von dessen Minuspol zum Pluspol des 2. Panels und so weiter, beim letzten Panel geht es von dessen Minuspol zum Minuspol der Batterie
Solaranlage - parallel- und Reihenschaltung

Solaranlage planen und dimensionieren

Bei der Planung der Größe der Solaranlage gilt es einiges zu beachten.

  1. Wieviel Batteriekapazität ist an Bord?
    Im Sommer reichen je 100 Ah Batteriekapazität 100 W Solarpanel. Im Winter sollten es 200 W pro 100 Ah sein.
  2. Welche Batterien hast du an Bord?
    Alle Batterien, außer den Lithiumbatterien, sollten bis zur Mittagszeit voll geladen sein, so das die restlichen Sonnenstunden für die Absorptionsladung verwendet werden kann
  3. Bist du auch im Spätherbst und Winter unterwegs?
    Aufgrund der flachen Sonnenstellung ist der Solarertrag bis 75% geringer. Um autark zu bleiben gibt es drei Lösungsmöglichkeiten, die sich auch kombinieren lassen
    1. Mehr Solarpanels montieren, wenn der Platz dafür vorhanden ist.
    2. Solarpanels so montieren, das sie aufgestellt werden können.
    3. Mobiles Solarpanel, dazu mehr in einem Abschnitt weiter unten.
  4. Wieviel Strom verbrauchst du?
    Das ist natürlich eine der wichtigsten Fragen. Mit Hilfe unseren Beitrags „Stromverbrauch berechnen“ kannst du deinen Bedarf berechnen.
    Wenn du gerade eine Solaranlage planst ist es durchaus eine gute Idee vorher deinen Stromverbrauch auf Einsparpotential zu überprüfen.

Mobiles Faltpanel

Das mobile Faltpanel ist eine geniale Möglichkeit deine Batterien flexibel zu laden. Bei einem Gewicht von nur 2,7 kg, nimmt das Panel im gefalteten Zustand nur 56 x 44 cm in Anspruch. Und das Ganze bei einer Dicke von nur 2 cm.
Gerade im Winter bringt uns ein solches Panel gut 50 Ah zusätzlich in die Batterien und trägt entschieden dazu bei, dass wir autark sind. Natürlich müssen wir dazu hin- und wieder das Panel richtig zur Sonne ausrichten. Den Winter in Südfrankreich haben wir ohne Steckdose geschafft.

Es gibt einen weiteren Vorteil. Im Sommer können wir unser Wohnmobil auch in den Schatten stellen und das Faltpanel mittels eines 9m langen Kabels in die Sonne stellen.
Wenn wir unterwegs sind, stellen wir das Panel auch gerne hinter die Windschutzscheibe des Fahrerhauses.

Alternativen zur Solaranlage

Ein gutes Notstromaggregat ist in der Anschaffung teurer, es muss Benzin mitgeführt werden und die Benutzung stößt bei Mitcampern auf sehr wenig Gegenliebe. Wenn wir zu einem Notstromaggregat greifen würden, dann wäre ein Honda 10i oder 20i mit Gasbetrieb die Alternative, dass würde uns den Benzinkanister ersparen.

Eine weitere Alternative, die Efoy-Brennstoffzelle, finden wir exorbitant teuer. Das mittlere Modell kostet 4000 € dazu kommen noch monatlich 50 € für die Tankpatrone.

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