Antennen für WLAN, LTE, DVB-T und DAB auf dem Wohnmobil

Andreas

Endlich habe ich alle sechs Antennen für WLAN, LTE, DAB, UKW und DVB-T auf das Dach gepackt und die Kabel in den Camper verlegt. Geplant war dies schon lange, aber ich habe lange recherchiert um die richtigen Antennen zu kaufen. Dann war es lange noch zu kalt, um mit Sika auf dem Dach arbeiten zu können.

Warum sind fünf Antennen auf dem Dach, aber sechs werden genannt?

Antennen 02

Die Antwort ist ganz einfach. Für LTE werden immer zwei Antennen benötigt und für DAB und UKW kommt eine Kombiantenne zum Einsatz.

Die Antennen im einzelnen

  • LTE
    Ich habe mich für die LTE-Antennen von Antennentechnik Bad Blankenburg entschieden. Um die Antennen an den Huwaei Router anschliessen zu können, werden noch zwei Adapter von SMA Female auf TS9 Male benötigt.
  • DVB-T
    Hier habe ich mich für die Stabantenne von CSL entschieden. Im Gegensatz zur alten, serienmässigen Antenne, ist diese dreimal so groß.
  • DAB + UKW
    Hier kommt eine aktive Kombi-Antenne von adatron zum Einsatz. Diese Antenne benötigt 12 V, die Kabellänge aller Kabel von 5 m ist gut, in den meisten Fällen wird wohl keine Verlängerung benötigt.
    Mittels Splitter kann auch das Radio im Fahrerhaus versorgt werden, das leidige Empfangsproblem durch den Alkoven ist damit Geschichte.
  • WLAN
    Hier haben wir zu einem Set von jetztfunkts.de gegriffen. Die Beratung ist erste Klasse, dass sieht man schon alleine daran, dass ich die größere und teurere 15 dbi Antenne wollte, mir aber davon abgeraten wurde. Alle Fragen wurden schnell und absolut verständlich beantwortet. Hinter jetztfunkts.de steckt Elektro Kullmann in Geisenheim im Rheingau.

Klappvorrichtung für die WLAN-Antenne

Antennen 04

Die Vorrichtung zum Ausstellen der WLAN-Antenne habe ich kostengünstig aus einem Alu L-Winkel für knapp 10 € gebaut. Ich habe mir vier 20 cm lange Stücke gesägt, zwei davon zusammen genietet und Schlitze für die Befestigung der Antenne gebohrt. Daran wurden jeweils rechts und links zwei weitere Stücke genietet und die ganze Konstruktion auf das Dach geklebt.

Kleben, bohren, durchfädeln

Der Rest ist einfach, alle Antennen wurden auf das Dach geklebt, nachdem alle Stellen angeschliffen wurden. In Höhe des hohen Schranks wurde ein Loch in das Dach gebohrt, alle Kabel erst durch eine Dachdurchführung für 2 Kabel von Westech und dann ins Innere geführt. Die Dachdurchführung wurde anschließend mit Sika festgeklebt. Anschließend habe ich alle Kabel auf dem Dach in Kabelkänale gelegt und diese auf das Dach geklebt.
Heute morgen habe ich die Durchführung noch zusatzlich mit 3M 4411N Hochleistungs-Dichtband gesichert.

Endlich

Endlich kein Kabel mehr, dass an der Seitenwand der Kabine durch das Lüftungsgitter des Kühlschranks läuft und endlich kein Auf- und Abbau der DVB-T Antenne mehr. Der Empfänger sitzt jetzt hinter dem Vorhang und das USB-Kabel läuft hinter den Polstern zum Notebook.

Antennen 03

Nur noch den USB-Stecker in das Notebook stecken und fertig.

Übrigens, die Dachdurchführung habe ich im Dezember 2014 gekauft. Gut Ding will Weile haben.

Update und Fazit Mai 2017

  • Die LTE Antennen überzeugen voll und ganz. Wir waren jetzt in den letzten sechs Monaten in Frankreich nie ohne Internet.
  • Mit der Kombiantenne für DAB und UKW bin ich ebenfalls sehr zufrieden, endlich guter UKW-Empfang im Auto.
  • Die DVB-T Antenne ist im Moment arbeitslos, in Deutschland ist nun DVB-T 2 im Einsatz, aber bis zur unserer Abfahrt im November 2016 war ich mit dem Empfang zufrieden.
  • Die WLAN-Antenne kommt im Moment nicht sehr häufig zum Einsatz, da das LTE-Netz in Frankreich sehr gut ausgebaut ist. Bevor wir die SIM-Card von free hatten, hat uns die Antenne zuverlassig mit den Hotspots von Orange verbunden.

Teile diesen Beitrag

14 Kommentare zu “Antennen für WLAN, LTE, DVB-T und DAB auf dem Wohnmobil”

  1. Doreen

    Hallo Ihr,
    könnt Ihr mir sagen, welche Reichweite Eure WLan Antenne hat? Ich suche nämlich auch noch händeringend nach einer passenden Lösung für uns.
    Liebe Grüße!
    Doreen

    1. Andreas

      Hallo Doreen,

      so richtig zum Austesten kamen wir noch gar nicht, aber ich schätze mal 2,5 -3,0 km ohne Hindernis zwischen der Antenne und Hotspot.

      Gruß
      Andreas

  2. Max

    Hallo Andreas,

    warum den keine 15 dbi Antenne ….. ist dann der Öffnungswinkel zu schmal oder was haben die schlauen gesagt ?

    Ja nur meist ist wohl die frei Sicht auf den Hotspot das Problem. 🙂

    Sonnige Grüße

    Max

  3. peter

    Hallo Ihr Beiden,
    schöner Artikel über die Möglichkeiten. Ist mir aber zuviel Gekabel. Ich hätte gerne einen Wlan Router mit Sim Karten Einschub bis LTE und Ethernet Anschlüssen sowie Anschlüssen für externe Antennen für beide Betriebsarten. Im Wlan Betrieb dann als Wlan Extender. mit Dhcp Server für ein NAS. Gibt es sowas ?
    Was ich bis jetzt gefunden habe ist immer irgendwie gefrickelt.
    LG vom Jumbo Team

    1. Andreas

      Hallo Peter,

      der WLAN-Extender kann auf alle Fälle auch Internet über einen USB-Stick, der an den Router gesteckt, herstellen. Auch hier gibt es Sticks mit externen Antennenanschlüssen.
      Theoretisch sollte sich der große LTE Router von D-Link auch zur Zusammenarbeit überreden lassen, da die große WLAN-Antenne über ein Netzwerkkabel angeschlossen wird und die Betriebart am Stick (Webbrowser) in der Antenne eingestellt wird.

      Viele Kabel sind es nicht, zur WLAN-Antenne geht ein Kabel, darüber läuft auch die Stromversorgung (PoE) und der Extender hat einen Stromsschluß, fertig. DHCP kann der Router auch.
      LTE sind drei Kabel, Stromversorgung und die zwei Antennen. Einsparen kannst du also einmal eine 12 V Leitung.

      Gruß
      Andreas

  4. Jan

    Hallo Andreas,
    sehr gut beschrieben alles, aber warum braucht man für LTE 2 Antennen? Auf der Blankenburg Seite steht was von MIMO Anwendung…???
    Und warum noch W-Lan? Wenn ich LTE hab reicht das doch aus, oder ist das um einen 2 Anbieter zu haben und kosten zu sparen weil umsonst?

    Vielen Dank und viele Grüße
    Jan

    1. Andreas Reufenheuser

      Hallo Jan,

      richtig, das hat mit MIMO zu tun und bedeutet Multiple Input – Multiple Output. Eine gute Erklärung findest du hier.

      Zum einen ist LTE ja nicht immer so preiswert, wie zum Beispiel hier in Frankreich: 19,99 € für 100 GB. In Deutschland sieht das ganz anders aus, da kosten 5 GB zum Beispiel beim Aldi 14,99 €. Und was sind heute schon 5 GB? Da ist man dann schon froh, wenn ein WLAN zur Verfügung steht.

      Zum anderen gibt es auch mal Orte ohne LTE, dann besteht aber immer noch die Möglichkeit ein WLAN zu finden. So können wir hier in Frankreich die Hotspots von free benutzen, in Deutschland gibt es viele Hotspots von der Telekom.
      Alternativ könnte man in Frankreich fast auch ohne SIM-Karte leben und die Hotspots von Orange benutzen, kostet 19,90 € und das Ganze ohne Limitierung. Mit einer vernünftigen WLAN-Antenne kann man dann auch etwas außerhalb eines Ortes stehen.

      Gruß
      Andreas

  5. Jan

    Danke lieber Andreas,
    hab mich nun auch ein bisschen schlau gelesen. Ein wichtiger Aspekt für ist bei W-LAN folgender:
    Man solle auf jeden Fall mit VPN ins Nezt gehen da sonst theoritesch jeder Nachbar alles mitlesen kann was man so treibt.
    Allerdings, und da käme es bei mir im wesentlichen drauf an: Der eMailverkehr (geschäftliche eMails, also Datenschutz) würde wegen Spamgefahl nicht über das VPN laufen. Das ist dann auch wieder doof… deshalb wieder LTE oder so wie du es machst beides…
    Ich habe mich auch für diese Variante entschieden, werde das nun alles installieren und in FR testen.

    VG und weiter so!
    Jan

  6. Ulli

    Moin Andreas,

    warum habt Ihr die beiden LTE-Antennen im 45° Winkel auf das Dach montiert?

    Vielen Dank für den tollen Artikel!

    Beste Grüße
    Ulli

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.