Der Trip durch die Schluchten der Cevennen

Andreas
Cevennen

Wir haben einen 234 km langen Trip durch die Schluchten der Cevennen und der davor gelegenen Schlucht des Hérault zusammengestellt. Fünf Schluchten, vier Höhlen und zwei Hochebenen.

Frankreich bietet eine Vielzahl von Schluchten (frz. Gorges). Die Bekannteste und auch Beindruckenste ist natürlich die Schlucht des Verdon im Département Alpes-de-Haute-Provence, zwischen den Orten Castellane und Moustiers-Sainte-Marie. Die 21 km lange Schlucht mit ihrem tief türkisblauen Wasser und den bis zu 700m hohen Wänden ist einer der größten Canyons in Europa.

Auch die westlich, im Département Vaucluse zwischen Monieux und Méthamis gelegene Schlucht von Nesque ist ein reizvolles Ziel.

Aber jetzt zeigen wir einen einzigartigen Trip durch die Schluchten der Cevennen, fünf Schluchten und vier Höhlen, wir starten in Saint-Jean-de-Fos.

Schluchtentrip durch die Cevennen

Die Route beginnt auf dieser Karte 4 km später, in Saint-Guilhem-le-Désert, denn mehr Zwischenstationen lässt Google Maps nicht zu.

Gorges du l‘Hérault

Der Trip beginnt am Ende der Schlucht des Hérault nahe des Ortes Saint-Jean-de-Fos an der imposanten Pont du Diable. Vom dortigen Besucherparkplatz geht es auch zur Grotte de Clamouse. Wir folgen der D4 entlang der Schlucht und kommen schon nach 4 km zum nächsten Highlight, dem Dorf Saint-Guilhem-le-Désert, welches die Auszeichnung „Die schönsten Dörfer Frankreichs“ (frz. Les plus beaux villages de France) trägt.

Die schönsten Dörfer Frankreichs
Eine Aufstellung aller Dörfer, die zur Vereinigung „ Die schönsten Dörfer Frankreich gehören, findest du hier
Gleich hinter dem Ort findet sich die erste Möglichkeit, ein Kanu (Ist noch so ein Traum von uns) zu leihen und eine der unterschiedlich langen Touren auf dem Hérault zu genießen. Sehenswert ist auch die Brücke von Sankt Etienne von Issenssac aus dem 17. Jahrhundert, an der Kreuzung D4/D1.
Gerade am Anfang der Schlucht ist die Vegetation noch sehr mediterran geprägt und so finden sich hier auch noch die letzten Olivenbäume.

Saint-Guilhem-le-DésertBeeindruckend sind die Hochwassermarken kurz nach Saint-Guilhem-le-Désert auf der linken Seite der Straße.
Einige der Marken erreichen eine Höhe von über 2 m über der Straße, allerdings befindet sich hier das Bett des Hérault etwa 8 -10 m unterhalb der Straße.
Links im Bild siehst du Claudia ihren Arm in Richtung der höchsten Marke strecken.
Aus diesem Grund befinden sich auch Schranken am Anfang und Ende nicht nur dieser Schlucht, die bei Bedarf geschlossen werden können. Die vielen Hinweisschilder „Chausée inondable“ warnen auch vor einer möglichen Überflutung der Straße.

Am Ende der Schlucht, in Ganges, geht es direkt in die nächste Schlucht.

Abstecher

Gorges de la Vis

Schlucht der VisAm Ortseingang von Ganges geht es von der D4 auf die D25. Noch folgt die Straße dem Hérault, doch schon nach 1,5 km treffen wir auf die Mündung der Vis und es beginnt die Schlucht der Vis. Die mediterrane Pflanzenwelt ist mittlerweile imposanten Nadelwäldern gewichen. In der Schlucht gibt es nur wenige, sehr kleine Dörfer, wie Gorniès mit etwa 120 Einwohnern. Der Höhepunkt dieser Schlucht ist der Cirques de Navacelles, einem Talkessel, den die Vis geschaffen hat. 400 m tief liegt ein kleines Dorf am Fuße des Kessels am Rande teils senkrechter Felswände.

Vom Cirques de Navacelles geht es 42 km nach Norden nach Nant in die nächste Schlucht.

Gorges du Dourbie

Die 16 km lange Schlucht zwischen Nant und La Roque-Sainte-Marguerite führt entlang der D991 durch wilde und unberührte Natur. Die Mühle von Corp mit der geschwungenen Brücke ist sehr sehenswert.

Nun geht es noch einmal 12 km km in den Norden. In einer Linkskurve in La Roque-Sainte-Marguerite geht es vor der Heineken-Bar rechts ab über die Hochebene Causses Noir nach Le Roziers, dem Ausgangspunkt in zwei Schluchten. Die D 996 führt in die Schlucht der Jonte und die D907 in die Schlucht der Tarn. Wir nehmen die D996.

Abstecher
  • Auf der Causses Noir geht es an der Kreuzung D29/D110 in wenigen Kilometern zu den Felsenformation von Montpellier-le-Vieux.
  • Noch 15 km weiter auf der D 110 und du bist in Millau. Dort kannst du unter anderem einen Blick auf das 2,5 km lange Viadukt von Millau werfen, welches sich mit einer Höhe von bis zu 270 m über das Tal der Tarn spannt.
  • 25 km südwestlich von Millau liegt Roquefort-sur-Soulzon. Hier kommt der berühmte Blauschimmelkäse her. Zahlreiche Käsereien können besichtigt werden

Gorges de la Jonte

Jonte SchluchtDie 22 km lange und bis zu 500 m tiefe Schlucht liegt zwischen Le Roziers und Meyrueis.
Eine der Highlights der Jonte-Schlucht sind mit Sicherheit die Geier bei Le Truel, etwa 4 km von Le Roziers entfernt. Im dortigen Maison du Vautours kann unter anderem mittels Kameras ein Blick in die Nester geworfen werden. Bei Meyrueis befindet sich auch „La Grotte de Dargilan

Abstecher
  • Etwa 25 km von Meyrueis liegt im Nationalpark der Cevennen der 1567 m hohe Mont Aigoual. Hier sind auch die Quellen des Hérault, der Jonte und des Dourbie.
  • Die Höhle Aven Armand, liegt an der D986, der Straße zur letzten Schlucht
Weiter geht es über die D986 auf der Causses Méjean zur letzten Schlucht.

Causses
Causses sind Kalk-Hochebenen auf 700 bis 1200 m.
Die Causse Noir und Causse Méjean gehören zu den Grand Causses.

Gorges du Tarn

Die Schlucht der Tarn erstreckt sich auf 36 km zwischen Sainte-Enimie und Le Roziers, auch Sainte-Enimie trägt die Auszeichnung „Die schönsten Dörfer Frankreichs“. Diese Schlucht bietet für Kanuten mit Sicherheit das größte Angebot.

Spezialitäten auf dem Trip
  • Roquefort-Käse
  • Perlaton, Weichkäse aus Ziegenmilch
  • Aligot, Kartoffelspezilität mit Käse und Creme Fraîche
  • Kastanienhonig, Heidekrauthonig und Tannenhonig aus den Cevennen
Viele weitere Tipps zur Erweiterung der Tour, Adressen von Museen, sowie Tipps zum Wandern, Mountain Biking und Kanufahren finden sich bei France Voyage, bei Le Gard Tourisme, bei Hérault Tourisme, bei Aveyron Tourisme und Lozère Tourisme.

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12 Kommentare zu “Der Trip durch die Schluchten der Cevennen”

  1. peter koch

    Andreas, was ihr zwei da anstellt, toppt alles:

    Sehr interessanter und fundierter Bericht. Das macht Appetit!! Wer da noch nie war, wird neugierig und wer das kennt, so wie ich, der findet sich bestätigt.

    Übrigens ein Tipp für Motorrad- Reisende: das ist eine feine Gegend, um sich da mal eine ganze Woche aufzuhalten und alles genauestens zu „erfahren“. Als Ausgangsort bietet sich einerseits der Camping in Millau an, andererseits einer der vielen kleinen und großen Plätze am Mittelmeer, von wo aus mein eine flotte und zügige Anfahrt in das Kerngebiet der Chevennen hat. Das ist eine schöne Urlaubs – Kombination zwischen „kuck mal“ und „erhol dich“.

    Deine Berichte, mein Lieber, erwecken den Wunsch nach „mehr“/Meer……

    Weiter so, begeistere die Leute für unser Traumland. Ein Reiseziel für das ganze Jahr, vielleicht nicht unbedingt Januar oder Februar, das ist Hardcore, nix für Mopedfahrer.

    Grüße aus dem eiskalten Deutschland. Bin gerade unterwegs im Heilbronner Land – hat auch was, und jetzt ins Rheintal. Nähe Sinzig, nicht ganz soooo kalt, nachts unter minus 10, brrrrr.

    Werde jetzt eine Woche den Rhein und Mittelrhein hocheiern, mal sehen, was da los ist, wenn nichts los ist…..

    Grüsse also, cool und herzlich,

    Peter

  2. Marko

    Hallo Hallo,

    die oben angezeigte Route, besteht da die Möglichkeit die als kml oder gpx zu speichern?
    Das würde vieles erleichtern.
    Schön gestaltet Tour.

    Gruss Marko

    1. Andreas Reufenheuser

      Hallo Marko,

      wenn du ein Konto bei Google hast, dann kannst du die Route in MyMaps öffnen und exportieren.

      Ich werde mal sehen, das ich das direkt anbiete, ich schicke Dir dann eine Mail.

      Gruß
      Andreas

  3. Marko

    Hallo Andreas,

    ein Google Konto habe ich. Und https://www.google.com/mymaps kann ich auch aufrufen. Aber wie bekommen ich von dieser Seite die Route zu MyMaps.
    Wenn ich im Kartenfenster auf dieser Seite „Weitere Optionen“ anklicke, offnet sich deine Route in einem neuen Fenster. Aber von dieser Fenster bekomme ich die Route nicht zu Google MyMaps.
    Kannst du dazu was sagen?
    Danke.
    Win 7 mit FireFox v48
    Danke.
    Gruß Marko

  4. Marko

    Hallo Andreas,

    wenn du die Tage ein bisschen Zeit hast, stelle doch mal in deinen Googel Maps Einstellungen ein:
    Daten einer mit Ihnen geteilten Karte exportieren.
    Also der 2 Absatz des von dir gesendet Link.
    Nur du kannst mir erlauben, deine Route als kml downzuloaden.
    Das must du einstellen, ich kann das nicht in meinen Googel Maps. Habe von 2 anderen Seiten schon kml Tracks importiert.

    Danke.

    Gruß Marko

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