Grauen

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Parkplatz des Grauens

Gestern Nacht um kurz vor zwei sind wir zum ersten Mal geflüchtet und wechselten den Stellplatz. Aber der Reihe nach.

Parkplatz

21:55

Kurz nach dem grandiosen Spielfilm Der große Crash – Margin Call auf arte haben wir bemerkt, dass ein Auto mit laufendem Motor auf dem Parkplatz steht. So weit, so gut, kommt immer wieder mal vor.

23:30

Der Wagen ist noch da, noch immer läuft der Motor. Der ganze Platz riecht schon nach Abgasen. Zu sehen ist das Auto nicht, nur zu hören, denn der Platz ist nachts stockdunkel.

Mitternacht

Geisterstunde! Ich schnappe mir die Taschenlampe und laufe zum Auto, ein AUDI der Oberklasse mit niederländischem Kennzeichen. Ich begrüße den Fahrer freundlich auf niederländisch und bitte ihn den Motor auszumachen. Dieser Bitte kommt er sofort nach und sagt, das er nur etwas schauen möchte. Er ist scheinbar alleine.

00:30

Wir wollen gerade ins Bett gehen, als wir leise Stimmen hören, genau neben der Eingangstür unseres Wohnmobil. Wir löschen alles Licht und begeben uns auf Beobachtungsposten, im Alkoven. Der Fahrer hat das Auto verlassen und schaut immer noch.

01:00

Immer wieder umkreist der unheimliche Niederländer unser Wohnmobil, läuft keinen Meter am Auto vorbei, so knapp, dass wir ihn vom Alkovenfenster kaum sehen können.
Dann steht er wieder minutenlang auf dem Platz. Wir spekulieren, ich unterbreite Claudia meine Thesen. Entweder kommt es gleich zu einem Showdown zwischen Drogendealern und wir werden es als Zeugen nicht überleben oder es kommt zu einem Drogendeal und wir werden es als Zeugen nicht überleben.

01:15

Claudia ist nicht wirklich beruhigt und ich bekomme einen Krampf im Nacken. Und ehrlich, kein Witz. Nebel wabert über den Platz. Claudia bringt den Nebel des Grauens ins Spiel und rezitiert Passagen aus dem Film. Ich bin nicht wirklich beruhigt.

01:35

Warum umrundet einer ständig das Wohnmobil? Wir sind jetzt paranoid und beschließen den Stellplatz zu wechseln und zum TREFF-Parkplatz zu fahren. Claudia muss so wie so um 06:30 arbeiten. Und richtig Ruhe findet hier keiner von uns mehr. Fünf Minuten später startet der Motor des Düdo.

01:56

Wir liegen im Bett. Claudia sagt, dass der arme Niederländer wahrscheinlich seine letzte Kohle in das teure Auto gesteckt hat und kein Geld mehr für ein Hotel hatte. Er wollte nur einen Kaffee und hat sich nicht getraut zu klopfen. Massenmörder wollen immer erst einen Kaffee, antworte ich.

Normalerweise, fährt die Polizei an diesen Platz, in dieser Sackgasse, oft Streife, warum wissen wir nicht.
Auf dem Bild siehst du unseren Parkplatz und unsere Parkposition, der Audi stand genau gegenüber am Waldrand.

Andreas