Roadbook – Von Carro über Saintes-Maries-de-la-Mer bis nach Solignac

Andreas
Saintes-Maries-de-la-Mer

Wir haben es bis ins Neuland geschafft, aber nicht weit. Und jetzt drehen wir uns in so etwas wie einer geostationären Umlaufbahn. Wir fahren wieder zurück nach Saintes-Maries-de-la-Mer und Salin-de-Giraud und warten auf unseren Besuch.

Nachdem wir Carro verlassen haben, beschlossen wir schnell mit der Bac de Barcarin über die Rhone nach Salin-de-Giraud zu hüpfen. Schnell war ein Irrtum. Als wir zur Fähre abbiegen wollten, stellten wir irritiert fest, dass die Fähre nur noch bis 3,5 to zu gelassen ist. Dabei sind wir erst vor ein paar Wochen mit der Fähre über die Rhone gefahren. Die Umleitung hatte es in sich, 70 km und eine Stunde Fahrzeit mehr.

Salin-de-Giraud

Flamigos im SonnenuntergangEs wurde der längste Aufenthalt unserer bisherigen Reise. Sieben Tage haben wir auf dem Stellplatz dort verbracht. Es ist nicht einer der schönsten Stellplätze, der sich auf einer ehemaligen Sportanlage befindet, aber ungemein praktisch. Der kleine Ort bietet zwei kleine Lebensmittelläden, eine Boulangerie und diverse Restaurants. Aber das Beste sind die Möglichkeiten, die dieser Platz bietet. Wir haben den Platz als eine Art Base genutzt. Wir sind von dort zum Plage de Piémanson gefahren, einmal mit dem Wohnmobil und einmal mit dem Rad. Wir sind mit den Rädern und zu Fuß in die Camargue und konnten arbeiten. Insgesamt knapp 100 km auf dem Rad und 30 km zu Fuß haben wir in der Woche zurückgelegt. Die erste Radtour bewältigten wir noch bei Sturm mit 70 km/h, danach waren wir nur noch im T-Shirt unterwegs.

Hin und wieder war über Nacht noch ein anderes Wohnmobil auf dem Platz, aber ansonsten waren wir alleine.

Saintes-Maries-de-la-Mer

Offroad zum StellplatzWir waren nicht direkt in dem Ort, sondern 6 km davor direkt am Ufer des Étang de Monro. Leider konnten wir nur drei Tage an diesem fantastischen Ort bleiben, dann waren wir ohne Lebensmittel. Der Weg dorthin führte uns über 11 km „Piste“, einer unbefestigte Straße mit vielen tiefen Löchern. Mit dem Rad wären wir schneller gewesen.

Hier habe ich mich mal mit dem Teleobjektiv Tamron 70-300 stundenlang auf die Lauer gelegt. So nah kam mir bisher kein Flamingo. Für die Kraniche bin ich durch ein Feld gerobbt, um möglichst nahe heran zu kommen.

Wir hätten noch endlos in der Camargue bleiben können. Es ist so herrlich ruhig hier im Februar und gerade erwacht die Natur aus dem Winterschlaf. Hier sind endlose Wanderungen am Strand möglich. Zwischen der Mündung der Rhone und Saintes-Maries-de-la-Mer sind es über 30 km Strand ohne jegliche Bebauung, wenn man mal von einem Leuchtturm absieht. Wir haben auf unserer sechsstündigen Wanderung am Strand nicht einen Menschen getroffen. Unser Picknick am einsamen Strand, mit Baquette, Salami und Brie, unbezahlbar. Und wenn du nachts im Bett liegst und den Rufen der Flaminogs lauschen kannst, weißt du, dass du alles richtig gemacht hast.

Die Auf- und Untergänge der Sonne sind hier wahre Kunstwerke, atemberaubende Farbexplosionen mit immer neuen Kompositionen.

Solignac

Peugeot 403 in SolignacNachdem die Herstellung der Mahlzeiten immer abenteuerlicher wurde, beschlossen wir den Aufbruch. Auch mit der Idee, einen Kaffeefilter zweimal aufzubrühen, konnten wir uns nicht wirklich anfreunden. Aber wenn der Wein alle ist, hört der Spaß endgültig auf.
Von Saintes-Maries-de-la-Mer fuhren wir über die D38 und D85 durch die kleine Camargue nach Aigues-Mortes zum einkaufen. Und da vor unserem Parkplatz beim Super U noch direkt die Waschmaschinen waren, wurde bei dieser Gelegenheit auch gleich die Wäsche erledigt. Meine Trekkinghose, die ich im Feld ruiniert hatte, war auch wieder sauber. Mittlerweile war es schon 16:00 und wir brauchten einen Platz für die Nacht. Wir fanden auf die Schnelle nur den Stellplatz in Solignac für 11,50 €, an der Schnellstraße, am Flughafen! Lärm ist ganz schön teuer geworden.

Die Nacht darauf standen wir in einem Pinienwäldchen bei Prades-le-Lez, aber optimal war der Platz noch nicht.

Umlaufbahn

Saint-GillesUnd jetzt sind wir in so etwas wie einer geostationären Umlaufbahn. Am 7. März kommen uns Freunde besuchen, die extra einen 1200 km Trip zu uns machen. Damit deren Anfahrt nicht noch weiter wird, verschieben wir unsere Fahrt weiter in den Westen und drehen jetzt hier unsere Runden.

Nach einem Besuch des Decathlon (ich habe jetzt eine zweite Trekkinghose) in Nîmes, sind wir jetzt erst einmal in Saint-Gilles gelandet und fahren langsam zurück in die Camargue, wir haben nämlich beschlossen uns in Salin-de-Giraud zu treffen. Und so kommen wir doch noch einmal in den Genuss der Camargue.

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2 Kommentare zu “Roadbook – Von Carro über Saintes-Maries-de-la-Mer bis nach Solignac”

  1. Jürgen & Ellen

    Ist ja blöd mit der Fähre und der Gewichtsbeschränkung! Wird ja immer schlimmer! Wir denken ja über ein neues Wohnmobil nach, werden aber wohl wieder unter 3.5 t bleiben, auch wenn man wegen der Zuladung minimalistisch packen muss. Gerade hier im Süden sind soviele Strassen und Stellplätze mit 3.5 t Beschränkung, sodass viel interessantes einfach nicht legal zu erreichen ist. Maut teuer, Geschwindigkeitsbeschränkung, jährlicher TÜV, in unseren Augen zuviele Nachteile.

    Weiter eine gute Zeit !

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