Ardennen

Roadbook – Von Watten über die Ardennen nach Luxemburg

von Andreas |

Vom flachen Land in die Ardennen, wir sind wieder unterwegs nach Deutschland. Unser Sommerprogramm ruft: Party, Willys und TÜV.

Nachdem wir uns endlich von Watten trennen konnten, landeten wir ungeplant in dem kleinen Ort Estaires. Der eigentlich anvisierte Platz in Le Venant direkt am Fluss war völlig überfüllt.

Estaires

Ganz das Gegenteil der Platz in Estaires. Der Fluss ist 300 m entfernt, der Platz liegt in einem Wohngebiet und neben der Wache der Feuerwehr und schon hält sich der Andrang in Grenzen. Der Stellplatz ist wirklich mit Liebe gestaltet worden, die einzelnen Stellplätze sind räumlich getrennt und jeder Platz verfügt über eine Tisch-Bank Kombination.

An diesem Samstag gewann Frankreich das Achtelfinale der WM und so fiel keinem der Anwohner auf, dass wir mit Georgina und Graham aus Cambridge Party auf dem Stellplatz machten. Unsere direkten Nachbarn waren außer Rand und Band. Die Franzosen haben den Sieg bis tief in die Nacht gefeiert. Es war unglaublich, wie viele Autokorsos bis tief in die Nacht ein so kleiner Ort ausspucken kann, sogar ein LKW-Korso wurde uns geboten. Graham meinte dann auch irgendwann: „Oh my god, ich möchte nicht mehr da sein, wenn die die Weltmeisterschaft gewonnen haben.“
Er sollte Recht behalten, die Feiern waren an vielen Ort dann doch etwas rustikaler.

Was nützt der schönste Stellplatz, wenn die Landschaft einem so gar nichts gibt. Eine Landschaft, die einfach nur langweilig ist. Es gab nur lange staubige Straßen, die sich alle glichen. Keine Wege ohne Autos und die autofreien Wege waren privat und gesperrt.
Kartoffeln, Mais, Kartoffeln und dazwischen in der Ferne die Kirchtürme der nächsten Orte. Diese Landschaft verbot sich jegliche Abwechslung. Du weist schon auf Kilometer, was dich in der glühenden Hitze dieses Sommertages erwartet. Unter den Reifen der Bikes platzten die Blasen des heißen Asphalts mit dem Geräusch einer Luftpolsterfolie.
Es ist eine Landschaft, in der es egal ist, ob du auf dem Rückweg einen anderen Weg nimmst, es wird dir kaum auffallen. Und so gaben wir unseren Ausflügen einen anderen Sinn, zum Beispiel ein erfolgreicher Ritt zum 17 km entfernten Supermarkt auf der Suche nach einem bestimmten Sirup.

Givet in den Ardennen

GivetWir sind dann auch schon nach sechs Tagen weiter Richtung Deutschland und haben den großen Sprung in die Ardennen gemacht. Nach soviel Horizont in den letzten Wochen waren die Berge und Wälder eine willkommene Abwechslung. In Givet standen wir direkt an der Maas und dem dortigen Radweg Voie Verte Trans-Ardennes. Auf der ersten Radtour hatten wir einen schönen Platz entdeckt und deshalb zogen wir nach zwei Tagen um.

Haybes

Haybes ArdennenWir parkten das Wohnmobil rund 25 km flussaufwärts in Haybes. Auch dort steht man sehr idyllisch direkt am Fluss, aber es ist wesentlich ruhiger als in Givet. Wir unternahmen weitere Touren mit den Rädern und steigerten auf unseren Streckenrekord auf 85 km. Wir können diesen Radweg in den Ardennen entlang der Maas wirklich empfehlen.

Randnotiz – Dann halt kalt

Irgendwann auf der Reise hat uns der Warmwasser-Boiler verlassen. Ich vermute, dass die Elektronik nach 32 Jahren das Zeitliche gesegnet hat. Nach dem Einschalten ging er auf Störung und nach dem erneuten Einschalten ging nichts mehr, keine grüne LED, keine rote LED, kein Geräusch. Benutzt haben wir den Boiler nur zum Duschen, jetzt duschen wir kalt, geht auch. Man gewöhnt sich an alles. Reparieren oder ersetzen, dass ist noch nicht ganz klar.

Ab nach Luxemberg

Halt, nichts überstürzen, bevor wir die Grenze nach Belgien überschritten, zogen wir noch einmal plündernd durch zwei Supermärkte. Und zack, nach 2 km waren wir schon in Belgien. Unser nächstes Ziel war Pataschas World in Weiswambach. Kurz vor Luxemburg sprang uns noch ein Waschsalon vor das Auto und wir überfuhren die Grenze nach Luxemburg mit weißer Weste.

Es war ein schöner und kurzweiliger Abend mit Tascha und Patrick. Es war halb eins als wir uns trennten und uns auffiel, dass wir noch nichts gegessen und noch nicht einmal Fotos gemacht hatten. Wenigstens die Burger standen gut 10 Minuten später auf dem Tisch.

Ab nach Deutschland

Nach unserer ersten Nacht in Luxemburg führte uns das Navi wieder zurück nach Belgien und es ging auf der E42/A60 Richtung Deutschland. Die Schilder Bundesrepublik Deutschland sind eigentlich völlig unnötig, denn es gibt nämlich absolut untrügliche Anzeichen dafür, dass du wieder in Deutschland bist.

  • Das erste dich überholende Fahrzeug auf der Autobahn erschrickt dich zu Tode.
  • Die Netzanzeige deines Smartphone scheint defekt zu sein, denn der Verlust der 4 vor dem G verwirrt dich. Aber halt, da gab doch es ja mal was: 3G, H, E und stimmt, es gab mal G. Du freust dich, dass dein Smartphone funktioniert und genießt den Besuch im Technik-Museum.
  • Du stehst im Supermarkt an der Kasse, ein Kunde ist vor dir und dein Hintermann verliert die Kontrolle und schreit panisch nach einer zweiten Kasse

Willkommen zurück.

Dauerparty

Seit fast einer Woche stehen wir nun bei unseren Freunden Sandie und Karsten (Ewald on tour), halfen bei den Vorbereitungen für eine Party. Bühne aufbauen, Beleuchtungstraversen unter das Scheunendach bringen, Anlage aufbauen und vieles mehr stand auf dem Programm. Wenn wir mein Knie mal ausklammern, haben wir die eigentliche Party am Samstag ohne größere Schäden überlebt, aber eigentlich läuft die Party schon seit letzten Montag und ist noch nicht zu Ende. Entspanntes Leben mit ein paar weiteren Reisenden an einer Scheune am Waldrand, unbezahlbar.

Und wenn mein Knie seine Trotzphase überwunden hat, geht es für uns wieder nach Solingen und darauf freuen wir uns wirklich sehr.

Es gibt einiges zu tun

  • Der Boiler muss ersetzt werden, im Zuge dessen werde ich die Stauraum-Klappe auf der Fahrerhaus-Seite vergrößern und identisch zur Beifahrerseite gestalten.
  • Die Eingangstür wird restauriert, der Fiamma Bügel verschwindet
  • Ein 200 Wp Solarpanel soll noch auf das Dach
  • Mein Fahrrad braucht zwei neue Kugellager, neue Ahead-Spacer, eine neue Sattelstütze und neue Bremsen
  • Da kommt bestimmt noch mehr …

Es gibt viel zu tun, lassen wir es liegen.

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8 Kommentare zu “Roadbook – Von Watten über die Ardennen nach Luxemburg”

  1. Ulf Eversberg

    Die Anzeichen wieder in Deutschland zu sein: treffend beschrieben! Wie entspannend kann das Fahren in Frankreich sein – ok, abgesehen von hektischen größeren Städten vielleicht.

  2. Peter Koch

    Hallo ihr Zwei,
    stimmt, den Grenzübergang bemerkt man tatsächlich sofort, alles trefflich wiedergegeben. Am meisten wurmt mich immer diese Hektik und Rücksichtslosigkeit, die man in den südlichen Ländern – zum Glück! – vermisst. Zu den südlichen zähle ich auch Frankreich.

    Zu deiner Heizung, ich vermute, es handelt sich um einen Truma- Boiler. Den zu reparieren lohnt sich nie, wobei ich daran zweifeln würde, dass du geeignete Ersatzteile finden wirst. Gerade im Bereich Steuerung und Elektronik gibt’s da nicht mehr so sehr viel. Man kann reparieren, aber dann kommt meist die nächste Baustelle. Irgendwann ist die Haltbarkeit von den Dingern beendet.

    Entweder man schaut sich um und hat großes Glück, irgendwo ein junges gebrauchtes Teil komplett zu schnappen, dann kannst du eins zu eins wechseln. Aber wenn du noch mehr Glück hast,sowie ich vor inzwischen auch 8 Jahren, dann kannst du einen Bootsboiler schnappen, der hoffentlich noch nicht so alt ist. Sind die Teile älter als 8 – 15 Jahre,lohnt sich meiner Erfahrung kaum ein Erwerb, es sei denn, er ist wirklich preiswert. Aber die Dinger sterben mehr und mehr aus, seitdem es die Kombithermen gibt. Komischerweise geht an diesen Kombis meist der Boiler-Kessel kaputt.

    Sollte ich an deiner Stelle sein, würde ich entweder einen ganz jungen Gebrauchten nehmen, der allerdings sehr selten günstig angeboten wird,oder in den harten Apfel beißen und einen neuen kaufen. Wie erwähnt, die Reparatur des mehr als dreißig Jahre alten Brenners lohnt sich vermutlich nicht wirklich.

    Andere Lösungen mit Durchlauferhitzern gehen natürlich auch,sind auch spottbillig,aber es sind Teile,die nicht so einfach in Betrieb zu nehmen sind.

    Eine weitere Alternative ist eine Dieselstandheizung mit einem Wärmetauscher, der im Sekundärkreis das Duschwasser erwärmt. Es sind nur geringe Temperaturen nötig und dein alter Heizkreislauf einschließlich des defekten Boilers als „Pufferspeicher“ und Reservoir kann weiter benutzt werden. So eine Dieselheizung kann man schon günstig greifen und eröffnet im Bedarfsfall weitere Möglichkeiten. Es ist unglaublich, wie schnell Wärmetauscher die Wärme tauschen……

    Habe ich schon mal erwähnt,wie ich mein Duschwasser anwärme?

    Entweder per Wärmetauscher mit Motorkühlwasser,dauert etwa 10 Minuten, oder mit einem Bootsboiler, den ich zum Betrieb für meine Warmwasserheizung installiert habe. Das kann auch eine Dieselheizung, nebenbei:läuft nicht geräuschlos….
    Die erforderlich Wasserpumpe zu den Heizungen wird raumthermstatgesteuert eingeschaltet und die maximale Wassertemperatur für den Vorlauf regelt der Temperaturregler an der Boilersteuerung.

    Im Sommer, wenn ich keine Heizung benötige,habe ich einen kurzen Wasserstrom mit Hähnen eingeschleift, der das Duschwasser dann unmittelbar aufheizt, ebenfalls per Wärmetauscher durch einen isolierten Behälter von 10 Litern.Klingt kompliziert und interessant,ist es aber nicht.

    So, nun viel Spass beim Basteln, Reparieren oder Tauschen…..

    bleibt gesund.

    der Pedda

    Anm.: Wenn du nähere Infos brauchst,melde dich, dann würden wir telefonieren…

    1. Andreas

      Hallo Pedda,

      danke für die Tipps.

      Den Boiler habe ich ja vor fünf Jahren schon repariert und lief seitdem ohne Probleme. Im Moment tippe ich auf einen Defekt an der Platine, die taucht hin und wieder bei eBay auf, für 180 €. Der Boiler ist wahrscheinlich raus.

      Für 400 € bekomme ich nämlich einen Elgena Boiler für 12 V und Motorvorwärmung und für 150 € gibt es den Elgena rein für 12 V, da baue ich doch lieber noch eine 200er Solarplatte auf das Dach.

      Aber heute schaue ich mir den Boiler erst noch einmal richtig an.

      Gruß
      Andreas

      1. Peter Koch

        Andreas, sehr gute Alternative!

        Vor allen Dingen das Modell mit der Motorvorwärmung. Man kann sein Duschverhalten dem Fahren anpassen, das kenne ich ganz gut. Jedenfalls nach einer Fahrt kostenfrei Warmduschen hat was, um dann vor Ort entspannt zu sein, gerade im Sommer…..!

        Und vor Allem, was meist unterbewertet wird: Für eine ordentliche Dusche benötigt man keine hohe Wassertemperatur, so dass bereits eine kurze Aufheizung ausreicht, um Duschwasser zu haben. Zur Salmonellenbekämpfung resp. -vorbeugung reicht es dann aus, den Boiler bei einer längeren Motorlaufzeit hin und wieder mitlaufen zu lassen und über 55 Grad aufzuheizen.

        Der Stromverbrauch fällt dann auch nicht ins Gewicht, so dass du womöglich auf weitere Panels verzichten kannst. Eventuell kannst du das Ding ja auch mit dem 230-Volt-Kreislauf für den Kühlschrank mitlaufen lassen, ich würde das mal testen, was am Ende ökonomischer ist.

        Es sind viele Varianten denkbar, und nebenbei: Wieder ein Gasverbraucher weniger…..!

        Macht’s gut, bleibt gesund
        und alles Gute beim TÜV.

        der Pedda

        1. Andreas

          Und jetzt bleibt der Truma Boiler wohl doch, aber wenn man Ersatz zu einem unschlagbaren Preis bekommt, bleibt einem fast keine Wahl.

          Gruß
          Andreas

  3. Christian Magnus

    Moin ihr 2 Lieben!

    Meldet euch mal kurz telefonisch bei eurem Optiker, der hat nen arbeitslosen Boiler rumliegen 😉

    LG Christian

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