Leben und arbeiten im Wohnmobil

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Ein Jahr leben und arbeiten im Wohnmobil

Es ist soweit. Ein Jahr leben und arbeiten im Wohnmobil. Vor genau zwölf Monaten haben wir die Steinwohnung verlassen. Das Bild des Beitrages ist am Morgen nach der ersten Tour entstanden und steht mittlerweile für uns als Symbol für unser Leben im Wohnmobil, für Freiheit und Abenteuer, jeden Morgen neu.

Meilensteine

  • 15. April 2013: Wohnmobil gekauft
  • 31. Oktober 2013: Einzug
  • 6. Dezember: Fuck the Solardusche, wir haben wieder ein Bad
  • 11. April 2014: Die unendliche Geschichte des Gastanks ist beendet.
  • 15. April 2014: TÜV geschafft und gleich weg

Und heute fällt mir erst auf, das Kauf und Tüv auf das gleiche Datum fallen, kurios.

Leben und arbeiten im Wohnmobil? Wie ist das?

Für uns schon normal, fast nichts besonderes mehr. Es scheint für unsere Mitmenschen aufregender zu sein. Für uns immer noch ein großer Spaß, unseren Mitmenschen zu sagen, das wir in einem Wohnmobil leben. Wir lieben die Fassungslosigkeit, diese Schnappatmung. Leben und arbeiten im Wohnmobil? Wir sehen ihre ersten Gedanken, es ist fast immer der Gleiche ist: Die Armen!
Dann folgen die fast immer drei gleichen Reaktionen: „Warum nicht“ oder „Das würde ich auch gerne“ oder „Das könnte ich nicht“.
Interessanterweise gehen die ersten Fragen oft in Richtung Behörden und Gesetze. Wir sind schon kurios, wir Deutschen. Erst einmal schauen was der Amtsschimmel wiehert.

Nur wenn wir unterwegs sind und mal nachts aufwachen, müssen wir manchmal kurz nachdenken, wo zum Teufel wir eigentlich gerade sind. Und nun folgt der nächste Schritt. Wir verlassen die Basis.

Fehlt uns etwas?

Nein, eigentlich nicht. Wir haben alles und vermissen nicht ein Stück aus dem großen Fundus des Steinhauses. Ich hätte nie gedacht, das uns so gar nichts fehlen wird. Und wir haben noch nicht damit aufgehört weiter zu minimieren. Es zeigt sich erst mit der Zeit, was über viele Monate unbenutzt im Wohnmobil liegt, dann wird es verkauft oder verschenkt.
Und nun zum „eigentlich“. Absolut genial wäre es, wenn wir nicht immer das Datenvolumen überwachen müssten. Manchmal einfach hemmungslos durch Youtube streifen und ein Video nach dem Anderen reinziehen oder Webradio hören! Das geht aber nur, wenn wir auf einem Stellplatz mit WLAN stehen. Aber ich bin guter Hoffnung, dass in absehbarer Zeit die Provider zusätzlich zeitgemäße Datenvolumina anbieten. Mich amüsieren Werbesprüche wie „Internetflat mit 500 MB“. Diese „Flat“ saugen wir hin und wieder an einem Tag durch die Leitung, ohne Videos. Ein unterschätztes Phänomen und auch Problem sind dabei die Smartphone und Tablets. Die ständigen, manchmal fast täglichen Updates diverser Apps bringen so manch magersüchtige Flat ins Schwitzen. Aus diesem Grunde haben wir mittlerweile die automatischen Updates abgeschaltet.

Viel gelernt

Das Gute bei der Umsetzung solch wahnwitziger Ideen ist das Erlernen von neuen Fähigkeiten und Dingen. Beim Kauf des Wohnmobils war unser Wissen doch eher theoretischer Natur. Auch hatten wir noch nie ein Wohnmobil repariert oder restauriert. Aber wir haben fast alles umgesetzt und viel Neues gelernt und getan. Holz, Metall- und Kunststoffarbeiten, Lackieren, Polstern und Möbel bauen, Elektrik, Gas und Wasser. Die Liste der handwerklichen Fähigkeiten könnte noch um einiges erweitert werden.
Ein besonderer Dank geht an Andre, Petsi und natürlich Bernd. Sie waren uns gute Ratgeber, haben uns viel geholfen und tolle Arbeit abgeliefert.

Viel Neues haben wir auch im Bereich Bloggen und Social Media gelernt. Und nun ist sogar das Fernsehen, ein öffentlich-rechtlicher Sender, an unserer Geschichte interessiert. Das sind nun Dimensionen, die uns ein wenig Angst machen. Entschieden haben wir noch nichts.

Wir haben noch nicht mal angefangen!

Und das ist das Beste. Das Abenteuer hat gerade erst angefangen.
Wir standen arbeitsbedingt viel auf unserem Stellplatz bei Bernd, diese Zeit wird jetzt zu Ende gehen. Und wieder wird es Winter, wenn wir den nächsten Schritt tun.
Als Nächstes wird Claudia ihre Arbeit aufgeben und damit erreicht unsere Mobilität die nächste Stufe, und soviel sei schon einmal verraten, diesmal wird es ausnahmsweise nicht in der kalten Jahreszeit passieren.

Wie geht es weiter?

Wie auf diesem Bild.

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Wir wissen nicht, was hinter dem Horizont ist, wir planen nicht, wir leben. Die vielen „Aber, wenn …“überlassen wir anderen. Uns könnte auch morgen der Himmel auf den Kopf fallen.

Leben und arbeiten im Wohnmobil, wir leben unseren Traum. Lebe ihn auch, was immer es ist. Du hast nur dieses eine Leben. Am Ende deines Lebens wirst Du mit Sicherheit nicht bedauern, nicht das neueste Smartphone oder was auch immer gekauft zu haben, sondern andere Dinge nicht getan zu haben.

Andreas